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Levodopa

Arzneimittelgruppen Antiparkinsonika

Levodopa ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antiparkinsonika, der zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung eingesetzt wird. Das Therapieziel besteht in einer Erhöhung der Dopaminkonzentration in den Basalzellen des Grosshirns. Levodopa ist die Vorstufe des Botenstoffes Dopamin, der in der schwarzen Substanz des Gehirns von dopaminergen Nervenzellen gebildet wird. Es ist ein Prodrug und kann im Gegensatz zum pharmakologisch aktiven Dopamin die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Levodopa wird immer in Kombination mit einem Decarboxylasehemmer verabreicht, um die Dopaminkonzentration im Gehirn zu erhöhen und periphere Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen zu reduzieren. Bei einer Langzeittherapie treten bei den meisten Patienten Bewegungsstörungen auf, die sich durch die Kombination mit Dopaminangonisten reduzieren lassen.

synonyme: Levodopum PhEur, DOPA, L-Dopa

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Levodopa liegt in Kombinationspräparaten zusammen mit einem peripheren Decarboxylasehemmer (Carbidopa, Benserazid) vor. Es ist in der Schweiz seit 1973 zugelassen und heute verschiedenen galenischen Formen erhältlich.

Struktur und Eigenschaften

Levodopa (C9H11NO4, Mr = 197.2 g/mol) ist eine nicht-proteinogene neutrale Aminosäure, die im Körper aus Tyrosin synthetisiert wird. Dopamin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, weshalb es als Prodrug verabreicht werden muss. Im Gehirn wird Levodopa durch Decarboxylierung in die pharmakologisch aktive Substanz Dopamin umgewandelt (Abbildung). Levodopa liegt als weisses bis schwach crèmefarbenes, kristallines Pulver vor, das in Wasser schwer löslich ist.

Wirkungen

Levodopa (ATC N04BA01 ) gleicht den Dopaminmangel im Gehirn aus, der im Fall der Parkinson-Erkrankung durch den Funktionsverlust und Untergang von dopaminergen Nervenzellen in der schwarzen Substanz des Gehirns zustande kommt.

Symptome der Parkinson-Erkankung wie verlangsamte Bewegung und Steifigkeit sprechen gut auf eine Therapie mit Levodopa an. Zittern, Sprach- und Schluckstörungen sowie eine starre Gangart sind hingegen resistent gegen eine dopaminerge Therapie.

Die Antiparkinson-Wirkung wird durch die Kombination von Levodopa mit einem Decarboxylasehemmer verstärkt. Decarboxylasehemmer können die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, was eine Hemmung der peripheren Umwandlung von Levodopa in Dopamin zur Folge hat. Diese Kombination führt dazu, dass die Dosis von Levodopa vermindert werden kann und Nebenwirkungen, die auf die periphere Bildung von Dopamin zurückgehen, reduziert werden.

Wirkmechanismus

Die Wirkungen beruhen auf der Interaktion des Dopamins mit den postsynaptischen dopaminergen Rezeptoren D1 und D2.

Indikationen

Levodopa ist zur Behandlung des Morbus Parkinson und des Restless-Legs-Syndroms zugelassen. Es darf nicht beim medikamentös ausgelösten Morbus Parkinson angewendet werden!

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Die Tagesdosis wird individuell bestimmt. Die Einnahme von Levodopa nach dem Essen kann die Wirkungsdauer verlängern und unerwünschte Wirkungen wie Störungen des Bewegungsablaufes vermindern.

Kontraindikationen

Levodopa ist bei Überempfindlichkeit, bei Patienten mit Engwinkelglaukom oder einer Melanom-Anamnese und bei gleichzeitiger Anwendung von nichtselektiven MAO-Hemmern und Metoclopramid kontraindiziert. Letzteres blockiert die Dopaminrezeptoren im Gehirn und verschlimmert so die Parkinson-Symptome. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Die gleichzeitige Einnahme einer proteinreichen Mahlzeit oder die Verabreichung von Antazida, Dopaminantagonisten (Neuroleptika) und Eisen können die Wirkungen von Levodopa vermindern.

Bei der Kombination mit MAO-A-Hemmern kann es zu einem krisenhaften Blutdruckanstieg kommen. Diese sollten zwei Wochen vor Therapiebeginn mit Levodopa abgesetzt werden. Zusammen mit blutdrucksenkenden Medikamenten kann eine orthostatische Hypotonie auftreten.

Weitere Wechselwirkungen wurden mit Phenytoin und Papaverin beschrieben, welche die Antiparkinson-Wirkungen von Levodopa abschwächen können.

Unerwünschte Wirkungen

Häufig auftretende Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Herzkreislauf-Störungen. Sie sind auf die zentralen Wirkungen von Dopamin zurückzuführen. Sie treten meistens mit der ersten Dosis auf und können mit steigender Dosierung verstärkt werden. Durch die Kombination mit Decarboxylasehemmern lassen sich diese unerwünschten Wirkungen reduzieren.

Eine mehrjährige Therapie mit Levodopa ruft häufig Wirkungsschwankungen und Störungen des Bewegungsablaufs hervor. Die ausgeprägste Form stellt dabei das On-Off-Phänomen dar, das durch wechslende Phasen von guter Beweglichkeit und völliger Starre charakterisiert ist. Es ist vermutlich auf eine nicht hinreichend konstante extrazelluläre Dopaminkonzentration in den Basalzellen zurückzuführen. Solche Wirkungsfluktuationen lassen sich mit Retardtabletten oder durch die Kombination mit Dopamin-Agonisten reduzieren.

siehe auch

Antiparkinsonika, Decarboxylasehemmer, Morbus Parkinson

Literatur

Autor und Review

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor (SG) hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Interne Review: AV

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Alle Inhalte sind werbefrei. Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 14.6.2012
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