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Therapiedauer Pharmakodynamik

Die Therapiedauer definiert den Zeitraum, in welchem ein Arzneimittel verabreicht wird.

synonym: Behandlungsdauer

Definition und Beispiele

Die Therapie- oder Behandlungsdauer definiert den Zeitraum, in welchem ein Arzneimittel vorbeugend oder therapeutisch verabreicht wird.

Die kürzeste Therapiedauer ergibt sich bei der Einmaldosis. Dabei handelt es sich um eine einmalige Gabe eines Arzneimittels ohne Wiederholung. Ein Beispiel hierfür ist das Antimykotikum Fluconazol für die Behandlung bestimmter Pilzinfektionen (z.B. Vaginalmykose). Auch die „Pille danach“ wird einmalig eingenommen, falls kein Erbrechen auftritt. Einige Antibiotika können als Einzeldosis gegeben werden, so zum Beispiel Fosfomycin bei einer Blasenentzündung. Üblicherweise werden sie jedoch etwa zwei- bis dreimal täglich über wenige Tage bis zu zwei Wochen eingenommen.

Die Therapiedauer kann auch mehrere Wochen oder Monate betragen. Beispiele sind die Nagelpilzbehandlung mit topischen Produkten oder die Hepatitis-C-Therapie.

Viele Medikamente werden nur genommen, solange Beschwerden bestehen, also zum Beispiel hustenreizlindernde Mittel bei Reizhusten oder Schmerzmittel bei Kopfschmerzen.

Das Antiöstrogen Tamoxifen wird für die adjuvante Therapie eines Brustkrebses täglich während 5 oder 10 Jahren eingenommen.

Und schliesslich existieren auch Medikamente, die nach der Diagnose lebenslang verabreicht werden müssen, wie etwa Insuline beim Typ-1-Diabetes. Dies trifft auch auf Mittel gegen die COPD, zystische Fibrose, multiple Sklerose, Demenzerkrankungen oder die Parkinson-Krankheit zu.

Einflussfaktoren

Das Dosierungsintervall kann sich relevant unterscheiden und Stunden, eine Woche, einen Monat oder sogar nur ein Jahr betragen. Die Therapiedauer hat auch einen Einfluss auf die Therapietreue. Je kürzer sie ist, desto einfacher ist es, sich an das Therapieschema zu halten.

Die Therapiedauer muss nicht der Krankheitsdauer entsprechen. Es kann erforderlich sein, das Medikament nach dem Abklingen der Beschwerden weiter einzunehmen, um die Abheilung zu ermöglichen oder einen Rückfall zu verhindern.

Entscheidend ist dabei die Frage, ob eine Krankheit mit einem Medikament geheilt wird oder ob nur die Symptome beeinflusst werden.

Unerwünschte Wirkungen, Risiken und ein Abhängigkeitspotential können die Therapiedauer limitieren. Dies trifft zum Beispiel auf die topischen Glucocorticoide zu, welche längerfristig die Haut schädigen oder auf Schlafmittel, die süchtig machen. Mit Therapiepausen kann den Nebenwirkungen vorgebeugt werden. Auch die nicht-steroidalen Antirheumatika sollen nach Möglichkeit kurzfristig eingenommen werden. Zytostatika werden oft in Therapiezyklen eingesetzt.

Die Therapiedauer ist auch von regulatorischen Faktoren abhängig. Wurde ein Medikament in den klinischen Studien beispielsweise nur drei Monate lang untersucht, ist es möglich, dass die Behörden es nur für diese Dauer freigeben. Die Angaben zur Behandlungsdauer sollen möglichst auf klinischer Evidenz beruhen. Für die Selbstmedikation ist die Therapiedauer oft aus Sicherheitsgründen eingeschränkt. Auch kommerzielle Aspekte können eine Rolle spielen, weil die Behörden eine Vergütung über eine gewisse Dauer ausschliessen.

Schliesslich sollte regelmässig überprüft werden, ob die Fortführung einer Behandlung medizinisch gerechtfertigt ist.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 9.3.2019 geändert.
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