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Nagelpilz Indikationen Pilzinfektionen

Nagelpilz ist eine weit verbreitete Erkrankung der Zehen- und/oder der Fingernägel. Bei der häufigsten Form wird der Nagel der Zehe vorne und seitlich unter dem Nagel infiziert und weiss bis gelbbraun verdickt. Nagelpilz ist hartnäckig, verschwindet in der Regel nicht von selbst und kann sich auf weitere Nägel ausbreiten. Als eine der wirksamsten Behandlungen gilt die Einnahme von Terbinafin. Als Alternative zur Einnahme stehen eine Reihe äusserlich anzuwendender Arzneimittel zur Verfügung, die wirksam sein können und deren Anwendung allenfalls zu lokalen unerwünschten Wirkungen führt. Ein unzureichendes Ansprechen oder Therapieversagen wird allerdings oft beobachtet.

synonym: Onychomykose, Onychomykosis, Nagelmykose, Tinea unguium

Symptome

Ein Nagelpilz äussert sich in einer weissen bis gelbbraunen Verfärbung des Nagels, einer Verdickung, Aufweichung und Verformung. Die häufigste Form des Nagelpilzes ist die sogenannte distal-laterale subunguale Onychomykose, die oft am grossen Zeh auftritt. Dabei wächst der Pilz am äusseren Ende und seitlich an den Nagelrändern im Nagelbett ein.

Bei einer selteneren Form wird nur die Oberfläche des Nagels infiziert. Kalkweisses Material lässt sich vom Nagel abkratzen. Die sogenannte proximale subunguale Onychomykose, also ein Pilz im Nagelbett an der Nagelbasis, ist bei immungeschwächten Menschen häufig. Nagelpilz beginnt meist lokal an einem Zehennagel. Er kann sich weiter ausbreiten und auch die Fingernägel betreffen.

Nagelpilz ist in erster Linie ein kosmetisches und psychosoziales Problem. Es kann zu Schamgefühlen führen und die Betroffenen fürchten, den Pilz weiter zu verbreiten. Durch die Verdickung des Nagels kann sich allerdings die umliegende Haut entzünden und in Ruhe, beim Gehen oder in Bewegung schmerzen.

© Lucille Solomon http://www.lucille-solomon.com 

Ursachen und Übertragung

Es handelt sich um eine Pilzinfektion des Nagelapparats, die meistens von Dermatophyten wie Trichophyton rubrum oder Trichophyton interdigitale ausgelöst wird. Nagelpilz der Fingernägel wird häufiger von Candida verursacht und ist seltener als Nagelpilz der Zehen, wahrscheinlich aufgrund des schnelleren Wachstums der Fingernägel. Zehennägel wachsen etwa 1 mm pro Monat, Fingernägel zwei- bis dreimal schneller. Da der Nagel bei der Behandlung herauswachsen muss, ist deshalb eine lange Therapiedauer erforderlich.

Nagelpilz ist ansteckend. Die Übertragung erfolgt zum Beispiel in der Schule, in der Familie, bei der Maniküre oder im Schwimmbad. In Schwimmbädern sind die Pilze sehr häufig und lassen sich nur schwer mit Desinfektionsmitteln entfernen, weil sie in Keratinpartikel eingeschlossen sind.

Diagnose

Ein Stück Nagel wird in ärztlicher Behandlung mit dem Mikroskop, in Kultur oder mit anderen Labormethoden untersucht. Eine medikamentöse Behandlung soll nicht ohne Diagnose eingeleitet werden, weil sie teuer und aufwändig ist und andere Erkranungen ein ähnliches klinisches Bild zeigen. Weitere Erkrankungen wie Hauterkrankungen (z.B. Nagelpsoriasis), Verletzungen und andere Infektionskrankheiten können mit dem Nagelpilz verwechselt werden.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Der Nagel kann mit chirurgischen oder chemischen Methoden ganz oder teilweise entfernt werden. Eine kosmetische Überdeckung ist ebenfalls möglich. Durch das Abfeilen oder Zuschneiden wird der Druckschmerz reduziert und möglicherweise das Eindringen äusserlich angewandter Arzneimittel verbessert. Weitere Beratungstipps:

Medikamentöse Behandlung

Zur medikamentösen Behandlung werden innerlich oder äusserlich gegen Pilze wirksame Arzneimittel eingesetzt. Auch eine Kombination innerlich und äusserlich angewendeter Mittel ist möglich. Nagelpilz ist hartnäckig, kehrt oft zurück und die Behandlung nimmt mehrere Monate in Anspruch. Ein Therapieversagen wird häufig beobachtet.

Nagelpilzbehandlung, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWiki

PDF-Download:  Nagelpilzbehandlung.pdf 

Innerliche Behandlung

Die innerliche Behandlung ist in den meisten Fällen wirksamer als die äusserliche und mehr Patienten können vom Pilz befreit werden. Allerdings sind mehr unerwünschte Wirkungen möglich und die Arzneimittel-Wechselwirkungen der Antimykotika müssen beachtet werden.

Terbinafin (Lamisil®, Generika) ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antimykotika, der Pilze im Wachstum hemmt und abtötet. Es verteilt sich gut in Haut und Nägeln und wird in Form von Tabletten zur Behandlung von Nagelpilz verwendet. Die Behandlungsdauer beträgt für Fingernägel 6 Wochen und für Fussnägel 3 Monate. Terbinafin gilt als wirksamstes Mittel gegen Nagelpilz. Nachteilig sind jedoch mögliche systemische unerwünschte Wirkungen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Verdauungsbeschwerden, Hautausschlag, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Geschmacks- und Geruchsstörungen. → siehe unter Terbinafin gegen Nagelpilz

Itraconazol ist eine Alternative zu Terbinafin, besonders bei Hefe- oder Schimmelpilzinfektionen und in der Schweiz für dieses Anwendungsgebiet zugelassen. Es ist etwas weniger gut wirksam als Terbinafin und wird als kontinuierliche Therapie oder als Pulstherapie verabreicht.

Andere orale Antimykotika werden seltener verwendet. Fluconazol ist schlechter wirksam als Itraconazol und in der Schweiz für diese Indikation nicht zugelassen. Griseofulvin ist in der Schweiz nicht mehr im Handel.

Äusserliche Behandlung

Die äusserliche Behandlung ist im Allgemeinen weniger gut wirksam als die innerliche. Es wird eine längere Behandlungsdauer benötigt und nicht alle Patienten können vom Pilz befreit werden. Sie ist eine Ergänzung oder eine Alternative, z.B. bei leichten bis mittelschwerem und vor allem bei oberflächlichem Befall und zu Beginn der Erkrankung. Ein deutlicher Vorteil ist das sehr deutlich geringere Risiko für unerwünschte Wirkungen.

Antimykotika:

Keratolytika:

Nagelpilz-Stifte:

Desinfektionsmittel:

Weitere Methoden:

siehe auch

Azol-Antimykotika, Terbinafin, Bifonazol-Harnstoff bei Nagelpilz, Ciclopirox gegen Nagelpilz, Miconazol gegen Nagelpilz, Harnstoffsalbe, Vicks VapoRub bei Nagelpilz

LiteraturAutoren

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.7.2020 geändert.
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