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Hautrisse an den Fingern Indikationen

Hautrisse an den Fingern sind bis in die Dermis der Haut reichende, spaltförmige Läsionen, die vor allem in der Nähe der Fingernägel auftreten. Sie lösen teils starke und pochende Schmerzen aus und können die alltäglichen Aktivitäten einschränken. Zudem besteht ein Risiko für Infektionskrankheiten. Die Hautrisse treten oft aufgrund einer Überbeanspruchung und Reizung der Haut auf, zum Beispiel durch Wasser, Putzmittel, Chemikalien, trockene Luft und Kälte. Auch Hauterkrankungen wie das Handekzem lösen häufig aus. Für die Behandlung werden unter anderem Handcremen, Fettstifte, Schutzlacke und Heilsalben verwendet. Die reizenden Auslöser sollen vermieden werden.

synonym: Fingerkuppenrhagaden, Rhagaden

Symptome

Hautrisse an den Fingern – sogenannte Rhagaden – sind tiefe, bis in die Dermis der Haut reichende, spaltförmige und oft verhornte Läsionen, die hauptsächlich in der Nähe der Fingernägel an den Fingerspitzen auftreten. Sie können auch auf dem Handrücken vorkommen.

Trotz ihrer geringen Grösse verursachen die Hautrisse teils starke, pochende Schmerzen und können die alltäglichen Aktivitäten einschränken. Kleine Blutungen werden ebenfalls beobachtet. Bei einem andauernden und mehrfachen Auftreten können sie einen relevanten Leidensdruck verursachen.

Hautrisse treten oft zusammen mit trockenen und verhornten Händen auf. Als Komplikationen können Infektionskrankheiten entstehen, weil die Risse eine Eintrittspforte für Krankheitserreger wie Bakterien darstellen.

Ursachen

Die Hautrisse entstehen, wenn trockene, unelastische oder erkrankte Haut gedehnt wird. Die Ursache für die Risse ist in der Regel eine Überbeanspruchung der Haut. Sie treten zudem häufig bei Hauterkrankungen wie dem Handekzem auf. Zu den möglichen Risikofaktoren gehören:

Die Dermis der Haut enthält Nervenendigungen, die von verschiedenen Reizen aktiviert werden und die Schmerzempfindung auslösen.

Diagnose

Einfache Hautrisse können selbst behandelt werden. Allerdings können wie bereits erwähnt gleichzeitig Hauterkrankungen wie eine allergische oder irritative Kontaktdermatitis vorliegen, die in ärztlicher oder dermatologischer Behandlung diagnostiziert werden sollen.

Behandlung

Handcremen sollten zur Vorbeugung und Behandlung mehrmals täglich verwendet werden. Sie pflegen die Haut, machen sie geschmeidig, wirken hydratisierend und fördern die Wundheilung. Verwendet werden auch Hautschutzcremen.

Beim Putzen und Arbeiten mit Wasser Handschuhe tragen. Auf Tätigkeiten, welche die Hände stark beanspruchen, vorübergehend verzichten oder diese nach Möglichkeit von einer anderen Person ausführen lassen. Milde Seifen verwenden und die Hände nicht zu häufig waschen oder desinfizieren. Im Winter einen Luftbefeuchter verwenden.

Die Hände vor dem Schlafen mit einem Fettstift behandeln und eincremen und während des Schlafens Baumwollhandschuhe tragen.

Fettstifte (z.B. Dermophil® Indien, Peru-Stick®, Tuc®) sind Zubereitungen mit einer festen Konsistenz, die aus einer lipophilen Grundlage bestehen, in welcher Wirkstoffe wie ätherische Öle, Kampfer, Perubalsam oder Lokalanästhetika enthalten sind. Fettstifte sehen aus wie grosse Lippenpomaden. Sie haben wundheilungsfördernde, hydratisierende und schmerzlindernde Eigenschaften. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören allergische Reaktionen.

Schutzlacke (z.B. Urgo® Hautrisse) oder Flüssigpflaster werden lokal mit einem Pinsel oder einem anderen Applikator aufgetragen und bilden einen wasserundurchlässigen Film auf dem Hautriss. Dies führt zu einer Schmerzlinderung, weil die Reize nicht mehr zu den Nerven gelangen. Gleichzeitig wird die Wundheilung gefördert. Abhängig von der Zusammensetzung können die Mittel beim Auftragen brennen.

Eine Alternative ist das Zusammenkleben mit Sekundenkleber. Diese Produkte wurden allerdings nicht für eine dermatologische Anwendung entwickelt und können teilweise Allergien auslösen. Sie sind nicht für eine medizinische Verwendung vorgesehen.

Mit verschiedenen Pflastern und Verbänden wird die Hautverletzung geschützt. Dazu gehören wasserfeste Pflaster, Hydrokolloide, Fingerkuppenpflaster, Fingerlinge und selbsthaftende Gazebinden.

Wundheilsalben mit Wirkstoffen wie Dexpanthenol, Calendula (Ringelblume), Hyaluronsäure oder Vitamin A können zu einer Förderung der Wundheilung beitragen (z.B. Bepanthen®, Ialugen®, Vita-Hexin®, Weleda® Calendula). Sie führen auch zu einer Hydratisierung und einer vorübergehenden Abdichtung der Hautläsion. Heilsalben können zusätzlich Desinfektionsmittel zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten enthalten.

Beim gleichzeitigen Vorliegen eines Ekzems oder von Allergien können auf ärztliche Empfehlung topische Glucocorticoide oder topische Calcineurininhibitoren aufgetragen werden. In der Phytotherapie werden dazu auch Cardiospermumsalben verwendet.

Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Nachtkerzenöl (EPO) können ausprobiert werden. Die Wirksamkeit ist nicht unbestritten.

Vorsicht: Einige der verwendeten Produkte sind allergen (z.B. Perubalsam, Kamille, Latexhandschuhe) und sollten bei einer Neigung zu Allergien vermieden werden.

siehe auch

Fettstift für die Haut

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 7.1.2019 geändert.
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