Vision Team Impressum Datenschutz Werben SPENDEN Newsletter Facebook

Desloratadin Arzneimittelgruppen Antihistaminika

Desloratadin ist ein antiallergischer Wirkstoff aus der Gruppe der Antihistaminika der 2. Generation, der zur Behandlung von Heuschnupfen, allergischem Schnupfen und Nesselfieber eingesetzt wird. Aufgrund der langen Halbwertszeit reicht eine einmal tägliche Verabreichung aus. Desloratadin ist ein Metabolit von Loratadin (Claritine®, Generika) und ist vermutlich etwas weniger anfällig für Arzneimittel-Wechselwirkungen als die Muttersubstanz. Allerdings wird auch Desloratadin weitermetabolisiert. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Mundtrockenheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

synonym: Desloratadinum, Descarboethoxyloratadin

Produkte

Desloratadin ist in Form von Filmtabletten zu 5 mg und als Lösung im Handel (Aerius®, Generika). Es ist in der Schweiz seit dem Jahr 2001 zugelassen. Der Sirup wurde 2011 durch eine Lösung ersetzt, die zucker- und farbstofffrei ist. Die Konzentration bleibt identisch (0.5 mg/ml). Die Fixkombination mit Pseudoephedrin ist in der Schweiz bisher nicht erhältlich. Generika von Desloratadin kamen im Herbst 2012 in den Handel.

Desloratadin wurde ausgehend von Loratadin (Claritine®, Generika) entwickelt. Dabei haben auch kommerzielle Gründe eine Rolle gespielt, weil das Patent von Claritine® auslief. Desloratadin ist ein Metabolit von Loratadin und scheint weniger anfällig für Interaktionen und pharmakogenetische Unterschiede zu sein. Loratadin ist selbst ein Substrat von CYP3A4 und CYP2D6 und wird fast vollständig biotransformiert. Desloratadin ist aber metabolisch nicht inert, sondern wird weiter hydroxyliert und glucuronidiert (siehe unter Interaktionen).

Struktur und Eigenschaften

Desloratadin oder Descarboethoxyloratadin (C19H19ClN2, Mr = 310.82 g/mol) ist ein weisses Pulver, das in Wasser wenig löslich ist. Es ist der Metabolit von Loratadin, der auch bei der Einnahme von Loratadin gebildet wird.

Wirkungen

Desloratadin (ATC R06AX27 ) hat antihistamine, antiallergische und entzündungshemmende Eigenschaften. Die Effekte beruhen auf dem Antagonismus an Histamin-H1-Rezeptoren. Desloratadin verursacht weniger Müdigkeit aus als Antihistaminika der 1. Generation. Es ist nicht anticholinerg oder kardiotoxisch wie Astemizol oder Terfenadin.

Indikation

Zur symptomatischen Behandlung der allergischen Rhinitis (z.B. Heuschnupfen) und Urticaria (Nesselfieber).

Dosierung

Gemäss der Packungsbeilage. Die übliche Dosis für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren liegt bei 5 mg unabhängig von den Mahlzeiten. Das Arzneimittel kann aufgrund seiner langen Halbwertszeit von 27 Stunden einmal täglich verabreicht werden. Kindern unter 12 Jahren wird die Lösung in einer dem Alter angepassten Dosierung verabreicht.

Kontraindikationen

Desloratadin ist bei Überempfindlichkeit kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Desloratadin wird zum aktiven Metaboliten 3-Hydroxy-Desloratadin biotransformiert und glucuronidiert. Die verantwortlichen Enzyme sind bisher nicht bekannt. Es gibt Poor Metabolizer, die diesen Metaboliten nicht ausreichend bilden können. Ketoconazol, Erythromycin, Fluoxetin und Cimetidin können den Plasmaspiegel von Desloratadin und 3-Hydroxy-Desloratadin leicht erhöhen, was aber nicht als relevant angesehen wird und keine EKG-Veränderungen hervorruft.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Mundtrockenheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Sehr seltene Nebenwirkungen sind Halluzinationen, Hyperaktivität, Krampfanfälle, Schwindel, Schläfrigkeit, Herzklopfen, Schmerzen im Unterbauch, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden, Muskelschmerzen, Hautausschlag und allergische Beschwerden.

siehe auch

Loratadin, Heuschnupfen, Antihistaminika

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

Unterstützen Sie das PharmaWiki mit einer Spende!

© PharmaWiki 2007-2018 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 29.10.2014 geändert.
Impressum und Datenschutzerklärung
Produkte zu dieser Seite anzeigen