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Rosskastanie Phytopharmaka Drogenliste

Extrakte aus den Samen der Rosskastanie Aesculus hippocastanum haben gefässabdichtende und venenstärkende Eigenschaften. Die Arzneimittel werden hauptsächlich zur innerlichen und äusserlichen Behandlung von Venenleiden eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Hämorrhoiden, Sportverletzungen und Wadenkrämpfe. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden, Überempfindlichkeitsreaktionen, Kopfschmerzen und Schwindel.

synonym: Aesculus hippocastanum, Gewöhnliche Rosskastanie

Produkte

Rosskastanien-Extrakte sind in Form von topischen Zubereitungen wie Gelen und Salben sowie als orale Formen wie Tabletten, Dragées, Kapseln, Tinkturen und Tropfen erhältlich (z.B. Aesculaforce®, Phlebostasin®, Venostasin®). Ferner sind zahlreiche Kosmetika und alternativmedizinische Produkte wie Homöopathika und Anthroposophika im Handel. Neben den Extrakten wird auch der Inhaltsstoff Aescin zu Arzneimitteln verarbeitet.

Stammpflanze

Die Gewöhnliche Rosskastanie Aesculus hippocastanum L. aus der Familie der Hippocastanaceae hat sich als Zierpflanze in weiten Teilen Europas verbreitet. Ursprünglich stammt der bis zu 35 Meter hohe Baum aus dem Balkan, dem Kaukasus und Vorderasien.

Arzneidroge

Als Arzneidroge werden hauptsächlich die frischen oder getrockneten Rosskastaniensamen, Hippocastani semen, verwendet. Seltener eingesetzt werden die Rosskastanienrinde (Hippocastani cortex), Rosskastanienblätter (Hippocastani folium) und Rosskastanienblüten (Hippocastani flos). Aus der Droge werden ethanolische Fluid- oder Trockenextrakte zubereitet, die für die weitere Verarbeitung zu den Arzneimitteln verwendet werden und in der Regel auf Triterpensaponine und Aescin standardisiert sind.

Inhaltsstoffe

Als relevanter Inhaltsstoff wird vor allem das Triterpensaponin-Gemisch Aescin angesehen. Daneben enthalten die Samen unter anderem Flavonoide, Cumarine, Gerbstoffe und Nährstoffe.

Wirkungen

In Untersuchungen mit Rosskastanien-Extrakten wurden antiexsudative, gefässabdichtende, venentonisierende, ödemprotektive, entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen nachgewiesen. Zur tatsächlichen Wirksamkeit können wir keine Aussage machen. Pittler und Ernst kommen in ihrer umfangreichen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2006 zum Schluss, dass Rosskastanien-Extrakte wahrscheinlich für die Kurzzeitbehandlung der chronisch-venösen Insuffizienz geeignet sind.

Anwendungsgebiete

Rosskastanien-Extrakte werden heute vorwiegend zur Behandlung von Venenbeschwerden eingesetzt, also bei Krampfadern, Schmerzen, Juckreiz, Schwellungen und müden Beinen. Weitere Anwendungsgebiete sind Wadenkrämpfe, Blutergüsse, Sportverletzungen, Hämorrhoiden und Hauterkrankungen.

Dosierung

Gemäss der Packungsbeilage. Die äusserlichen Mittel werden in der Regel zweimal, einige bis zu fünfmal täglich aufgetragen. Die oralen Formen werden in der Regel morgens und abends eingenommen. Die Einnahme mit den Mahlzeiten verbessert die Verträglichkeit.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Mit Antikoagulantien wie Phenprocoumon wurden Arzneimittel-Wechselwirkungen beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden bei oraler Anwendung aufgrund der schleimhautreizenden Inhaltsstoffe. Diese können durch die Einnahme mit den Mahlzeiten reduziert werden. Beim Auftreten von Hautausschlägen soll die Behandlung abgebrochen werden, da es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion handeln kann. Desweiteren werden in der Literatur Kopfschmerzen und Schwindel als mögliche Nebenwirkungen aufgeführt.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 25.3.2018 geändert.
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