Home Krankheiten Arzneimittelgruppen Wirkstoffe Heilpflanzen Parapharmazie Angebote

Produkte anzeigen
Suche
  
Produkte    

Artikelübersicht



Ihre Fragen

Haben Sie Fragen zu unseren Inhalten? Wir helfen Ihnen weiter: info@pharmawiki.ch

Über PharmaWiki

Vision | Team
Nutzungsbedingungen

Paracetamol

Arzneimittelgruppen Analgetika

Zusammenfassung

Paracetamol ist ein fiebersenkender und schmerzlindernder Wirkstoff zur Behandlung von Fieber und/oder Schmerzen verschiedener Ursache. Im Gegensatz zu den nicht-steroidalen Entzündungshemmern ist Paracetamol nicht entzündungshemmend, aber insbesondere bei längerer Anwendung meist besser verträglich. Paracetamol soll nicht überdosiert werden, da es in höheren Dosen toxisch für die Leber ist und sollte nicht bei Leber- und Nierenerkrankungen oder zusammen mit Alkohol oder lebertoxischen Medikamenten eingenommen werden. Eine weitere Gegenanzeige ist das Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht), eine Erhöhung der Bilirubinwerte im Blut, die in der Bevölkerung relativ häufig vorkommt. Der Wirkstoff wird weltweit sehr häufig eingenommen und ist eines der günstigsten Medikamente aus der Apotheke. Paracetamol wird auch häufig für Suizide missbraucht, da es in hoher Dosierung zu Leberversagen und zum Tod führt.

synonym: Paracetamolum PhEur, Acetaminophen, Fieberzäpfchen, Kinderzäpfchen

Produkte

Paracetamol ist in zahlreichen Arzneimitteln enthalten, zum Beispiel in Acetalgin®, Ben-u-ron®, Contra-Schmerz® P, Dafalgan®, Dolprone®, Influbene® N, Kafa®, Panadol®, Treupel Dolo®, Treuphadol®, Tylenol® und Zolben®. Es ist unter anderem in Form von Tabletten, Kautabletten, Schmelztabletten, Brausepulver, Brausetabletten, Tropfen, Sirup und Zäpfchen im Handel.

Struktur

Paracetamol oder N-(4-Hydroxyphenyl)acetamid (C8H9NO2, Mr = 151.2) ist ein weisses kristallines Pulver. Es ist wenig löslich in Wasser, leicht löslich in Ethanol 96% und sehr schwer löslich in Dichlormethan.

Wirkungen

Paracetamol (ATC N02BE01 ) ist schmerzlindernd und fiebersenkend.

Indikationen

Es wird zur Behandlung von Schmerzen und/oder Fieber verschiedener Ursache angewendet.

Dosierung

Gemäss Packungsbeilage. Gesunde Erwachsene nehmen bis zu maximal 4 mal täglich 500 bis 1000 mg ein.

Kontraindikationen

Vorsichtsmassnahmen:

Schwangerschaft und Stillzeit: siehe Fachinformation

Interaktionen

Unerwünschte Wirkungen

Toxizität

Paracetamol wird in der Leber einerseits durch Konjugation mit Glucuronsäure (ca. 55%) und Sulfat (ca. 35%) biotransformiert. Andererseits entsteht durch den Oxidation über CYP (v.a. 2E1, auch 1A1, 3A4 und 2D6) das toxische Zwischenprodukt N-Acetyl-p-benzochinonimin (NAPQI). NAPQI kann bei therapeutischen Dosen durch Konjugation mit Glutathion entgiftet werden. Insbesondere bei hohen (nicht-therapeutischen) Dosen ist Paracetamol jedoch stark lebertoxisch. Der Metabolit NAPQI induziert Apoptose und Nekrose und ist genotoxisch und karzinogen. Der genaue Mechanismus der Toxizität ist nicht vollständig aufgeklärt.

NAPQI bindet als reaktives Elektrophil an zelluläre Proteine und inhibiert z.B. die Topoisomerase II. Es scheint, dass auch der Verbrauch des zellulären Glutathions eine Rolle spielt. Bei einer Dosis von 10.5 g Paracetamol auf ein Körpergewicht von 70 kg kann es zu schweren Leberschädigungen kommen. Auch geringere Dosen können bereits toxisch sein (Kompendium: 7 g, Brüggman: 0.1 g/kg). Solche und höhere Dosen führen auch zum Tod. Die Einnahme einer Überdosis Paracetamol ist die häufigste Ursache für akutes Leberversagen in den USA und führt zu rund 450 Todesfällen pro Jahr (Lee, 2004). Neben unabsichtlichen Vergiftungen wird das Medikament auch häufig für Suizide verwendet.

Antidot

N-Acetylcystein

Literatur

Weitere Informationen

Produkte anzeigen (Schweiz)


© PharmaWiki 2007-2010 - PharmaWiki informiert unabhängig und werbefrei über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 8.8.2010