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Analfissur Indikationen

Eine Analfissur ist ein Riss oder Schnitt in der Haut des Analkanals. Sie äussert sich in starken Schmerzen, die vor allem während und nach der Defäkation auftreten. Oft ist frisches Blut auf dem Toilettenpapier oder auf dem Stuhl erkennbar. Zu den möglichen Ursachen gehören eine Verstopfung, Durchfall oder Traumata. Die Verletzung führt zu Schmerzen und einem Spasmus, der die Durchblutung reduziert und die Wundheilung verzögert. Deshalb kann eine Analfissur auch chronisch werden. Für die Behandlung wird die Einnahme von Ballaststoffen empfohlen. Calciumkanalblocker und Nitrate werden in Form von Cremen oder Salben aufgetragen. Sie entspannen den inneren Analsphinkter, wirken schmerzlindernd und ermöglichen die Wundheilung innert 4 bis 8 Wochen. Falls die medikamentöse Behandlung scheitert, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff durchgeführt werden.

synonym: Analriss

Symptome

Bei der Analfissur handelt es sich um einen Riss oder Schnitt in der Haut des Analkanals. Dies führt zu starken Schmerzen, die während und bis zu mehrere Stunden nach der Defäkation auftreten. Sie können lokal ausstrahlen und von einem unangenehmen Juckreiz begleitet sein. Häufig ist frisches Blut auf dem Toilettenpapier oder auf dem Stuhl erkennbar.

Ursachen

Zu den möglichen primären Ursachen gehören unter anderem ein harter Stuhlgang aufgrund einer Verstopfung, ein anhaltender Durchfall, eine Geburt, analer Geschlechtsverkehr, ein Morbus Crohn und Verletzungen.

Die Verletzung führt zu Schmerzen und zu einem Spasmus des inneren Analsphinkters. Dadurch wird der Blutfluss reduziert, was die Sauerstoffversorgung vermindert (Ischämie) und die Wundheilung verzögert. Ohne Therapie kann eine akute Analfissur deshalb chronisch werden (> 6 Wochen). Wer schon eine Analfissur hatte ist anfällig für einen Rückfall.

Diagnose

Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand der Patientengeschichte, der anorektalen Untersuchung und mit bildgebenden Verfahren gestellt. Dabei müssen verschiedene andere anorektale Erkrankungen wie beispielsweise Hämorrhoiden, Analfisteln, Abszesse oder Krebserkrankungen ausgeschlossen werden.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Für die nicht-medikamentöse Behandlung und die Vorbeugung wird die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit und eine gesunde Ernährung mit Ballaststoffen empfohlen.

Ein chirurgischer Eingriff, die sogenannte laterale interne Sphinkterotomie (LIS) wird als Mittel der zweiten Wahl durchgeführt, wenn die konservative Therapie versagt. Dabei wird ein kleiner Anteil des inneren Analsphinkters entfernt.

Medikamentöse Behandlung

Ballaststoffe wie Flohsamen, indische Flohsamenschalen und stuhlregulierende Mittel wie die Macrogole werden mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen, um das Stuhlvolumen zu erhöhen und den Stuhl weicher und gleitfähiger zu machen.

Nitrate (Nitroglycerin) und Calciumkanalblocker (Nifedipin, Diltiazem werden als Creme oder Salbe lokal aufgetragen. Die Schmerzlinderung tritt relativ rasch ein, die Wundheilung dauert aber etwa 4 bis 8 Wochen. Die Wirkstoffe entspannen den inneren Analsphinkter, erweitern die Blutgefässe, erhöhen die Durchblutung und haben schmerzlindernde und wundheilungsfördernde Eigenschaften.

Abgesehen von der Nitroglycerinsalbe (Rectogesic®) sind keine Fertigarzneimittel im Handel. Die übrigen Präparate müssen in einer Apotheke als Magistralrezeptur zubereitet werden. Trotz der lokalen Anwendung können systemische Nebenwirkungen auftreten, insbesondere Kopfschmerzen. In der Literatur wird zusätzlich L-Arginin erwähnt.

Botulinumtoxin-Injektionen in den inneren Analsphinkter zeigen eine gute Wirksamkeit, können aber zu einer Flatus- und Stuhlinkontinenz führen. Deshalb wird es meist als Mittel der zweiten Wahl verabreicht. Botulinumtoxin lähmt den inneren Analsphinkter und entspannt die glatte Muskulatur.

Lokalanästheika wie Lidocain können zur Schmerzlinderung vor dem Stuhlgang verwendet werden.

Weitere lokale Präparate wie beispielsweise Hamamelissalben oder Zinkoxidsalben können möglicherweise zu einer Besserung der Beschwerden beitragen.

siehe auch

Nitroglycerinsalbe, Nifedipincreme, Diltiazemsalbe

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 19.2.2017 geändert.
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