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Gürtelrose Indikationen Infektionskrankheiten

Die Gürtelrose ist eine virale Infektionskrankheit, die vom Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Sie entsteht durch die Reaktivierung des Virus, das meist im Kindesalter mit den Windpocken erworben wurde und jahre- bis jahrzehntelang latent in den Nervenzellen des Körpers verbleibt. Typisch für die Erkrankung ist ein entzündlicher Hautausschlag mit feinen Bläschen, die aufbrechen und verkrusten. Die Gürtelrose kann zahlreiche und schwerwiegende Komplikationen verursachen. Zwei Beispiele sind die postherpetische Neuralgie und ein Befall der Augen. Für die Behandlung werden antivirale Medikamente wie beispielsweise Aciclovir und Valaciclovir eingesetzt. Sie sollen möglichst bald nach dem Ausbruch der Symptome eingenommen werden. Für die Vorbeugung steht eine wirksame Impfung zur Verfügung.

synonym: Herpes zoster, Zoster, Shingles, Human herpes virus 3, Humanes Herpesvirus 3

Symptome

Die Gürtelrose äussert sich zunächst in Empfindungsstörungen, einem Brennen, lokalen Schmerzen und einem roten Ausschlag. Die Krankheit kann zu Beginn auch von Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und einem Krankheitsgefühl begleitet werden.

Anschliessend treten viele kleine, entzündliche Bläschen auf, die mit Flüssigkeit gefüllt sind und entlang eines Dermatoms am Rumpf, aber auch an anderen Stellen des Körpers vorkommen, zum Beispiel im Gesicht. Der Ausschlag kommt nur an einer Körperhälfte vor und kann von Juckreiz begleitet sein. Die Bläschen brechen auf, werden zu Pusteln und verkrusten. Der Ausschlag heilt innert etwa 2 bis 4 Wochen ab. Narben können auf der Haut zurückbleiben.

Die Gürtelrose kann zahlreiche, schwere und potenziell lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen. Nach dem akuten Stadium kann eine → postherpetische Neuralgie auftreten, welche einen chronischen Nervenschmerz verursacht, der die Lebensqualität negativ beeinflusst und wochen-, monate- bis jahrelang anhalten kann. Die Neuralgie steht in einem Zusammenhang mit einer Schädigung der Nervenzellen.

Weitere Komplikationen sind Augenerkrankungen und Sehstörungen bei einem Befall der Augen (Zoster opthalmicus), ein Sehverlust, neurologische Störungen, Lähmungen und Sekundärinfektionen. Eine Gürtelrose kann schliesslich auch eine Entzündung des Herzmuskels, der Lunge, der Leber und der Speiseröhre nach sich ziehen.

Ursachen

Die Ursache der Erkrankung ist eine Reaktivierung des neurotropen Varizella-Zoster-Virus (VZV), ein DNA-Virus aus der Familie der Herpesviren. Es handelt sich um dasselbe Virus, welches die Windpocken bei Kindern verursacht. Nachdem die Kinderkrankheit durchgemacht wurde, bleibt das Virus jahre- bis jahrzehntelang inaktiv in Ganglien (Nervenzellkörper) im Körper. Weil die Durchseuchung mit Windpocken sehr hoch ist (> 95 %), besteht für fast jede und jeden ein Risiko.

Die Gürtelrose tritt hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich bei älteren Menschen ab 45 bis 50 Jahren auf. Weitere Risikofaktoren sind eine Immunsuppression, Immunsuppressiva, Stress, Infektionskrankheiten und die Verabreichung von Impfstoffen (z.B. Covid-19-Impfstoffe).

Das Virus kann von den infektiösen Bläschen auf Kinder übertragen werden und bei ihnen Windpocken hervorrufen. Umgekehrt können Kinder ältere Menschen nicht mit der Gürtelrose anstecken.

Diagnose

Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand der Patientengeschichte, der körperlichen Untersuchung und des klinischen Bildes gestellt. Bei Unklarheiten stehen zusätzlich Labormethoden wie ein PCR-Test zur Verfügung.

Nicht medikamentöse BehandlungMedikamentöse Behandlung

Für die Behandlung werden Antiviralia und insbesondere die Nukleosid-Analoga eingesetzt. Sie sollen so früh wie möglich nach dem Ausbruch der Symptome verabreicht werden. Eine seltene unerwünschte Wirkung sind Nierenfunktionsstörungen. Es soll auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden:

Helicase-Primase-Inhibitoren sind in der Schweiz derzeit nicht zugelassen:

Die lokale Therapie kann die systemische ergänzen, aber nicht ersetzen:

Für die Behandlung der Schmerzen und der Neuralgie werden die folgenden Medikamente eingesetzt:

Medikamentöse Vorbeugung

Für die Vorbeugung stehen Impfstoffe zur Verfügung. Einerseits ein älterer, attenuierter Lebendimpfstoff (Zostavax®) und andererseits ein neuer, adjuvantierter Subunit-Impfstoff (Shingrix®). Aufgrund der besseren und längeren Wirksamkeit wird vom Schweizerischen Impfplan der Totimpfstoff empfohlen. Er beugt der Erkrankung und der postherpetischen Neuralgie vor. Impfreaktionen, die einen bisi zwei Tage anhalten können, treten relativ häufig auf. Also beispielsweise lokale Reaktionen, Fieber, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen.

siehe auch

Gürtelroseimpfung, Windpocken, Juckreiz, Neuropathischer Schmerz, Postherpetische Neuralgie

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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© PharmaWiki 2007-2023 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit. Der Autor dieses Artikels ist Dr. Alexander Vögtli. Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.12.2022 geändert.
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