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Opiumtinktur Arzneimittelgruppen Opioide

Die eingestellte Opiumtinktur ist eine flüssige Zubereitung zum Einnehmen, die mit Opium, Ethanol und Wasser hergestellt wird und auf die Opiumalkaloide Morphin und Codein standardisiert ist. Sie hat antidiarrhoische, schmerzlindernde, dämpfende, hustenreizlindernde und psychotrope Eigenschaften und ist als Arzneimittel für die Behandlung schwerer Durchfälle bei Erwachsenen als Mittel der zweiten Wahl zugelassen. Die Tropfen werden peroral verabreicht. Häufige mögliche unerwünschte Wirkungen sind unter anderem Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Verdauungstörungen, Schwitzen und Schwäche. Opium kann eine Abhängigkeit auslösen und eine Überdosis kann lebensgefährlich sein.

synonym: Opii tinctura, Opii tinctura normata PhEur

Produkte

Die Opiumtinktur wird in Apotheken hergestellt oder bei spezialisierten Lieferanten in Arzneibuchqualität bestellt (z.B. Hänseler). Seit dem Jahr 2019 ist sie auch in der Schweiz als Fertigarzneimittel zugelassen (Dropizol®, Tropfen zum Einnehmen). Opium und die Opioide unterliegen der Betäubungsmittelgesetzgebung. Opium wird schon seit Jahrtausenden medizinisch verwendet.

Struktur und Eigenschaften

Die Opiumtinktur wird aus Opium hergestellt, dem getrockneten Milchsaft des → Schlafmohns Papaver somniferum. Für die Zubereitung werden Ethanol und Wasser verwendet. Die Tinktur ist gemäss dem Arzneibuch auf die Opiumalkaloide Morphin und Codein eingestellt und hat eine rötlich braune Farbe.

Wirkungen

Die Opiumtinktur hat antidiarrhoische, schmerzlindernde, dämpfende, hustenreizlindernde und psychotrope Eigenschaften. Die Effekte beruhen auf der Bindung der Opiumalkaloide an zentrale und periphere Opioid-Rezeptoren.

Indikationen

Die Opiumtinktur ist für die Behandlung schwerer Durchfälle bei Erwachsenen als Mittel der zweiten Wahl zugelassen.

Für die Behandlung von Schmerzen, Reizhusten und weiterer Anwendungsgebiete liegt keine offizielle Zulassung vor.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Tropfen werden peroral verabreicht.

Missbrauch

Opiumtinktur kann wie die Opioide als Rauschmittel missbraucht werden.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol können die unerwünschten Wirkungen verstärken und das Risiko für eine Atemdepression erhöhen. Die Opiumtinktur soll nicht mit anderen Opioiden oder mit Opioid-Antagonisten kombiniert werden. CYP-Induktoren wie Rifampicin können die Effekte abschwächen. Der Effekt von Antihypertonika kann verstärkt werden. Verschiedene weitere Interaktionen können auftreten (siehe Fachinformation).

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören:

Opium kann eine Atemdepression verursachen. Es kann zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen. Eine Überdosis kann lebensgefährlich sein.

siehe auch

Schlafmohn, Opioide, Durchfall

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.1.2020 geändert.
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