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Pipamperon Arzneimittelgruppen Neuroleptika Butyrphenone

Pipamperon ist ein antipsychotischer, dämpfender und schlaffördernder Wirkstoff aus der Gruppe der Neuroleptika zur Behandlung chronischer Psychosen. Es wird auch gegen Schlafstörungen und psychomotorische Erregungszustände bei älteren Menschen eingesetzt. Pipamperon gehört zur selben Arzneimittelgruppe wie Haloperidol und gilt als schwach potentes Neuroleptikum. Bei der Anwendung müssen die zahlreichen Vorsichtsmassnahmen und möglichen Interaktionen beachtet werden. Pipamperon kann sehr selten das QT-Intervall verlängern. Zu den unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem Übelkeit und Erbrechen, zentrale Störungen, Bewegungsstörungen und medikamentöser Parkinson.

synonym: Pipamperoni dihydrochloridum, Pipamperondihydrochlorid, Floropipamid, Piperonil

Produkte

Pipamperon ist in Form von Tabletten im Handel (Dipiperon®, 40 mg). Es ist in der Schweiz seit 1964 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Pipamperon (C21H30FN3O2, Mr = 375.5 g/mol) liegt in Arzneimitteln als Pipamperondihydrochlorid vor. Es ist strukturell eng mit Haloperidol verwandt, das ebenfalls zu den Butyrphenonen gehört. Die Butyrphenone stammen wie zahlreiche andere Wirkstoffe aus dem Labor von Dr. Paul Janssen, dem Gründer der Janssen Pharmaceutica.

Wirkungen

Pipamperon (ATC N05AD05 ) hat antidopaminerge, antipsychotische, beruhigende, erregungsdämpfende und schlaffördernde Eigenschaften und ist kaum anticholinerg. Es ist festzuhalten, dass die durchgeführten Studien älteren Datums sind und moderne Zulassungsstudien fehlen.

Indikationen

In der Schweiz ist Pipamperon zur Behandlung chronischer Psychosen zugelassen. In anderen Ländern ist es zur Behandlung von Schlafstörungen bei älteren Menschen und bei psychomotorischen Erregungszuständen freigegeben.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Die Dosierung erfolgt einschleichend und wird individuell angepasst. Die Einnahme ist von den Mahlzeiten unabhängig.

Kontraindikationen

Pipamperon ist bei Überempfindlichkeit, ZNS-Depression und bei Zuständen mit einer Dämpfung des zentralen Nervensystems, z.B. Koma oder Vergiftungen, kontraindiziert. Eine Anwendung bei Patienten mit Morbus Parkinson ist aufgrund der antidopaminergen Eigenschaften nicht angezeigt. Die vollständigen und umfangreichen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Die Angaben zur Biotransformation sind unvollständig. Es ist bekannt, dass Pipamperon durch oxidative N-Dealkylierung, Piperidin-Oxidation und Keton-Reduktion metabolisiert wird, was einen Metabolismus über CYPs vermuten lässt. Sehr selten wurde während der Behandlung über eine Verlängerung des QT-Intervalls berichtet. Deshalb sollte die Kombination mit anderen Wirkstoffen, welche das QT-Intervall verlängern, vermieden werden. Medikamente, die eine Hypokaliämie auslösen, zum Beispiel Diuretika, können die Entstehung einer QT-Verlängerung begünstigen.

Zentral dämpfende Arzneimittel wie zum Beispiel Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Antidepressiva, Neuroleptika, Opioide oder Alkohol können die Sedierung verstärken. Antihypertonika können den Blutdruck verstärkt senken. Pipamperon kann die Wirkung von Dopaminagonisten wie Levodopa, Bromocriptin und Lisurid aufheben. Enzyminduktoren können die Wirkungen vermindern und Pipamperon sollte nicht mit Wirkstoffen kombiniert werden, die die Krampfschwelle des Gehirns herabsetzen.

Unerwünschte Wirkungen

Eine häufige unerwünschte Wirkung ist Übelkeit, was auch zu Erbrechen und Appetitmangel führen kann. Gelegentlich kommt es zu zentralen Störungen wie zum Beispiel Müdigkeit, Schläfrigkeit (teils erwünscht), Schwindel, Depressionen und Kopfschmerzen. In Abhängigkeit von der Dosis kommt es zu extrapyramidalen Symptomen wie einem medikamentösen Parkinson und einem Drang zu motorischen Bewegungen.

Ein tiefer Blutdruck mit einem schnellen Puls und Harnverhaltung sind weitere gelegentlich auftretende Nebenwirkungen. Zu möglichen schweren Nebenwirkungen, die selten bis sehr selten auftreten, gehören das maligne neuroleptische Syndrom, Arrhythmien (Torsade de pointes), schwere Haut- und Überempfindlichkeitsreaktionen und Leberfunktionsstörungen. Die vollständige Liste aller unerwünschter Wirkungen findet sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

siehe auch

Butyrphenone

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 3.5.2015 geändert.
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