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Absorption PharmaWiki

synonym: Resorption, Intestinale Absorption, Gastrointestinale Absorption, Orale Absorption

Aufnahme der Wirkstoffe eines Medikaments in den Organismus

Wenn wir eine Tablette schlucken, müssen die darin enthaltenen Wirkstoffe im Darm in den Körper und in den Blutkreislauf aufgenommen werden, damit sie ihre Wirkung entfalten können. Denn in der modernen Arzneimitteltherapie gilt der Grundsatz, dass ein Wirkstoff an eine molekulare Zielstruktur binden muss, damit ein biologischer Effekt ausgelöst wird.

(Wie bei jeder Regel gibt es auch Ausnahmen. So ist bei Erkrankungen des Verdauungstrakts häufig keine Aufnahme erwünscht, zum Beispiel bei einem Bandwurmbefall, Blähungen oder entzündlichen Darmerkrankungen.)

Dieser Übertritt aus dem Verdauungsbrei in den Blutkreislauf wird als „intestinale Absorption“ bezeichnet. Verschiedene Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Transport gelingt. Zunächst müssen die Wirkstoffmoleküle aus der Arzneiform freigesetzt werden. Von einer Tablette aus Beton, welche nicht zerfällt und die Wirkstoffe nicht freigibt, ist kein therapeutischer Erfolg zu erwarten. Arzneimittel können verschiedene Hilfsstoffe enthalten, um einen möglichst raschen und vollständigen Zerfall und die Lösung der Wirkstoffe zu garantieren. Doch nicht nur die Arzneiform, sondern auch der Wirkstoff und der Darminhalt sind an der Freisetzung beteiligt. Einige Wirkstoffe werden von anderen Substanzen oder einer gleichzeitig eingenommenen Mahlzeit gebunden und ausgeschieden. Sie müssen deshalb nüchtern verabreicht werden. Bei anderen garantiert gerade die gleichzeitig eingenommene Nahrung, dass die Passage ins Blut gelingt.

Der nächste Schritt nach der Freisetzung und Lösung im Darminhalt stellt im Wesentlichen der Übertritt über die einzellige Schicht der Darmzellen dar. Hierbei gelangt der Wirkstoff über verschiedene Transportmechanismen durch die Zellschicht und schliesslich in den Blutkreislauf. Dieser Transport hängt vor allem von den physikalisch-chemischen Eigenschaften des Wirkstoffs ab.

Bereits in den Darmzellen und anschliessend auch bei der ersten Passage durch die Leber kann der Wirkstoff biotransformiert werden. Beim sogenannten First-Pass-Metabolismus kann ein relevanter Anteil des Wirkstoffs inaktiviert werden, so dass sich der Anteil, der den Zielort schliesslich erreicht, reduziert wird. Auch die Biotransformation hängt vor allem von den chemischen Eigenschaften des Wirkstoffs ab.

siehe auch

First-Pass-Metabolismus

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.8.2013 geändert.
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