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RSV Indikationen Infektionskrankheiten

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein RNA-Virus aus der Familie der Pneumoviren, das eine Atemwegsinfektion mit Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und Fieber verursacht. Betroffen sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder. Die Infektion kann zu einer gefährlichen Bronchiolitis und einer Lungenentzündung führen und ist eine häufige Ursache für eine Krankenhauseinweisung. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen, aber auch beim Kontakt mit kontaminierten Gegenständen und Oberflächen sowie durch Körperkontakt. Für die symptomatische Therapie stehen Erkältungsmittel zur Verfügung. Im Krankenhaus wird Sauerstoff und intravenöse Flüssigkeit verabreicht. Für Risikogruppen sind für die medikamentöse Prophylaxe Antikörper zugelassen, die intramuskulär gespritzt werden.

synonym: Respiratory syncytial virus, RSV-Infektion, Respiratorisches Synzytial-Virus

Symptome

Zu den möglichen Beschwerden im Zusammenhang mit einer RSV-Infektion gehören Erkältungssymptome wie:

Das Virus kann die unteren Atemwege befallen und als Komplikationen eine Bronchiolitis und eine Lungenentzündung mit einem Sauerstoffmangel (Hypoxie) und einer Zyanose, Atemstörungen und einer raschen Atmung (Tachypnoe) auslösen. Dadurch wird eine Hospitalisation erforderlich. Die Krankheit kann im schlimmsten Fall einen tödlichen Ausgang nehmen, insbesondere beim Vorliegen von Risikofaktoren und bei einer unzureichenden Therapie. In der Schweiz sind Todesfälle aufgrund der guten Versorgung sehr selten. Zwei weitere häufige Komplikationen sind eine Mittelohrentzündung und eine Dehydratation.

Die Infektion kommt häufig bei Frühgeborenen, Säuglingen und Kleinkindern vor, aber auch bei grösseren Kindern. Die meisten Fälle werden im Spätherbst und im Winter beobachtet. Keine andere Atemwegserkrankung führt bei Kindern so häufig zu einer Krankenhauseinweisung. Im Alter von drei Jahren haben praktisch alle Kinder die Erkrankung durchgemacht. Eine Reinfektion kann jedoch auftreten, weil die Immunität unzureichend ist.

Ursachen

Die Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), ein behülltes, einsträngiges RNA-Virus aus der Familie der Pneumoviridae, das sich in den Epithelzellen (Flimmerepithel) der Atemwege vermehrt und die Zellen und das Gewebe schädigt. Das Virus wurde erstmals im Jahr 1956 bei Schimpansen mit Schnupfen entdeckt.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen, die von den Erkrankten zum Beispiel beim Niesen oder Husten ausgeschieden werden. Auch über kontaminierte Gegenstände, Oberflächen und beim Körperkontakt ist eine Ansteckung möglich. Die Inkubationszeit beträgt wenige Tage bis etwa eine Woche und die Dauer der Ansteckungsfähigkeit etwa 3 bis 8 Tage. Eine Übertragung von Menschen ohne Symptome wird ebenfalls beobachtet.

Diagnose

Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und mit Labormethoden gestellt. Das Virus kann mit einem nasopharyngealen PCR- oder einem Schnelltest nachgewiesen werden.

Bei der Diagnose müssen anderen Ursachen wie beispielsweise eine einfache Erkältung, eine Grippe, Bakterieninfektionen und Covid-19 ausgeschlossen werden. Dies ist alleine aufgrund der Symptome nicht möglich.

Nicht medikamentöse Behandlung

Die meisten Infektionen sind selbstlimitierend und gehen innert einer bis zwei Wochen von alleine vorbei. Wie bereits erwähnt, ist aber auch ein schwerer Verlauf möglich. Es wird Bettruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr empfohlen.

Medikamentöse Behandlung

Antivirale Medikamente:

Medikamente für die symptomatische medikamentöse Therapie leichter Infektionen:

Im Krankenhaus wird unter anderem Sauerstoff verabreicht und eine Intubation und Beatmung kann erforderlich sein. Flüssigkeit und Elektrolyte werden intravenös oder über eine Magensonde gespritzt. Antibiotika sind nicht gegen Viren wirksam und nur angezeigt, wenn eine Superinfektion vorliegt. Die Wirksamkeit inhalativer Glucocorticoide und Sympathomimetika wird in der Literatur unterschiedlich bewertet.

Vorbeugung

Impfstoffe befinden sich in der Entwicklungsphase, sind in der Schweiz aber noch nicht zugelassen. Sie werden entweder den Kindern oder der schwangeren Mutter verabreicht, welche die Antikörper an das Neugeborene weiter gibt.

siehe auch

Erkältung, Mittelohrentzündung

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.11.2022 geändert.
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