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Naproxen Arzneimittelgruppen NSAID Propionsäurederivate

Naproxen ist ein nicht-steroidaler Entzündungshemmer aus der Gruppe der Arylpropionsäuren mit schmerzlindernden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Der Wirkstoff wird zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Entzündungszuständen verschiedener Ursache verwendet und hat eine vergleichsweise lange Wirkdauer von etwa 8-12 Stunden. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören zentrale Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit sowie Verdauungsstörungen wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Selten sind schwere Nebenwirkungen wie beispielsweise Magen-Darm-Geschwüre, Blutbildstörungen und Niereninsuffizienz möglich.

synonym: Naproxenum PhEur, Naproxenum natricum, Naproxen-Natrium

Produkte

Naproxen ist in der Schweiz seit 1975 zugelassen und in Form von Filmtabletten im Handel (z.B. Apranax®, Proxen®, Generika). Andere Arzneiformen wie die Zäpfchen und der Saft wurden vom Markt genommen. Medikamente mit einer tiefen Dosis sind seit 1999 rezeptfrei erhältlich (Aleve® mit 200 mg Naproxen als 220 mg Naproxen-Natrium). Im Jahr 2011 wurde eine Fixkombination mit dem Magenschutz Esomeprazol freigegeben (Vimovo®).

Struktur und Eigenschaften

Naproxen (C14H14O3, Mr = 230.3 g/mol) liegt als Säure als weisses, kristallines Pulver vor, das in Wasser praktisch unlöslich ist. In Arzneimitteln ist es auch in Form des Salzes Naproxen-Natrium enthalten, das besser wasserlöslich ist und aufgrund der raschen Freisetzung schneller absorbiert wird. Die Methoxynaphthylpropionsäure wurde als Analog von Ibuprofen entwickelt und ist ausschliesslich als S-Enantiomer im Handel.

Wirkungen

Naproxen (ATC M01AE02 ) hat schmerzlindernde, fiebersenkende und entzündungshemmende Eigenschaften. Im Unterschied zu einigen anderen NSAID hat es eine lange Halbwertszeit, eine lange Wirkdauer von etwa 8-12 Stunden und soll ein vergleichsweise besseres kardiovaskuläres Profil aufweisen. Die Wirkungen beruhen auf der Hemmung der Prostaglandinsynthese durch eine unselektive Inhibition der Cyclooxygenasen 1 und 2.

Indikationen

Naproxen wird zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Entzündungszuständen verschiedener Ursache angewandt, zum Beispiel bei Rückenschmerzen, Arthritis, Muskel- und Gelenkschmerzen, Gicht, Menstruationsbeschwerden, Erkältungskrankheiten, Grippe, Kopfschmerzen und Zahnschmerzen. Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen ist für die Selbstmedikation nur eine kurze Behandlungsdauer von 3 Tagen vorgesehen.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Die Einzeldosis für die Selbstmedikation beträgt bei Erwachsenen 200-400 mg, die maximale Tagesdosis 600 mg, berechnet als Naproxenum. Dies entspricht maximal 3 Tabletten pro Tag. Auf ärztliche Verordnung werden Einzeldosen bis zu maximal 1000 mg und Tagesdosen bis 1250 mg verabreicht. Die Einnahme mit den Mahlzeiten kann die Absorption verlangsamen, hat aber keinen Einfluss auf das Ausmass.

Kontraindikationen

Naproxen ist bei Überempfindlichkeit, auch gegen andere NSAID, im 3. Trimenon der Schwangerschaft, bei Magen-Darm-Geschwüren, aktiven Blutungen, Blutbildungsstörungen, entzündlichen Darmerkrankungen und schweren Leber-, Nieren oder Herzfunktionsstörungen kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Interaktionen wurden unter anderem mit Antazida, Cholestyramin, albuminbindenden Arzneimitteln, Antikoagulantien, Thrombozytenaggregationshemmern, Phenytoin, Sulfonamiden, Sulfonylharnstoffen, Glucocorticoiden, SSRI, Ciclosporin, Probenecid, Methotrexat, NSAID, Diuretika, Furosemid, Lithium und Betablockern beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören zentrale Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit sowie Verdauungsstörungen wie Dyspepsie, Übelkeit, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Erbrechen.

Gelegentlich treten Schwindel, Hörstörungen, Ohrensausen, Atemstörungen, Asthma, Hautreaktionen und Nierenfunktionsstörungen auf.

Sehr selten sind schwere Nebenwirkungen wie zum Beispiel Blutbildstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen, zentrale und psychiatrische Störungen, Sehstörungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Magen-Darm-Geschwüre, gastrointestinale Blutungen und Niereninsuffizienz möglich.

siehe auch

NSAID, Naproxen und Esomeprazol

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.1.2015 geändert.
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