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Kurkuma Phytopharmaka Drogenliste

Die Kurkuma Curcuma longa L. aus der Familie der Ingwergewächse ist in Indien und Südostasien heimisch und wird im Ayurveda bereits seit mehreren Tausend Jahren eingesetzt. Kurkuma ist ein Hauptbestandteil des Curry-Pulvers. Als relevante Inhaltsstoffe werden die Curcuminoide und Curcumin angesehen. Kurkumapulver und Curcumin sind unter anderem gallentreibend, antioxidativ, antiseptisch, schmerzlindernd und antitumoral und können möglicherweise für zahlreiche medizinische Anwendungsgebiete eingesetzt werden. Ein Problem stellt jedoch die geringe Bioverfügbarkeit von Curcumin dar. Kurkuma und Curcumin gelten in der Literatur als gut verträglich.

synonym: Curcuma longa, Curcuma domestica, Curcuma, Gelbwurzel, Gelbwurz

Produkte

Kurkuma ist einerseits als Gewürz im Handel. Es ist nebst anderen Pflanzenteilen ein wichtiger Bestandteil des Curry-Pulvers. Kurkumawurzel, Kurkumapulver, Kapseln mit Kurkumapulver und Fertigarzneimittel sind in Apotheken und Drogerien als Nahrungsergänzungsmittel und Arzneimittel erhältlich. Curcumin, ein wichtiger Inhaltsstoff aus Kurkuma, ist bisher nicht als pharmazeutischer Wirkstoff registriert, ist jedoch zu einem Anteil von zirka 2-5% im Pulver enthalten. Der orange-gelbe Farbstoff wird auch als Zusatzstoff für Lebensmittel (E 100) und als kosmetischer Farbstoff (CI 75300) verwendet.

Stammpflanze

Die Gelbwurz Curcuma longa L. (Curcuma domestica Val.) ist ein Mitglied der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und ist in Indien und Südostasien heimisch.

Arzneidroge

Als Arzneidroge wird das Curcumarhizom, Curcumae longae rhizoma, eingesetzt. Es wird auch als Curcumawurzelstock und - botansich nicht ganz korrekt - als Curcumawurzel bezeichnet. Kurkuma wird in der indischen Medizin seit mehreren Tausend Jahren eingesetzt.

Inhaltsstoffe

Als relevante Inhaltsstoffe werden die Curcuminoide angesehen, zu denen neben Curcumin auch Demethoxycurcumin, Bisdemethoxycurcumin und Cyclocurcumin gehören (Curcumin I bis IV). Auch die Mischung wird als Curcumin bezeichnet. Curcumin I oder Diferuloylmethan (C21H20O6, Mr = 368.4 g/mol) gibt dem Gewürz seine gelbe Farbe und wird für seine Effekte verantwortlich gemacht. Es ist lipophil und deshalb wasserunlöslich, löst sich aber gut in organischen Lösungsmitteln wie zum Beispiel Ethanol. Es liegt hauptsächlich in der Enol-Form vor (Abbildung). Zu den weiteren Inhaltsstoffen gehören ätherisches Öl und Reservestoffe wie Stärke.

Wirkungen

Kurkuma und Curcumin werden unter anderem gallentreibende, antioxidative, antiseptische, schmerzlindernde, antiproliferative, zytotoxische, antitumorale, immunmodulierende und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Ein Problem stellt die schlechte Bioverfügbarkeit dar, welche auf die schlechte Wasserlöslichkeit, eine schlechte Absorption, den Metabolismus und eine rasche Elimination zurückgeführt wird. Aus diesem Grund wird auch an Curcumin-Analogen geforscht. Auch mit der Formulierung wie versucht, die Bioverfügbarkeit zu erhöhen (z.B. Longvida®, Nano-Curcumin). Das Arzneimittel übt seine Effekte also vor allem lokal im Darm aus.

Anwendungsgebiete

Kurkuma wird in Europa traditionell hauptsächlich als verdauungsförderndes Mittel und bei Störungen der Gallenwege eingesetzt. Kurkuma und Curcumin haben aufgrund ihrer vielfältigen das Potential, in zahlreichen Indikationen angewandt zu werden und wurden unter anderem zur Behandlung von Alzheimer, multipler Sklerose, allergischen Erkrankungen, Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen, Schuppenflechte, Krebserkrankungen, kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes untersucht.

Kontraindikationen

Kurkuma soll nicht bei Überempfindlichkeit, bei Gallenverschluss und bei Gallensteinen angewandt werden. Eine komplette Liste der möglichen Vorsichtsmassnahmen liegt uns nicht vor.

Interaktionen

Arzneimittel-Wechselwirkungen sind möglicherweise mit Antithrombotika wie beispielsweise Acetylsalicylsäure und Clopidogrel möglich, da Curcumin in vitro die Plättchenaggregation hemmt.

Unerwünschte Wirkungen

Kurkuma und Curcumin gelten in der Literatur als gut verträglich. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Durchfall. Zur Sicherheit können wir jedoch keine abschliessende Aussage machen.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.6.2012 geändert.
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