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Histaminintoleranz Lebensmittel

Menschen mit einer Histamin-Unverträglichkeit reagieren auf den Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel (z.B. reifer Käse, Wurst, Rotwein) mit pseudoallergischen Reaktionen. Zu den Symptomen gehören unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Kopfschmerzen, Nasenlaufen, tiefer Blutdruck und Hautreaktionen. Zugrunde liegt keine Allergie, sondern ein verminderter Abbau von Histamin im Darm, der zu einer erhöhten Verfügbarkeit im Organismus führt. Die wichtigste Massnahme zur Vorbeugung ist eine histaminarme Diät. Arzneimittel wie Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren können ergänzend angewendet werden.

synonym: Histamin-Intoleranz, Histamin-Unverträglichkeit, Histaminose, Histaminintoleranzsyndrom

Symptome

Nach der Einnahme histaminreicher Nahrungsmittel treten die folgenden pseudoallergischen Symptome auf. Dieselbe Person muss nicht von allen Beschwerden betroffen sein.

Das Krankheitsbild ist vor allem in Mitteleuropa untersucht und bekannt gemacht worden. Viele histaminreiche Nahrungsmittel werden auch von Personen mit einer Landkartenzunge schlecht vertragen. Einige Autoren schätzen, dass bis zu einem Prozent der Bevölkerung betroffen ist. In der Schweiz wären das über 80'000 Menschen. Die Zahl ist jedoch umstritten.

Auslöser

Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel wie Wein, Käse, Wurst → Tabelle. Histaminreich sind vor allem gereifte, gegärte, mikrobiell produzierte und verdorbende Lebensmittel. Histamin wird dabei in der Regel erst während der Reifung von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) gebildet. Alkohol fördert die Ausschüttung von Histamin und hemmt gleichzeitig seinen Abbau. Auch eine Reihe von Medikamenten fördern die Ausschüttung von Histamin oder hemmen seinen Abbau. Dazu gehören zum Beispiel die Opioide (Morphin) und Acetylcystein.

Ursachen

Histamin löst bei peroraler Gabe bei gesunden Menschen in der Regel keine Reaktionen aus, weil es im Darm durch metabolisierende Enzyme inaktiviert wird und nicht bioverfügbar ist. Vor allem die Diaminoxidase wirkt durch Oxidation von Histamin als schützende metabolische Barriere. Bei einer Histaminintoleranz ist diese Barrierefunktion gestört, Histamin im Organismus verfügbar und führt zu den pseudoallergischen Reaktionen. Histamin kann in hohen Dosen oder bei intravenöser Verabreichung auch bei nicht-empfindlichen Personen zu Beschwerden führen. Bestimmte Vergiftungen mit verdorbendem Fisch (vor allem Makrelen und Thunfisch) werden auf die hohen Histaminkonzentrationen zurückgeführt werden. Zu den möglichen tieferen Ursachen gehören unter anderem entzündliche Darmerkrankungen und Pilzinfektionen mit Candida, die das gastrointestinale Milieu schädigen können.

Diagnose

Beim Arzt oder der Ärztin. Eine richtige Diagnose ist nicht einfach, da das Krankheitsbild nicht sehr bekannt ist, mit einer Allergie verwechselt werden kann und die Symptome wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden unspezifisch sind. Die Diagnose stützt sich gemäss der Literatur auf die Klinik und einen Provokationstest ab. Andere Nahrungsmittelallergie, z.B. Lactoseintoleranz, andere Allergien und Erkrankungen, die ähnliche Symptome auslösen. Die Histaminintoleranz ist eine nicht-allergische Reaktion (nicht IgE-vermittelt).

Nicht-medikamentöse Behandlung

Zur Vorbeugung sollen Histaminreiche Nahrungsmittel durch eine Histaminarme Diät gemieden werden. → Tabelle Auch Medikamente, die Histamin freisetzen oder seinen Abbau hemmen, sollen wenn möglich nicht eingenommen werden.

Medikamentöse Behandlung

Antihistaminika:

Mastzellstabilisatoren:

Enzyme:

Vitamine und Mineralstoffe:

Glucocorticoide:

Falls eine starke Reaktion zu erwarten ist:

siehe auch

Histamin, Histaminreiche Nahrungsmittel, Landkartenzunge

Literatur

Bildnachweis: © Tanya_F - Fotolia.com

Autor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.11.2018 geändert.
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