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Kaffee Phytopharmaka Drogenliste

Kaffee ist ein Genussmittel, das mit heissem Wasser aus den gerösteten und gemahlenen Samen des Kaffeestrauchs zubereitet wird. Kaffee hat konzentrations- und leistungsfördernde Eigenschaften und hält wach. Die pharmakologischen Effekte werden vorwiegend auf das Methylxanthin Coffein zurückgeführt, das ein Antagonist des Adenosin-Rezeptors im zentralen Nervensystem ist. Kaffee kann unerwünschte Wirkungen wie Unruhe, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen und ein vermehrtes Wasserlassen verursachen. Ein regelmässiger Konsum führt zu einer leichten Abhängigkeit. Bei abruptem Absetzen können Entzugssymptome wie Kopfschmerzen und Reizbarkeit auftreten.

synonym: Coffea arabica, Coffea canephora

Produkte

Getrocknete Kaffeebohnen, Kaffeepulver, Kaffeekapseln und weitere Produkte sind in Lebensmittelgeschäften erhältlich.

Stammpflanze

Die Stammpflanze ist der Kaffeestrauch oder Kaffeebaum aus der Familie der Rubiaceae (Rötegewächse). Die zwei wichtigsten Spezies sind Coffea arabica für Arabica-Kaffee und Coffea canephora für Robusta-Kaffee. Coffea canephora wird auch als Coffea robusta bezeichnet.

Arzneidroge

Als „Arzneidroge“ werden die sogenannten Kaffeebohnen verwendet (Coffeae semen), die in den Kaffeefrüchten enthalten sind. Es handelt sich um die von der Samenhaut befreiten Samen des Kaffeestrauchs. Sie werden in der Hitze geröstet, wobei das Wasser verdampft. Die Samen werden grösser, erhalten die braune Farbe und das typische Kaffeearoma.

Geröstete Kaffeebohnen. Foto © PharmaWiki

Inhaltsstoffe

Zu den Inhaltsstoffen gehören:

Für die pharmakologischen Effekte des Kaffees ist hauptsächlich das Coffein verantwortlich. Der Coffeingehalt ist variabel und von verschiedenen Faktoren abhängig, z.B. von der Tassengrösse, der Kaffeesorte und der Zubereitungsart. Er liegt etwa zwischen 50 bis 150 mg Coffein pro Tasse.

Wirkungen

Kaffee stimuliert das zentrale Nervensystem, die Atmung und den Herzkreislauf. Er hält wach, ist konzentrations- und leistungsfördernd, hat harntreibende Eigenschaften und regt die Verdauung an. Die Effekte beruhen auf dem Antagonismus an Adenosin-Rezeptoren (A1- und A2a-Subtypen). Adenosin ist ein Neuromodulator, der vorwiegend hemmende Effekte ausübt.

Coffein wird sehr gut absorbiert und gelangt rasch über die Blut-Hirn-Schranke in das Nervensystem. Es wird fast vollständig metabolisiert und vorwiegend über die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit liegt bei Erwachsenen bei etwa 3 bis 5 (bis 10) Stunden.

Der moderate Konsum von Kaffee gilt als unschädlich und sogar gesundheitsfördernd (z.B. Higdon, Frei, 2006).

Anwendungsgebiete

Als Genussmittel und als Stimulans gegen Müdigkeit und Schläfrigkeit.

Zubereitung

Das Kaffeegetränk ist ein Auszug der gemahlenen Kaffeebohnen mit heissem Wasser. Das Wasser läuft durch das Pulver oder wird unter Druck hindurchgepresst. Direkt im Anschluss wird der Extrakt in der Regel filtriert. Möglich ist aber auch ein Aufguss oder ein Aufkochen wie bei der Teezubereitung. Das Kaffeepulver kann dabei auch im Getränk verbleiben (Türkischer Kaffee).

Interaktionen

Coffein wird hauptsächlich von CYP1A2 metabolisiert. Entsprechende Arzneimittel-Wechselwirkungen mit CYP-Substraten, CYP-Hemmern und CYP-Induktoren sind möglich. Weitere Interaktionen können unter anderem mit Stimulantien, anderen Genussmitteln mit Coffein, zentral dämpfenden Arzneimitteln und herzaktiven Wirkstoffen (z.B. Sympathomimetika) auftreten.

Unerwünschte Wirkungen

Ein regelmässiger Konsum führt zu einer leichten Abhängigkeit und einer Toleranz. Bei abruptem Absetzen können Entzugssymptome wie zum Beispiel ein Coffeinentzugskopfschmerz und Reizbarkeit auftreten. Siehe unter Coffeinentzug.

Überdosierung

Kaffee soll nicht überdosiert werden, weil er zu Herzrhythmusstörungen und weiteren gesundheitlichen Problemen führen kann. Zu den Symptomen einer Überdosierung gehören Tremor, Unruhe, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, schneller Puls, Verwirrung, Sehstörungen, Delirium, Krämpfe, eine Hypokaliämie und eine Hyperglykämie.

siehe auch

Coffein, Schwarztee

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 25.3.2018 geändert.
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