Adapalen
Arzneimittelgruppen
AknemittelZusammenfassungAdapalen ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Aknemittel, der äusserlich als Crème oder Gel zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer Akne angewendet wird. Es wirkt hauptsächlich gegen Komedonen. Eine klinische Besserung der Symptome tritt erst nach 1-2 Monaten ein. Adapalen soll nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Kontakt gebracht werden und nicht auf erkrankte oder verletzte Haut aufgetragen werden. Als unerwünschte Wirkung können Hautreizungen auftreten.
synonym: Adapalenum
Produkte
Adapalen ist als Crème und Gel im Handel (Differin®). Es ist auch in Kombination mit Benzoylperoxid erhältlich (Epiduo®). Adapalen ist in der Schweiz seit 1995 zugelassen.
Struktur und Eigenschaften
Adapalen (C28H28O3, Mr = 412.52 g/mol) ist ein synthetisches Derivat der Naphthalinsäure mit Retinoidwirkung, aber ohne die typische Retinoidstruktur und mit unterschiedlichen physikochemischen Eigenschaften. Es ist im Gegensatz zu den Retinoiden chemisch stabiler, nicht lichtempfindlich, hat eine höhere Rigidität und eine höhere Lipophilie.

Wirkung
Adapalen (ATC D10AD03
) ist komedolytisch und entzündungshemmend. Es wirkt hauptsächlich gegen Komedonen (Mitesser). Es beeinflusst die Differenzierung und Keratinisierung, hemmt die Leukozyten und den Lipoxygenasemetabolismus der Archidonsäure.
Indikation
Adapalen wird eingesetzt zur äusserlichen Behandlung von Acne vulgaris, vor allem bei Komedonen-Akne. Die Crème wird bei leichter bis mittelschwerer Komedonen-Akne angewendet, das Gel, wenn zusätzlich Papeln und Pusteln vorhanden sind.
Dosierung
Adapalen wird einmal täglich nach der Reinigung der Haut am besten vor dem Zubettgehen lokal auftragen. Falls Reizungen auftreten, kann das Arzneimittel während 2 Wochen nur jeden zweiten Tag verwendet werden. Eine Besserung der Beschwerden tritt erst nach 1-2 Monaten ein.
Kontraindikationen
Adapalen ist bei Überempfindlichkeit kontraindiziert und soll nicht in die Augen, in den Mund, auf Schleimhäute, auf offene Wunden, Ekzeme und auf Sonnenbrand aufgetragen werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Anwendung abgeraten.
Interaktionen
Die Haut sollte nur mit Vorsicht starker UV-Bestrahlung ausgesetzt werden (z.B. Sonnenbaden). Auch gleichzeitig angewandte Aknemittel, stark austrocknende Substanzen oder reizende Mittel können zu einer verstärkten Reizung der Haut führen.
Unerwünschte Wirkungen
Gelegentlich werden bei der Anwendung lokale Hautreaktionen wie Trockenheit, Rötung, Wärmegefühl, Schuppung, Brennen und Juckreiz beobachtet.
siehe auch
Literatur
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