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Neomycin Arzneimittelgruppen Antibiotika Aminoglykoside

Neomycin ist ein bakterizides Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside, das zur lokalen Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten eingesetzt wird, zum Beispiel am Auge, im äusseren Gehörgang und auf der Haut. Die Effekte beruhen auf der Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese und einer erhöhten Zellmembranpermeabilität. Neomycin ist gegen grampositive und gramnegative Erreger wirksam. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale und allergische Reaktionen. Neomycin wird nur lokal angewandt, weil es bei einer systemischen Verabreichung das Gehör und die Nieren schädigt.

synonym: Neomycinum, Neomycini sulfas PhEur, Neomycinsulfat

Produkte

Neomycin ist in verschiedenen topisch anzuwendenden Arzneimitteln enthalten, unter anderem in Augentropfen, Augensalben, Ohrentropfen, Cremen und Salben. Dabei handelt es sich in der Regel um Kombinationspräparate. Neomycin wird oft mit Bacitracin kombiniert, da dieses nur gegen grampositive Bakterien wirksam ist.

Neomycin wurde in den 1940er-Jahren in der Gruppe um Selman Waksman an der Rutgers Universität entdeckt, die neben Streptomycin zahlreiche weitere Antibiotika identifizierte (Waksman, Lechevalier, 1949).

Struktur und Eigenschaften

Neomycin liegt in Arzneimitteln als Neomycinsulfat vor (C23H46N6O13 · x H2SO4, Mr = 615 g/mol). Dabei handelt es sich um ein Gemisch von Sulfaten verschiedener Substanzen, die beim Wachstum von bestimmten Stämmen von Streptomyces fradiae gebildet werden. Die Hauptkomponente ist Neomycin B. Neomycinsulfat liegt als weisses bis gelblich weisses, geruchloses, hygroskopisches Pulver vor, das in Wasser sehr leicht löslich ist.

Wirkungen

Neomycin (ATC D06AX04 ) hat bakterizide Eigenschaften gegen grampositive und gramnegative Erreger. Die Effekte beruhen auf der Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese und einer Erhöhung der Zellmembranpermeabilität. Neomycin wird bei oraler Gabe kaum absorbiert.

Indikationen

Zur lokalen Vorbeugung und Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten, zum Beispiel am Auge, auf der Haut und im äusseren Gehörgang.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Anwendung ist von der Arzneiform abhängig.

Kontraindikationen

Neomycin ist bei einer Überempfindlichkeit (auch gegen andere Aminoglykoside) und bei Neugeborenen kontraindiziert. Die Arzneimittel sollen nicht auf offene Wunden, bei einem offenen Gehörgang (Ototoxizität) und nicht grossflächig verabreicht werden. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Neomycin soll nicht mit systemischen Aminoglykosiden kombiniert werden. Eine weitere Wechselwirkung wurde mit neuromuskulären Blockern beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale und allergische Reaktionen (Kontaktsensibilisierung). Neomycin hat bei einer systemischen Anwendung ausgeprägte ototoxische und nephrotoxische Eigenschaften, schädigt also das Gehör und die Nieren.

siehe auch

Aminoglykoside

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 25.7.2016 geändert.
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