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Dorzolamid Arzneimittelgruppen Antiglaukomatosa Carboanhydrasehemmer

Dorzolamid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Carboanhydrasehemmer, der in Form von Augentropfen zur Behandlung eines erhöhten Augeninnendrucks eingesetzt wird. Die Wirkungen beruhen auf der Reduktion der Kammerwassersekretion durch eine selektive Hemmung der Carboanhydrase II. Die Tropfen werden dreimal täglich, in Kombination mit Timolol zweimal täglich in das Auge gegeben. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale Reaktionen am Auge, Kopfschmerzen, bitterer Gemschmack, Übelkeit, Müdigkeit und Schwäche. Überempfindlichkeitsreaktionen können selten vorkommen.

synonym: Dorzolamidum, Dorzolamidi hydrochloridum, Dorzolamidhydrochlorid

Produkte

Dorzolamid ist in Form von Augentropfen im Handel (Trusopt®). Es sind auch Fixkombinationen mit Timolol (Cosopt®) und Generika erhältlich. Dorzolamid ist in der Schweiz seit 1995 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Dorzolamid (C10H16N2O4S3, Mr = 324.4 g/mol) ist ein Sulfonamid. Es liegt in Arzneimitteln als Dorzolamidhydrochlorid vor, ein weisses, kristallines Pulver, das in Wasser löslich ist.

Wirkungen

Dorzolamid (ATC S01EC03 ) senkt den Augeninnendruck. Die selektive Hemmung der Carboanhydrase II im Ziliarkörper des Auges vermindert die Kammerwassersekretion. Daraus resultiert eine Senkung des intraokulären Drucks. Dorzolamid wird nach der lokalen Applikation in geringen Konzentrationen in den Blutkreislauf aufgenommen, wo es vor allem an die Carboanhydrase in den roten Blutkörperchen bindet. Bis es vollständig ausgeschieden ist, vergehen bis zu vier Monate.

Indikationen

Zur Behandlung des erhöhten Augeninnendruckes bei Patienten mit okulärer Hypertension und Glaukom.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Im Rahmen einer Monotherapie wird 3 mal täglich 1 Tropfen in das betroffene Auge gegeben. In Kombination mit Timolol kann auf 2 mal täglich 1 Tropfen reduziert werden. Siehe auch unter Verabreichen von Augentropfen.

Kontraindikationen

Dorzolamid ist bei Überempfindlichkeit und Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Es sind keine relevanten Arzneimittel-Wechselwirkungen bekannt. Eine Kombination mit oralen Carboanhydrasehemmern wird aufgrund möglicher additiver Effekte nicht empfohlen.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale Reaktionen am Auge wie ein Brennen, Stechen, Keratitis superficialis punctata, Tränenfluss, Bindehautentzündung, Entzündung des Augenlids, Juckreiz, Augenlidreizungen und verschwommenes Sehen. Einige dieser Reaktionen sind vermutlich auch auf das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid zurückzuführen.

Weitere häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, bitterer Geschmack, Übelkeit sowie Müdigkeit und Schwäche. Systemische Sulfonamid-Nebenwirkungen wie Überempfindlichkeitsreaktionen, Stevens-Johnson Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse können nicht ausgeschlossen werden, gelten aber als selten.

siehe auch

Grüner Star, Carboanhydrasehemmer, Verabreichen von Augentropfen

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.5.2016 geändert.
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