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Cannabidiol Arzneimittelgruppen Cannabinoide

Cannabidiol (CBD) ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cannabinoide mit antikonvulsiven, neuroprotektiven und antioxidativen Eigenschaften, der zur Behandlung von Epilepsien bei Kindern eingesetzt wird. Weitere Anwendungsgebiete wie zum Beispiel psychotische Störungen und neurodegenerative Erkrankungen werden untersucht. Cannabidiol wird auch als Nahrungsmittelergänzung für verschiedene Zwecke eingesetzt, zum Beispiel als Beruhigungsmittel. Es ist ein natürlicher Inhaltsstoff des Hanfs (Cannabis sp.). Im Unterschied zu Tetrahydrocannabinol (THC) ist Cannabidiol nicht psychoaktiv und kein Betäubungsmittel. Die Mittel können peroral verabreicht werden und unterliegen als Substrat von CYP450-Isoenzymen einem hohen First-Pass-Metabolismus. In der Schweiz ist der Verkauf von Hanf mit einem hohen CBD und einem tiefen THC-Gehalt als Tabakersatzprodukt erlaubt.

synonym: Cannabidiolum, CBD

Produkte

In der Schweiz sind derzeit keine Arzneimittel zugelassen, welche ausschliesslich Cannabidiol enthalten. Der Wirkstoff ist jedoch ein Bestandteil des Cannabis-Mundsprays Sativex®, der in der Schweiz als Arzneimittel für die MS-Behandlung registriert ist und zusätzlich THC enthält.

Die orale Lösung Epidiolex® hat in den USA und in der EU den Orphan-Drug-Status und steht in den USA vor der Zulassung als Arzneimittel. Cannabidiol ist in der Schweiz bisher nicht für die Herstellung von Medikamenten zugelassen (Quelle: Swissmedic, Stand 2017).

Im Unterschied zu Tetrahydrocannabinol ist Cannabidiol kein Betäubungsmittel. Da in der Schweiz der Verkauf von Hanf mit einem THC-Gehalt von unter 1% erlaubt ist, werden Hanfblüten mit einem hohen Anteil an CBD und einem tiefen THC-Gehalt als Tabakersatzprodukte verkauft. Weitere Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel, Kosemtika und CBD-Tropfen sind verfügbar.

→ siehe auch unter Cannabidiol-Hanf

Struktur und Eigenschaften

Cannabidiol (C21H30O2, Mr = 314.5 g/mol) ist ein natürliches Cannabinoid aus dem Hanf (Cannabis sativa, Cannabis indica), das in der weiblichen Pflanze in hohen Konzentrationen enthalten ist. Cannabidiol ist ein lipophiles Molekül und wird deshalb gut im Körper und in das zentrale Nervensystem verteilt.

Wirkungen

Cannabidiol hat antiepileptische (antikonvulsive), angstlösende, neuroprotektive, antipsychotische, entzündungshemmende, antiemetische und antioxidative Eigenschaften. Im Unterschied zu Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) ist es nicht psychoaktiv (euphorisierend) und bindet nicht als Agonist an die CB1- und CB2-Rezeptoren. Cannabidiol ist ein Multi-Target Drug. Die Effekte werden auf die Interaktion mit verschiedenen Systemen zurückgeführt. Dazu gehören der ENT-Transporter, der GPR55-Rezeptor, Serotonin-Rezeptoren (5HT1A), PPAR-Rezeptoren und der TRPM8-Kanal.

AnwendungsgebieteDosierung

Gemäss der Fachinformation. CBD kann unter anderem peroral, topisch, buccal und inhalativ verabreicht werden.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Cannabidiol ist ein Substrat von CYP450-Isoenzymen und es sind entsprechende Arzneimittel-Wechselwirkungen möglich (CYP3A, CYP2C). Cannabidiol unterliegt einem hohen First-Pass-Metabolismus, bei welchem der Metabolit 7-OH-CBD entsteht.

Unerwünschte Wirkungen

Bei der Verabreichung des Epilepsiemittels Epidiolex® traten als unerwünschte Wirkungen Durchfall, Schläfrigkeit, Appetitmangel, Fieber und Erbrechen auf.

siehe auch

Cannabidiol-Hanf, Cannabis, Dronabinol, Cannabis-Mundspray

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 2.5.2018 geändert.
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