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Akne (Acne vulgaris)

Indikationen

Zusammenfassung

Akne vulgaris ist eine entzündliche Erkrankung der Hautanhangsgebilde, die vorwiegend die Haarfollikel und Talgdrüsen betrifft. Sie stellt eine der häufigsten Hauterkrankungen dar und tritt vor allem in der Pubertät, aber auch bei erwachsenen Personen auf. Typische Symptome sind Mitesser (Komedone), Papeln und Pusteln sowie Knoten. Die Behandlung richtet sich nach dem klinischen Erscheinungsbild sowie dem Schweregrad der Akne. Leichte bis mittelschwere Formen können durch eine lokale Therapie behandelt werden. Bei schweren Formen ist hingegen meist eine systemische Therapie notwendig.

synonym: Acne, Pickel, Hautfinnenausschlag

Definition

Akne ist eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen des Talgdrüsenapparates und der Haarfollikel, die mit Knötchen- oder Knotenbildung einhergehen. Die Hauterkrankung tritt vorwiegend in der Jugend auf und klingt in den meisten Fällen bis zum 30. Lebensjahr von alleine ab.

70 bis 90% aller Jugendlichen sind während der Pubertät von einer Acne vulgaris betroffen. Nicht alle Formen sind behandlungsbedürftig. Ungefähr 10 bis 30% der Patienten leiden jedoch an einer mittelschwerer bis schwerer Akne, die therapiert werden soll, um gegebenenfalls lange Krankheitsverläufe und Aknenarben zu vermeiden.

Symptome

Die typischen Symptome einer Akne entstehen aufgrund einer Verhornungsstörung und einer Talgdrüsenhyperplasie. Dabei sind vorwiegend talgdrüsenreiche Hautbezirke wie Gesicht, Nacken, Brust und Rücken befallen:

Akneformen

Es werden drei verschiedene Hauptformen der Acne vulgaris unterschieden:

Neben diesen Hauptformen existieren weitere Sonderformen der Acne vulgaris. Sie sind im Anhang aufgelistet.

Verlauf

In den meisten Fällen heilt die Akne bis zum 30. Lebensjahr vollständig und von selbst aus. Bei schweren Verlaufsformen ist es möglich, dass die Pickel bestehen belieben und sich Narben bilden.

Ursachen

Für die Akneentstehung spielen folgende pathogenetische Faktoren eine relevante Rolle:

Komplikationen

Risikofaktoren

Diagnose

Die Diagnose wird meist anhand des typischen Erscheinungsbildes mit fettiger Haut, Pickeln, Mitessern, Papeln und Pusteln gestellt.

Differentialdiagnose

Schwere Akneformen gehören in ärztliche Behandlung, um Komplikationen wie Narbenbildung und psychosoziale Probleme zu verhindern.

Nicht-medikamentöse Therapie

Reinigung: Die gründliche Entfettung mit einer Seife ermöglicht das Einwirken des Wirkstoffes am Zielort und stellt die Basis einer Aknetherpie dar. Für die Reinigung, Entfettung und Desinfektion eignen sich Produkte wie Lubex®, Lubexyl®, Lactacyd®, Procutol®, Antebor N®, Vichy Normaderm® oder Peelings.

Pickel und Mitesser sollen nicht ausgedrückt werden. Dadurch wird die Entzündung gefördert und damit die Abheilung verzögert. Ebenfalls wird dadurch die Bildung von Narben begünstigt.

Eine angemessene Hautpflege stellt eine wichtige Grundlage zur Prävention von Akne sowie deren Behandlung dar. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass keine Fettsalben und Wasser in Öl Kosmetika verwenden. Ebenfalls sollten die verwendeten Produkte nicht komedogen sein.

Die Einnahme von Anabolika oder anderen akneauslösenden Medikamenten soll nach Möglichkeit vermeiden werden.

Lokale medikamentöse Therapie

Die lokale (topische) Therapie eignet sich für Patienten mit nichtentzündlicher, leichter bis mittelschwerer Akne. Bei der Anwendung von topischen Aknetherapeutika sollte falls gewünscht Make-ups zur Abdeckung von Hautunreinheiten erst nach dem vollständigen Einziehen des topischen Präparats aufgetragen werden.

Retinoide modulieren die Hyperproliferation der Keratinozyten und lösen vorhandene Komedonen auf. Vorsicht: Retinoide sind aufgrund des teratogenen Effektes in der Schwangerschaft kontraindiziert! Weiter müssen die Patienten auf die phototoxische Wirkung von Tretinoin hingewiesen werden.

Topische Antibiotika wirken gegen Aknebakterien. Eine Kombination mit Benzoylperoxid oder Azelainsäure kann die Resistenzentwicklung verhindern:

Benzoylperoxid zerstört Propionibakterien durch die Oxidation von Proteinen. Es weist zusätzlich eine geringe komedolytische Wirkung auf (z.B. Aknefug®, Akneoxid®, Aknex®, Benzac®, Lubexyl®, Widmer Akne Crème Plus)

Azelainsäure wirkt gegen Bakterien sowie auch gegen die gestörte Verhornung (Skinoren®).

Salicylsäure wirkt in tiefen Konzentrationen (1-3%) komedolytisch, antimikrobiell und antientzündlich. Es ist in Reinigungsmitteln oder alkoholischen Lösungen zur Entfettung enthalten. In Konzentrationen zwischen 15-35% wird es als Peelingsubstanz zur Behandlung von Aknenarben eingesetzt.

Schwefel und Schwefelverbindungen sind zum Beispiel in den folgenden Produkten enthalten: Acne Crème Widmer®, Ektoselen®, Mesulfen (Soufrol®), Aknedoron® (ausser Handel)

Kombinationen: in Studien konnte gezeigt werden, dass durch die Kombination verschiedener Substanzen bessere Resultate erzielt werden können als mit der jeweiligen Monotherapie.

Systemische medikamentöse Therapie

Die systemische Therapie eignet sich in erster Linie für Patienten mit schweren Akneformen.

Orale Retinoide wie Isotretinoin (Roaccutan®, Generika) gelten als die wirksamsten Medikamente zur Behandlung der Akne. Sie normalisieren die Hyperkeratose und vermindern die Talgdrüsensekretion. Die Absorption oraler Retinoide wird durch die gleichzeitige Gabe von fetthaltigen Nahrungsmitteln verbessert. Die relevanteste Nebenwirkung einer Isotretinointherapie stellt die Teratogenität dar.

Tetrazykline sind wirksam gegen Aknebakterien:

Orale Kontrazeptiva: Eine Behandlung der Akne mit Sexualhormonen ist nur bei Frauen möglich. Indiziert ist diese Therapie bei Hyperandrogenisierung, Hyperandrogenämie, beim SAHA-Syndrom (Seborrhoe, Akne, Hirsutismus, androgenetische Alopezie) sowie auch bei Acne tarda. Oestrogene unterdrücken die ovarielle Androgenbildung durch eine Ovulationshemmung. Zudem wird durch eine Erhöhung des SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) die freie Testosteronkonzentration im Plasma vermindert. Einige Gestagene blockieren den Androgenrezeptor und sind so in der Lage, die Androgenwirkung zu neutralisieren. Die Kombination eines Oestrogens und Gestagens mit einer antiandrogenen Wirkkomponente wie Cyproteronacetat zeigen besonders günstige Effekte. Verwendet werden unter anderem Cyproteron (Diane 35®, Generika) und Drospirenon (Yasminelle®, YAZ®).

Glucocorticoide wie Prednison sind entzündungshemmend und können bei schwer entzündlichen Akneformen können die Narbenbildung verhindern.

Pflanzliche Therapie

Teebaumöl wirkt antiseptisch und bakterizid.

Wissenswertes

Bisher konnte der Einfluss von Nahrungsmitteln (Schokolade, Nüsse etc.) auf die Talgproduktion oder Komedogenese in keiner Studie nachgewiesen werden.

Die Rate resistenter Propionibakterien liegt je nach Land in Europa zwischen 41 und 91%. Mehrere Studien konnten eine abnehmende Wirksamkeit oraler und topischer Antibiotika bei zunehmender Resistenz von P. acnes belegen.

Anhang

Weitere Akneformen:

Literatur

Autorin

Regula Burkhard für PharmaWiki.ch


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Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 13.1.2010