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Grauer Star Indikationen

Der Graue Star äussert sich in Sehstörungen wie zum Beispiel Verschwommensehen und Blendung und tritt hauptsächlich im Alter auf. Zugrunde liegt eine Trübung der Linse des Auges, welche das Licht nicht mehr scharf bündelt, sondern streut. Der Graue Star ist die weltweit häufigste Ursache für eine Erblindung. Die bisher einzige Behandlungsmöglichkeit ist der operative Ersatz der Linse durch eine Kunstlinse. Vor und nach dem Eingriff werden Antibiotika-, NSAR- und Glucocorticoid-Augentropfen gegen Infektionen, Schmerzen und Entzündungen eingesetzt.

synonym: Katarakt, Grauer Altersstar, Cataracta senilis, Linsentrübung

Symptome

Der Graue Star (die Katarakt) äussert sich in schmerzlosen Sehstörungen wie zum Beispiel Verschwommensehen, Lichtempfindlichkeit, Blendung, reduziertes Sehvermögen, Störungen des Farbsehens, Sehen eines Lichtschleiers und Doppeltsehen auf einem Auge. Er ist weltweit die häufigste Ursache für eine Erblindung. Die Erkrankung zeichnet sich in der Regel durch einen langsamen Verlauf über mehrere Jahre aus. Eine fortgeschrittene Katarakt ist von Auge erkennbar.

Ursachen

Die Ursache des Grauen Stars liegt in den meisten Fällen in einer altersbedingten Trübung der Linse des Auges, die im Folgenden das Licht nicht mehr scharf bündelt, sondern streut. Betroffen sind hauptsächlich Ältere, so entwickeln im 70. Altersjahr geschätzte 25% aller Menschen eine signifikante Katarakt. Je nach Lokalisation wird ein Rindenstar, ein Kernstar und ein Kapselstar unterschieden.

Neben den altersbedingten Ursachen kann ein Grauer Star auch kongenital, von intrauterinen viralen Infektionen, Mangelernährung, Vergiftungen, Medikamenten (z.B. Glucocorticoide), Strahlen, systemischen Erkrankungen (z.B. Diabetes), Augenerkrankungen und Verletzungen verursacht werden. Verschiedene Risikofaktoren, wie zum Beispiel das Rauchen, Alkohol, die Genetik und das weibliche Geschlecht sind bekannt.

Diagnose

Die Diagnose wird in augenärztlicher Behandlung gestellt. Andere Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen, sind die Kurz- oder Weitsichtigkeit, der Grüne Star, die altersabhängige Makuladegeneration und eine diabetische Retinopathie.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Die Diagnose eines Grauen Stars ist noch keine Indikation für eine Operation. Zunächst genügt noch eine bessere Beleuchung, eine korrigierte Brille oder ein Vergrösserungsglas. Erst wenn die Sehstörungen die täglichen Aktivitäten zu stark einschränken, ist ein Eingriff angezeigt. Die Operation des Grauen Stars gehört zu den am häufigsten Eingriffen, von welchen zum Beispiel in Deutschland jährlich etwa 600'000 durchgeführt werden. Dabei wird die Linse in der Regel ambulant unter Lokalanästhesie durch eine Kunstlinse ausgetauscht.

Die gängigste Methode ist die sogenannte Phakoemulsifikation, bei welcher nur ein kleiner Einschnitt von 2 mm notwendig ist, die Linse mittels Ultraschall zertrümmert und anschliessend abgesaugt wird. Die Kunstlinse ist zusammengerollt und kann durch die kleine Öffnung eingebracht werden. Komplikationen wie Blutungen, Infektionen, Netzhautablösung und Sehverlust können vorkommen, sind jedoch selten. Die Augen werden nicht gleichzeitig, sondern in einem Abstand von einigen Wochen operiert.

Medikamentöse Behandlung

Bereits einen Tag vor sowie auch nach der Operation werden NSAR-Augentropfen wie Bromfenac (Yellox®), Diclofenac-Augentropfen (Voltaren® Ophtha), Indometacin (Indophtal®), Ketorolac (Acular®) und Nepafenac (Nevanac®) zur Behandlung von Entzündungen und Schmerzen eingesetzt. Sie werden in der Regel nach Bedarf bis zu maximal 14 Tage postoperativ verabreicht und haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie während der Operation einer Verengung der Pupille (Miosis) entgegenwirken. Zur Pupillenerweiterung werden auch Mydriatika eingesetzt.

NSAR werden auch mit den entzündungshemmenden Glucocorticoid-Augentropfen kombiniert, die allerdings mit der Zeit den Augeninnendruck erhöhen können und nicht unumstritten sind. Ein Vorteil stellen hingegen die synergistischen Wirkungen dar.

Vor und nach der Operation werden Antibiotika-Augentropfen, hauptsächlich Chinolone wie Ofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin zur Vorbeugung von Infektionen und einer Endophthalmitis verabreicht. Die Anwendung erfolgt Off-Label, da diese Indikation von den Behörden offiziell nicht zugelassen ist.

Wünschenswert wäre schliesslich auch eine medikamentöse Behandlung oder Vorbeugung des Grauen Stars. Bisher fehlt allerdings der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit für die eingesetzten Präparate. Verwendet werden unter anderem Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe, Antioxidantien (z.B. Lutein) und Phytopharmaka. In der Schweiz ist sogar ein entsprechendes Präparat von den Behörden zugelassen (Catarstat® Augentropfen).

siehe auch

NSAR-Augentropfen, Glucocorticoid-Augentropfen, Antibiotika-Augentropfen, Grüner Star

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.12.2017 geändert.
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