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Orexin-Rezeptor-Antagonisten Arzneimittelgruppen Schlafmittel

Orexin-Rezeptor-Antagonisten sind schlaffördernde und dämpfende Wirkstoffe aus der Gruppe der Schlafmittel für die Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen. Ihre Effekte beruhen auf dem Antagonismus an Orexin-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Orexine, die natürlichen Liganden dieser Rezeptoren, sind Peptid-Neurotransmitter, welche an der Förderung der Wachheit beteiligt sind. Die Arzneimittel werden direkt vor dem Zubettgehen eingenommen. Als häufigste mögliche unerwünschte Wirkung tritt Schläfrigkeit am folgenden Tag auf. Orexin-Rezeptor-Antagonisten sind Substrate von CYP450-Isoenzymen und sollen nicht mit zentral dämpfenden Arzneimitteln und Alkohol kombiniert werden.

synonym: ORA, SORA, DORA, Orexante

Produkte

Orexin-Rezeptor-Antagonisten sind in Form von Tabletten im Handel. Als erster Wirkstoff aus dieser Gruppe wurde in den USA im Jahr 2014 Suvorexant (Belsomra®) zugelassen. Lemborexant (Dayvigo®) folgte im Jahr 2019.

Struktur und Eigenschaften

Orexin-Rezeptor-Antagonisten zeichnen sich durch eine zentrale Ringstruktur aus, an welche auf beiden Seiten Heterozyklen gebunden sind.

Wirkungen

Orexin-Rezeptor-Antagonisten haben schlaffördernde und dämpfende Eigenschaften. Es sind Antagonisten an den Orexin-Rezeptoren OX1R und OX2R. Dabei handelt es sich um G-Protein gekoppelte Rezeptoren (GPCR).

Die Wirkstoffe blockieren die Bindung der Neuropeptide Orexin A und Orexin B, die ausschliesslich im Hypothalamus von Nervenzellen gebildet werden. Diese Peptid-Neurotransmitter sind an der Förderung und Aufrechterhaltung der Wachheit beteiligt. Sie spielen auch eine Rolle bei der Nahrungsaufnahme. Der Begriff Orexis stammt aus dem Latein und bedeutet Appetit.

Die Orexine sind Peptide mit einer Sequenzhomologie von nur 46%. Orexin A besteht aus 33 und Orexin B aus 28 Aminosäuren. Sie werden auch als Hypocretine bezeichnet.

Innerhalb der Arzneimittelgruppe werden die SORA und DORA unterschieden:

Die bisher verfügbaren Wirkstoffe sind duale Antagonisten.

Der Wirkmechanismus unterscheidet sich von den Benzodiazepinen und Z-Drugs wie Zolpidem, die mit dem GABA-A-Rezeptor interagieren.

Wirkmechanismus der Orexin-Rezeptor-Antagonisten, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWiki

Indikationen

Für die Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Tabletten werden unmittelbar vor dem Zubettgehen und maximal einmal pro Nacht eingenommen. Bei der Verabreichung mit einer Mahlzeit ist der Wirkungseintritt verzögert.

Wirkstoffe

Wirkstoffe mit einer Zulassung:

Nicht im Handel:

Missbrauch

Gemäss den durchgeführten Studien haben die Wirkstoffe wie andere Schlafmittel ein Missbrauchspotenzial als dämpfende Rauschmittel.

Kontraindikationen

Zu den Gegenanzeigen gehören:

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Die Orexin-Rezeptor-Antagonisten sind Substrate von CYP450-Isoenzymen und es sind entsprechende Interaktionen mit Inhibitoren und Induktoren möglich.

Eine Kombination mit Alkohol und zentral dämpfenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen, weil die unerwünschten Wirkungen verstärkt werden können.

Unerwünschte Wirkungen

Als häufigste mögliche unerwünschte Wirkung tritt Schläfrigkeit am folgenden Tag auf, was das Reaktionsvermögen negativ beeinflussen kann. Eine Ursache ist die relativ lange Halbwertszeit der Wirkstoffe.

Die Entstehung einer Abhängigkeit wurde in den entsprechenden Studien bisher nicht beobachtet. Dies ist ein Vorteil gegenüber vielen anderen Schlafmitteln. Orexin-Rezeptor-Antagonisten könnten sich gemäss verschiedenen Untersuchungen sogar für die Suchttherapie eignen.

siehe auch

Schlafmittel, Schlafstörungen

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 2.1.2020 geändert.
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