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Faulbaum Phytopharmaka Drogenliste

Zubereitungen aus der Rinde des Faulbaums (Frangula alnus) aus der Familie der Kreuzdorngewächse haben abführende Eigenschaften und werden für die kurzfristige Behandlung einer Verstopfung eingesetzt. Die Effekte beruhen auf der Stimulierung der Dickdarmbewegungen und einer Sekretion von Wasser und Elektrolyten in den Darm. Die aktiven Inhaltsstoffe sind Hydroxyanthrachinonglykoside, welche im Darm von Bakterien zu den aktiven Wirkstoffen metabolisiert werden. Die Arzneimittel werden in der Regel abends vor dem Schlafengehen eingenommen. Der Effekt tritt nach etwa 6 bis 8 Stunden ein. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsstörungen und Überempfindlichkeitsreaktionen. Die Arzneimittel können den Harn verfärben und sie werden nicht für den Dauergebrauch empfohlen.

synonym: Frangula alnus, Rhamnus frangula

Produkte

Die Arzneidroge ist als Offenware in Apotheken und Drogerien erhältlich. Des Weiteren sind verschiedene Fertigarzneimittel mit Faulbaumrindenextrakt verfügbar.

Stammpflanze

Der Faulbaum Frangula alnus aus der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) ist ein Strauch oder kleiner Baum, der auch in Europa heimisch ist. Als Synonym wird auch Rhamnus frangula verwendet.

Arzneidroge

Als Arzneidroge wird die Faulbaumrinde (Frangulae cortex) verwendet. Es handelt sich um die getrocknete, ganze oder zerkleinerte Rinde der Stämme und Zweige von Frangula alnus. Das Arzneibuch fordert einen Mindestgehalt an Glucofrangulinen. Aus der Rinde werden auch Extrakte und Pulver zubereitet.

Inhaltsstoffe

Die aktiven Inhaltsstoffe sind Hydroxyanthrachinonglykoside (Anthranoide) wie Glucofrangulin A und B sowie Frangulin A und B. Sie entstehen in dieser Form erst während der Trocknung und Lagerung oder bei der künstlichen Alterung unter Hitzeinwirkung. Des Weiteren sind Gerbstoffe in der Arzneidroge enthalten.

Wirkungen

Die Zubereitungen aus der Faulbaumrinde haben abführende Eigenschaften. Die Effekte beruhen auf der Anregung der Bewegungen des Dickdarms. Dies führt zu einer beschleunigten Passage und einer geringeren Flüssigkeitsaufnahme. Gleichzeitig wird die Sekretion von Wasser und Elektrolyten angeregt. Die Wirkstoffe sind Prodrugs und werden erst im Darm von Bakterien zu den aktiven Metaboliten biotransformiert.

AnwendungsgebieteDosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Arzneimittel werden in der Regel abends vor dem Schlafengehen eingenommen. Die Wirkung tritt nach etwa 6 bis 8 Stunden ein. Die Therapiedauer soll für die Selbstmedikation auf maximal eine bis zwei Wochen beschränkt werden.

Missbrauch

Von einem Missbrauch wird bei einer chronischen oder hochdosierten Anwendung oder bei der Verwendung als Schlankheitsmittel gesprochen.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Eine längerfristige und hochdosierte Einnahme kann zu einer Hypokaliämie führen. Diese stellt einen Risikofaktor für die Entstehung von Herzrhythmusstörungen bei der Kombination mit anderen Medikamenten wie beispielsweise Herzglykosiden und Antiarrhythmika dar.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsstörungen wie Blähungen und Bauchschmerzen sowie Überempfindlichkeitsreaktionen. Die Arzneimittel können den Harn gelb bis rotbraun verfärben und zu einer Gewöhnung führen. Bei einem regelmässigen Gebrauch oder Missbrauch können Elektrolytstörungen wie eine Hypokaliämie auftreten.

siehe auch

Amerikanischer Faulbaum (Cascararinde)

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.8.2018 geändert.
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