Arthrose
IndikationenZusammenfassungErkrankung und Zerstörung eines Gelenkknorpels und Veränderung des knorpelnahen Knochens. Die Arthrose führt zu Schwellung, Deformation und Bewegungseinschränkung.
synonym: Osteoarthritis (engl.), Gelenkverschleiss
Symptome
- Gelenkschmerzen, v.a. bei Bewegung oder Gebrauch des Gelenks; Schmerzen in Ruhe sind ein Zeichen schwerer Arthrose
- Morgensteifigkeit < 30 Minuten; kürzer als bei rheumatoider Arthritis
- Einschränkung der Beweglichkeit
- Instabilität der Gelenke, einknicken, z.B. beim Heruntersteigen von Treppen, Funktionsverlust
- Am häufigsten betroffen: Hüftgelenk (Coxarthrose), Kniegelenk (Gonarthrose), Wirbelsäule, Hände
Ursachen
- primär idiopathisch
- sekundär aufgrund einer Verletzung oder als Folge einer Reihe entzündlicher, metabolischer oder neurologischer Erkrankungen
- Knorpelzerstörung und -abbau durch proteolytische Enzyme, Entzündungsfaktoren
Risikofaktoren
- Genetische Prädisposition
- Alter
- Weibliches Geschlecht
- Hohe Knochendichte
- hohe mechanische Belastung, z.B. bei Übergewicht, Sport
Nicht-medikamentöse Therapie
- Gewichtsreduktion
- Gewichtsbelastung verlagern
- Sportliche Gymnastik
- Schwimmen
- Kälte und Nässe meiden
- Gelenke warm halten
- Operative Verfahrung, Knorpeltransplantation, Gelenkersatz
Weitere Optionen:
- Physiotherapie
- Massage
- Wärmebehandlung
- TENS, Akupunktur
- Osteopathie
- Psychologische Unterstützung
Medikamentöse Therapie
- Paracetamol - Mittel der 1. Wahl, meist in maximaler Dosierung, 4 x tägl. 1 g
- NSAID
- Opioide
Kommentar: NSAID aufgrund der Risiken kurzfristig oder in ärztlicher Kontrolle, mit Magenschutz (Prostaglandine, PPI); sollten nicht über längere Zeit in der Selbstmedikation eingenommen werden
Topische Therapeutika:
- Topische NSAID, z.B. ein Diclofenac-Gel
- Capsaicincreme
- in einigen Fällen
Symptomatic slow-acting drugs in osteoarthritis (SYSADOA) / Nahrungsmittelergänzung:
- Chondroitinsulfat (Condrosulf®, Structum®)
- Diacerein (Verboril®, Oesterreich)
- Glucosamin (A. Vogel Glucosamin Plus®, Voltaflex®)
- Glykosaminoglykane (Grünlipp-Muschel-Extrakt, Pernaton®)
- Hyaluronsäure (intraartikulär)
- Phytopharmaka, z.B. Teufelskralle, Weidenrinde, Ingwer
- zahlreiche weitere, z.B. S-Adenosylmethionin, Methylsulfonylmethan
Wärmetherapie:
- z.B. mit Wärmeauflagen
Literatur
- Ge Z. et al. Osteoarthritis and therapy. Arthritis Rheum. 2006, 55(3), 493-500 Pubmed

- Dougados M. Symptomatic slow-acting drugs for osteoarthritis: what are the facts? Joint Bone Spine, 2006, 73(6), 606-9 Pubmed

- Gregory P.J. et al. Dietary Supplements for Osteoarthritis. Am Fam Physician. 2008, 77(2), 177-184
- AAFP (div)


