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Mianserin Arzneimittelgruppen Antidepressiva Tetrazyklische Antidepressiva

Mianserin ist ein stimmungsaufhellender, angstlösender und dämpfender Wirkstoff aus der Gruppe der tetrazyklischen Antidepressiva zur Behandlung von Depressionen. Die Tabletten werden in der Regel einmal täglich vor dem Schlafengehen eingenommen. Die Behandlung beginnt einschleichend und das Absetzen soll ausschleichend erfolgen. Die Effekte beruhen unter anderem auf der Verstärkung der noradrenergen Neurotransmission und der Interaktion mit Serotonin-Rezeptoren. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören eine Gewichtszunahme, eine Dämpfung, Ödeme und erhöhte Leberenzyme. Mianserin ist ein Substrat von CYP3A4.

synonym: Mianserinum, Mianserini hydrochloridum PhEur, Mianserinhydrochlorid

Produkte

Mianserin ist in Form von Filmtabletten im Handel (Tolvon®, Generika). Es ist in der Schweiz seit 1981 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Mianserin (C18H20N2, Mr = 264.4 g/mol) ist strukturell und pharmakologisch eng mit Mirtazapin (Remeron®, Generika) verwandt und liegt im Arzneimittel als Mianserinhydrochlorid vor, ein Racemat und kristallines Pulver oder Kristalle, welche in Wasser wenig löslich sind. Mianserin gehört zu den Piperazinoazepinen und den tetrazyklischen Antidepressiva.

Wirkungen

Mianserin (ATC N06AX03 ) hat stimmungsaufhellende, angstlösende, dämpfende und schlaffördernde Eigenschaften. Es verstärkt die noradrenerge Neurotransmission und interagiert mit Serotonin-Rezeptoren. Es ist ein Histamin-, Alpha1- und Alpha2-Antagonist. Die maximale antidepressive Wirkung tritt verzögert innert zwei bis vier Wochen ein.

Indikationen

Zur Behandlung von Depressionen, auch in Kombination mit Angstzuständen.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Tabletten werden aufgrund der beruhigenden Eigenschaften häufig als Einzeldosis abends vor dem Schlafengehen verabreicht. Eine Aufteilung über den Tag ist jedoch auch möglich. Die Behandlung wird einschleichend begonnen und das Absetzen soll ausschleichend erfolgen, um Entzugserscheinungen vorzubeugen.

Kontraindikationen

Mianserin ist bei Überempfindlichkeit, Manie und einer schweren Lebererkrankung kontraindiziert. Es darf nicht mit MAO-Hemmern kombiniert werden. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol können die Wirkungen und unerwünschten Wirkungen verstärken. Mianserin darf nicht mit MAO-Hemmern kombiniert werden. Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Antihypertonika muss der Blutdruck überwacht werden. Mianserin ist ein Substrat von CYP3A4 und es sind entsprechende Arzneimittel-Wechselwirkungen mit Induktoren und Inhibitoren möglich. Schliesslich wurden auch Interaktionen mit Vitamin-K-Antagonisten beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören eine Gewichtszunahme, eine Dämpfung, Ödeme und erhöhte Leberenzyme. Mianserin kann selten eine Agranulozytose auslösen.

siehe auch

Mirtazapin

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.6.2017 geändert.
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