Vision Team Impressum Datenschutz Werben SPENDEN Newsletter Facebook

Glucocorticoid-Nasensprays Arzneimittelgruppe Glucocorticoide

Nasal verabreichte Glucocorticoide („Cortison-Nasensprays“) wirken lokal entzündungshemmend und antiallergisch. Sie werden zur Behandlung von Heuschnupfen, allergischer Rhinitis, Nasenpolypen und anderen Rhinitiden eingesetzt und sollen dazu regelmässig angewandt werden, da die Effekte verzögert eintreten. Glucocorticoid-Nasensprays sind deutlich besser verträglich als orale Glucocorticoide. Zu den unerwünschten Wirkungen gehören lokale Reaktionen wie Nasenbluten und Niesen. Das Risiko für systemische Nebenwirkungen gilt als gering.

synonym: Cortison-Nasensprays, Nasale Steroide, Nasale Glucocorticoide, Intranasale Steroide

Wirkungen

Nasale Glucocorticoide sind antiallergisch, entzündungshemmend und abschwellend, indem sie lokal die Synthese von Entzündungsmediatoren hemmen. Sie vermindern die Beschwerden der Nase wie laufende oder verstopfte Nase, Juckreiz, Niesen und Niesreiz und können sich auch positiv auf die Augensymptome wie Juckreiz, Brennen, Rötung und Tränen auswirken. Im Gegensatz zu den oralen Glucocorticoiden treten deutlich weniger unerwünschte Wirkungen auf. Glucocorticoid-Nasensprays haben einen stärkeren Effekt gegen die verstopfte Nase als Antihistaminika-Nasensprays und wirken besser gegen die nasalen Symptome. Die klinische Wirksamkeit wurde in zahlreichen Studien belegt.

Indikationen

Glucocorticoid-Nasensprays werden zur Behandlung des saisonalen und ganzjährig auftretenden allergischen Schnupfens eingesetzt. Ohne ärztliche Verordnung sind sie nur bei Heuschnupfen zugelassen; für die Selbstmedikation stehen in der Schweiz Beclometason- und Triamcinolonacetonid-Nasensprays zur Verfügung. Einige Glucocorticoid-Nasensprays sind zusätzlich zur Behandlung von Nasenpolypen, akuter Sinusitis, bei nicht-allergischer und bei vasomotorischer Rhinitis zugelassen. Sie werden auch zur Behandlung der Rhinitis medicamentosa, also bei einer Abhängigkeit von abschwellenden Nasensprays, eingesetzt.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Die Sprays werden je nach Wirkstoff ein- oder zweimal täglich verabreicht. Zuvor soll die Nase gereinigt und der Spray geschüttelt werden, da die schlecht wasserlöslichen Wirkstoffe in einer Suspension vorliegen. Es ist zudem wichtig, die Sprühdüse von der Nasenscheidewand weg nach aussen zu richten, da damit wahrscheinlich einer Septumsperforation vorgebeugt werden kann. Um einen vollen therapeutischen Effekt zu erzielen, wird eine regelmässige Anwendung empfohlen. Ein Effekt kann sich zwar schon nach kurzer Zeit einstellen, die maximale Wirkung wird aber erst nach einigen Tagen, gemäss einigen Quellen sogar erst nach Wochen erreicht. Die Arzneimittel sind für eine Langzeitanwendung geeignet und führen nicht zu einer Atrophie der Nasenschleimhaut.

Gebrauch der Nasensprays (vgl. Packungsbeilage):

Siehe auch unter Verabreichen von Nasensprays.

WirkstoffeKontraindikationen

Die Anwendung von Glucocorticoid-Nasensprays ist bei Überempfindlichkeit kontraindiziert und sollte nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit erfolgen. Da Steroide bei Kindern und Jugendlichen möglicherweise zu einer Wachstumsverzögerung führen können, sollen sie nur mit Vorsicht und wenn möglich nur kurzfristig eingesetzt werden. Bei einer Langzeitanwendung muss das Wachstum sorgfältig beobachtet werden.

Die Wirkstoffe werden in der Leber von Cytochromen (CYP) abgebaut und inaktiviert. Deshalb ist bei einer Lebererkrankung Vorsicht geboten. Starke Inhibitoren von CYP3A wie Ketoconazol können die Verfügbarkeit der Wirkstoffe erhöhen. Aufgrund der immunsuppressiven Eigenschaften sollen nasale Glucocorticoide bei Infektionen der Nase, Herpesinfektion am Auge, bakteriellen Infektionen und einer Lungentuberkulose nur mit Vorsicht oder nicht eingesetzt werden.

Interaktionen

Starke CYP3A4-Inhibitoren wie Ketoconazol können die systemische Verfügbarkeit der Glucocorticoide erhöhen, indem sie ihren Abbau in der Leber reduzieren.

Unerwünschte Wirkungen

Eine der häufigsten Nebenwirkungen der Behandlung ist eine Austrocknung und Reizung der Nasenschleimhaut mit Verkrustung und Nasenbluten. Dagegen kann eine Dosisreduktion und die Verwendung befeuchtender Salzsprays oder Nasensalben helfen. Die nasale Reizung kann möglicherweise auch auf das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid zurückgeführt werden.

Weitere mögliche unerwünschte Wirkungen sind Niesen, Niesreiz, Nasenulzerationen, eine Perforation der Nasenscheidewand, Kopfschmerzen und Überempfindlichkeitsreaktionen. Einige Sprays haben einen unangenehmen Geruch oder Geschmack.

Das Risiko für für die folgenden Nebenwirkungen wird als gering angesehen, kann aber nicht vollständig ausgeschlossen werden: Endokrine Störungen, Wachstumsverzögerung bei Kindern und Jugendlichen, Hemmung der Nebennierenrindenfunktion, Erhöhung des Augeninnendrucks, grauer Star (Katarakt). Glucocorticoid-Nasensprays führen nicht zu einer Atrophie der Nasenschleimhaut.

siehe auch

Heuschnupfen, Nasenpolypen, Rhinitis medicamentosa, Antihistaminika-Nasensprays, Verabreichen von Nasensprays

Literatur Autor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


Unterstützen Sie das PharmaWiki mit einer Spende!

© PharmaWiki 2007-2018 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.1.2018 geändert.
Impressum und Datenschutzerklärung
Produkte zu dieser Seite anzeigen