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Dengue Indikationen Infektionskrankheiten

Das Denguefieber ist eine tropische Infektionskrankheit, die von Stechmücken der Gattung Aedes übertragen wird. Sie wird vom Dengue-Virus Typ 1-4 verursacht und äussert sich in unspezifischen Symptomen wie hohes Fieber, Übelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hautausschlag. Die Erkrankung verläuft meistens gutartig und geht innert einiger Tage vorbei. In seltenen Fällen sind schwere Blutungen, Schock und ein tödlicher Ausgang möglich. Dengue kommt in tropischen und subtropischen Gebieten sehr häufig vor. In der Schweiz werden jedes Jahr einige Dutzend Fälle bei Reiserückkehrern beobachtet. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.

synonym: Denguefieber, Dengue-Virus, Siebentagefieber, Pokalfieber, Knochenbrecherfieber

Symptome

Das unkomplizierte Denguefieber äussert sich in plötzlich auftretendem und hohem Fieber, das etwa 2-7 Tage lang anhält. Dazu kommen Kopfschmerzen, Schmerzen hinter den Augen, Übelkeit, knotig-fleckiger Hautausschlag sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Weitere Beschwerden sind Flush, Juckreiz, Empfindungsstörungen, Blutungen und Petechien. Auch ein symptomloser oder milder Verlauf ist möglich. Die Infektion ist in der Regel gutartig und dauert mehrere Tage. Die Inkubationszeit liegt bei 4-10 Tagen, die Erkrankung tritt also während oder kurz nach einer Reise in betroffene Gebiete auf.

Das Denguefieber kommt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen sehr häufig vor, unter anderem in Südamerika, im Süden der USA, auf Hawaii, Kuba, in der Karibik, auf Madagaskar, in Südostasien, Australien und Afrika. Die Zahl der Infizierten wird auf viele Millionen pro Jahr geschätzt. In der Schweiz handelt es sich bei den Patienten um Reiserückkehrer. Abbildung 1 zeigt Regionen mit einem Ansteckungsrisiko und die Verbreitung von Aedes aegypti (WHO, 2008).

Komplikationen

Wenn das Fieber nach ein paar Tagen zu sinken beginnt, tritt die Erkrankung in die kritische Phase ein. Jetzt kann sich die Durchlässigkeit der Blutgefässe stark erhöhen, was aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlusts zu einem Schock, Organschäden und Kreislaufkollaps führt. Möglich sind auch schwere innere und äussere Blutungen, die einen tödlichen Ausgang nehmen können. Dieser Verlauf wird heute als schwere Dengue bezeichnet (früher: Dengue-Schock-Syndrom, Dengue-hämorrhagisches Fieber). Dabei ist speziell zu beachten, dass ein Schock auch ohne Blutungen möglich ist, wenn viel Plasma aus den Gefässen austritt.

Weitere mögliche Komplikation sind eine Hirnentzündung, sowie ein Befall von Herz und Leber. Müdigkeit und depressive Zustände können in der Rekonvaleszenzphase auftreten und mehrere Wochen andauern.

Ursachen

Die Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit dem Dengue-Virus, einem behüllten RNA-Virus aus der Familie der Flaviviren, zu denen zum Beispiel auch das FSME-Virus und das West-Nil-Virus gehören. Es sind vier Serotypen bekannt (DENV-1, 2, 3, 4). Dengue-Viren werden von Stechmücken der Gattung Aedes bei der Blutmahlzeit von Mensch zu Mensch übertragen. Der Hauptvektor ist Aedes aegypti, die Gelbfiebermücke, die tagaktiv ist, sich auch in urbanen Gegenden gut fortpflanzt und häufig in und um Wohnräume lebt. Aedes albopictus, die asiatische Tigermücke, ist ein weiterer bekannter Vektor, welcher den Ausbruch auf Hawaii im Jahr 2001 verursachte.

Diagnose

Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand des klinischen Bildes und mit Labormethoden gestellt. In der Schweiz ist vor allem bei Reiserückkehrern mit Fieber an Dengue zu denken. Aufgrund des relativ unspezifischen Krankheitsbildes sind zahlreiche Differentialdiagnosen möglich.

Vorbeugung

Es wird empfohlen, verschiedene Massnahmen für Verhütung von Insektenstichen zu treffen. Dabei muss beachtet werden, dass die Stechmücken - im Gegensatz zur Anopheles-Mücke - auch tagaktiv sind und im Haus leben können. Zu den empfohlenen Massnahmen gehören unter anderem:

Mit verschiedenen Massnahmen wird zudem versucht, die Vermehrung der Stechmücken zu unterbinden. Seit dem Jahr 2015 ist in einigen Ländern ein Impfstoff verfügbar.

Behandlung

Bisher existiert keine spezifisches antivirales Medikament. Die Behandlung ist symptomatisch. Bei einem schweren Verlauf ist eine Einweisung ins Krankenhaus erforderlich. Zur Fieber- und Schmerzbehandlung wird empfohlen Acetylsalicylsäure (Aspirin®) und andere NSAR zu meiden, da sie blutverdünnende Eigenschaften haben und die Schleimhäute reizen können. Stattdessen soll Paracetamol verwendet werden. Wichtig ist je nach Verlauf eine adäquate parenterale Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten, um dem Flüssigkeitsverlust aus den durchlässigen Gefässen entgegenzuwirken.

siehe auch

FSME, West-Nil-Virus, DEET, Chikungunya, Zika-Fieber

LiteraturAutor und Reviews

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor (AV) hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Reviews:


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.12.2017 geändert.
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