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Grippeimpfung Arzneimittelgruppen Impfungen

Grippeimpfstoffe werden für die jährliche Vorbeugung der saisonalen Grippe eingesetzt. Sie enthalten in der Regel Oberflächenantigene des Influenzavirus und werden in den Oberarmmuskel injiziert. Zugelassen ist auch ein Nasenspray mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff für die intranasale Anwendung. Grippeimpfstoffe führen zur Bildung schützender Antikörper. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Reaktionen an der Injektionsstelle und allgemeine Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit, Fieber, Schwäche und Kopfschmerzen. Schwere allergische Reaktionen kurz nach der Impfung sind äusserst selten.

synonym: Saisonale Grippeimpfung, Grippeimpfungen, Grippeimpfstoffe

Produkte

Grippeimpfstoffe sind in der Schweiz als Injektionspräparate von verschiedenen Anbietern im Handel. Im Jahr 2022 wurde ein Nasenspray mit einer Suspension zugelassen (Fluenz® Tetra).

Struktur und Eigenschaften

Die in der Schweiz zugelassenen Injektionspräparate enthalten inaktivierte Oberflächenantigene des Influenzavirus, Hämagglutinin und Neuraminidase, gemäss den jährlichen Empfehlungen der WHO. Da sich die Viren laufend leicht verändern, ist eine kontinuierliche Anpassung notwendig. Die Impfstoffe sind entweder trivalent (Proteine von 3 Stämmen) oder tetravalent (4 Stämme). Grippeimpfstoffe werden in der Regel aus befruchteten Hühnereiern gewonnen und sind inaktiviert. Es existieren auch zellbasierte Systeme für die Herstellung.

Der Nasenspray enthält lebende (attenuierte, abgeschwächte) Viren der Typen A und B.

Wirkungen

Die Grippeimpfung (ATC J07BB02 , ATC J07BB03 ) löst die Bildung von schützenden Antikörpern gegen Grippeviren aus, welche die Viren der entsprechenden Stämme neutralisieren und die Infektion so verhindern oder abschwächen.

Es muss beachtet werden, dass die Impfung nicht vor einer Erkältung und nicht vor Covid-19 schützt. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Immunantwort, unter anderem das Alter, eine Immunsuppression und die Arzneiform. Zudem enthält die Impfung nicht immer die richtigen Virenstämme, welche die aktuelle Grippewelle verursachen.

Indikationen

Zur aktiven Immunisierung gegen die Grippe (Influenza).

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Die Injektionspräparate werden im Herbst intramuskulär in den Oberarmmuskel verabreicht (M. deltoideus). Einige dürfen auch tief subkutan gespritzt werden, andere ausschliesslich intramuskulär. Unter keinen Umständen intravenös verabreichen!

Der Nasenspray wird intranasal und aufgeteilt auf beide Nasenöffnungen verabreicht. Die Anwendung ist einfacher und es ist keine Injektion erforderlich.

Kontraindikationen

Zu den Gegenanzeigen gehören:

Eine geeignete medizinische Behandlung und Überwachung muss verfügbar sein, falls es zu einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion kommt.

Die vollständigen Angaben zu Vorsichtsmassnahmen und Interaktionen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen der intramuskulären Impfstoffe gehören Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, Schwellung, Rötung und Verhärtung. Allgemeine Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit, Schwäche, Krankheitsgefühl, Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Schnupfen und Rachenentzündung kommen häufig vor. Weitere Nebenwirkungen sind Frösteln, Übelkeit, Unterbauchschmerzen und Gelenkschmerzen.

Diese Beschwerden verschwinden in der Regel innert einiger Tage. Selten können nach der Impfung allergische Reaktionen oder vorübergehende Blutbildstörungen (Thrombozytopenie) auftreten. Äusserst selten wird über neurologische Reaktionen berichtet (Guillain-Barré-Syndrom).

Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen des Nasensprays gehören ein verminderter Appetit, eine verstopfte Nase, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber.

Grippeimpfung und Anaphylaxie

Eine gefährliche und potentiell lebensbedrohliche Komplikation während der Impfung sind schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie eine Anaphylaxie. Sie äussert sich zum Beispiel in Beschwerden wie Atemnot, Keuchen, tiefer Blutdruck, Herzrasen, Nesselfieber und Schwellungen. Mögliche Differentialdiagnosen sind anaphylaktoide Reaktionen und vasovagale Reaktionen, die durch die Aufregung im Zusammenhang mit der Impfung entstehen.

Als mögliche Antigene kommen alle Komponenten des Produktionsprozesses in Frage, die im fertigen Produkt noch enthalten sind. Dazu gehören neben den Virusbestandteilen Hühnereiweiss, Antibiotika und Hilfsstoffe (siehe oben). Eine nachgewiesene Allergie muss nicht zwingend zu einer Anaphylaxie führen, ist gemäss der Arzneimittel-Fachinformation jedoch eine Kontraindikation. Anaphylaktische Reaktionen sind nach Impfungen im Allgemeinen extrem selten. In der Literatur wird beispielsweise die Zahl von 0.65 bis 1.5 Fällen pro 1 Million Impfdosen bei Kindern und Jugendlichen genannt (Bohlke et al., 2003). In einer anderen Publikation wird ein Anteil von 0.002% für die Grippeimpfung angegeben (Coop et al., 2007).

Trotzdem wird empfohlen, die Geimpften 15-20 Minuten zu beobachten, weil die meisten schweren Fälle in dieser Zeitspanne auftreten. Als Standardbehandlung der Anaphylaxie gilt die Verabreichung von Adrenalin. Abhängig von den Leitsymptomen werden auch Antiallergika wie Antihistaminika und Glucocorticoide sowie Beta2-Sympathomimetika, Sauerstoff und intravenös verabreichte Flüssigkeit eingesetzt. In schweren Fällen kann eine Intubation angezeigt sein.

siehe auch

Grippe

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.6.2022 geändert.
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