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Antazida Arzneimittelgruppen

Antazida sind Wirkstoffe, welche die Magensäure neutralisieren, den Magen-pH anheben und säurebedingte Beschwerden lindern. Sie werden hauptsächlich bei Magenbrennen, saurem Aufstossen (GERD) und bei Verdauungsstörungen eingenommen. Antazida können nach den Mahlzeiten oder bei Bedarf verabreicht werden. Zur Einnahme anderer Arzneimittel soll im Allgemeinen ein zeitlicher Abstand von zwei Stunden eingehalten werden, weil Antazida ihre Absorption hemmen können. Für die Selbstmedikation ist die Therapiedauer auf zwei Wochen beschränkt. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören eine Veränderung der Stuhlkonsistenz. Störungen des Mineralstoffhaushalts treten vor allem bei einer Niereninsuffizienz, bei einer Langzeiteinnahme oder einer Überdosierung auf.

synonym: Antacida

Produkte

Antazida sind unter anderem in Form von Lutschtabletten, Kautabletten, als Pulver und als Gel (Suspension) zum Einnehmen im Handel. Bekannte Marken sind in der Schweiz beispielsweise Rennie®, Alucol® und Riopan®. Die ersten Arzneimittel wurden schon im 19. Jahrhundert entwickelt.

Struktur und Eigenschaften

Die Medikamente enthalten Wirkstoffe, welche die Magensäure binden und neutralisieren. Dazu zählen zum Beispiel Carbonate wie Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat, Hydroxide wie Magnesiumhydroxid und Oxide wie Aluminiumoxid.

Beispiel Magnesiumhydroxid:

Beispiel Natriumhydrogencarbonat:

Wirkungen

Antazida (ATC A02A ) neutralisieren die Magensäure und führen zu einer Anhebung des Magen-pH, was die Beschwerden lindert. Einige Antazida bilden zusätzlich einen schützenden Film auf der Magenschleimhaut und neutralisieren weitere Komponenten des Verdauungssafts wie Pepsin und Gallensäuren.

Indikationen

Antazida werden für die symptomatische Behandlung von Magenbrennen, saurem Aufstossen und der gastroösophagalen Refluxkrankheit eingesetzt. Zu den Indikationen gehören auch Verdauungsbeschwerden und ein Druck- und Völlegefühl in der Magengegend.

In einigen Ländern sind Antazida sind auch für die symptomatische Behandlung von Magen- und Darmgeschwüren freigegeben. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist der Magenschutz während der Einnahme von NSAR. Dazu werden heute allerdings hauptsächlich die Protonenpumpen-Inhibitoren verwendet.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Antazida werden üblicherweise regelmässig nach dem Essen oder nach Bedarf eingenommen. Die Wirkung tritt rasch ein.

Die Suspensionen müssen vor der Anwendung geschüttelt werden. Antazida sollen von den Patienten in der Selbstmedikation nur etwa zwei Wochen eingenommen werden. Bei länger andauernden Beschwerden wird eine ärztliche Konsultation empfohlen, weil eine schwere Ursache wie beispielsweise ein Magen- oder Darmgeschwür oder eine Krebserkrankung zugrunde liegen kann.

WirkstoffeKontraindikationen

Die Kontraindikationen sind abhängig von der Zusammensetzung. Dazu gehören (Auswahl):

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Anazida können mit einigen Wirkstoffen Komplexe bilden und so ihre Absorption, ihre Bioverfügbarkeit und ihre Wirksamkeit verringern. Typische Beispiel sind etwa Chinolone, Tetrazykline, NSAR, Salicylate, Bisphosphonate und Eisenpräparate. Aus diesem Grund soll ein Abstand von mindestens zwei Stunden zwischen der Einnahme liegen. Während einer Antibiotikatherapie ist von Antazida abzuraten.

Die Anhebung des Magen-pH kann die Bioverfügbarkeit anderer Medikamente verringern, z.B. der schwachen Basen Itraconazol und Ketoconazol. Auch hier wird der zeitliche Abstand empfohlen.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören eine Veränderung der Stuhlkonsistenz (Durchfall oder Verstopfung), Störungen des Mineralstoffhaushalts und Aufstossen bei Carbonaten aufgrund der Bildung von Kohlenstoffdioxid.

Störungen des Mineralstoffhalts treten vor allem bei einer Niereninsuffizienz und bei einer längerfristigen und hochdosierten Einnahme auf. Dazu gehören:

Checkliste für die Beratung von Patientinnen und Patienten

Download:  Checkliste_Antazida.pdf 

siehe auch

Protonenpumpen-Inhibitoren, H2-Rezeptor-Antagonisten

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 8.3.2018 geändert.
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