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Trockene Augen Indikationen

Das trockene Auge ist eine multifaktorielle Erkrankung der Tränenflüssigkeit und der Augenoberfläche. Zu den möglichen Symptomen gehören ein Trockenheits- und Fremdkörpergefühl, Augenbrennen, Rötungen und Sehstörungen. Die zwei Hauptursachen sind ein Tränenflüssigkeitsmangel und eine verstärkte Verdunstung. Zahlreiche Umweltfaktoren wie zum Beispiel Wind und trockene Luft können die Erkrankung negativ beeinflussen. Zur Behandlung werden unter anderem künstliche Tränen, Augensalben und entzündungshemmende Mittel eingesetzt.

synonym: Keratokonjunktivitis sicca, Trockenes Auge, Augentrockenheit, Xerophthalmie

Hintergrund

Der Tränenfilm stellt die äusserste Verbindung zwischen der Augenoberfläche und der Umwelt dar und ist am Sehprozess beteiligt. Er befeuchtet, schützt und nährt das Auge. Es handelt sich um ein wässriges Gel, das unter anderem Wasser, Muzine, Salze, antibakterielle Proteine und Antikörper, Vitamin A und Lipide enthält und beim Blinzeln über das Auge verteilt wird. Gebildet wird er von den Tränendrüsen (Tränenflüssigkeit), der Binde- und Hornhaut (Muzine) und von den Meibom-Drüsen der Augenlider (Lipide). Über die Tränenpünktchen und die Tränengänge gelangt das Tränensekret in die Nasenhöhle.

Symptome

Das trockene Auge ist eine multifaktorielle Erkrankung der Tränenflüssigkeit und der Augenoberfläche. Zu den möglichen Symptomen gehören:

Möglich ist auch ein paradoxes Augentränen. Trockene Augen können die Lebensqualität verschlechtern und die persönlichen und beruflichen Aktivitäten einschränken. Sie stellen einen Risikofaktor für andere Augenerkrankungen dar.

Ursachen

Jede Störung der Strukturen, die an der Tränenfilmbildung beteiligt sind, kann zu trockenen Augen führen. Zu den zwei Hauptursachen gehören erstens ein Tränenflüssigkeitsmangel und zweitens Faktoren, welche die Verdunstung der Flüssigkeit von der Augenoberfläche begünstigen (Tabelle 1). So hemmt beispielsweise ein Verschluss des Tränendrüsenausführungsgangs die Sekretion der Tränenflüssigkeit. Eine grosse Lidöffnung und ein seltenes Blinzeln führen zu einer verstärkten Verdunstung der Flüssigkeit an der Augenoberfläche. Eine Reihe von Umweltfaktoren können die Erkrankung auslösen oder verschlechtern. Die Augentrockenheit zeichnet sich durch eine erhöhte Osmolarität des Tränenfilms und eine Instabilität des Tränenfilms aus. Sie schädigt die Epithelzellen und macht anfällig für Infekte. Vor allem die Entzündung wird heute als ein wichtiger Faktor und eine Ursache des trockenen Auges angesehen.

Tabelle 1. Ursachen trockener Augen (basierend auf Report of the International Dry Eye Workshop, 2007)

1. Tränenflüssigkeitsmangel:

2. Verdunstung:

3. Umweltfaktoren:

Diagnose

Die Diagnose wird bei der Augenärztin oder beim Augenarzt anhand der Anamnese und mit verschiedenen Tests gestellt. Andere Augenerkrankungen können ähnliche Symptome verursachen und sollen ausgeschlossen werden.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Falls möglich sollen die Ursachen oder die Risikofaktoren beeinflusst werden. Die Funktion der Meibom-Drüsen kann mit einer Wärmebehandlung und einer guten Lidrandhygiene verbessert werden. Sogenannte Punctum-Plugs (punctual plugs) sind kleine, dauerhafte oder abbaubare Pfropfen, welche die Tränenpunkte blockieren und so den Abfluss des Tränensekrets hemmen. Schliesslich werden unter anderem auch abgedichtete Brillen und therapeutische Kontaktlinsen verwendet. Verschiedene chirurgische Methoden stehen zur Verfügung. Ein Uhrglasverband wird bei einem fehlenden Verschluss der Lider, z.B. bei einer Faszialislähmung, angelegt.

Medikamentöse Behandlung

Tränenersatzmittel:

Augensalben:

Augensprays:

Vitamin-A-Augensalben:

Entzündungshemmende Mittel:

Sekretfördernde Mittel (Sekretagoga):

Augentrost-Augentropfen:

Schliesslich werden auch Antibiotika (z.B. Tetrazykline bei Rosazea, Blepharitis), autologes Serum, zahlreiche alternativmedizinische Therapeutika und weitere Wirkstoffe eingesetzt. Gefässverengende Mittel wie Tetryzolin sollen aus unserer Sicht nicht angewandt werden. Sie verstärken die Trockenheit und können unerwünschte Wirkungen verursachen.

siehe auch

Tränenersatzmittel

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Abbildung: © m.arc - Fotolia.com / PharmaWiki.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 28.1.2019 geändert.
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