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Prucaloprid Arzneimittelgruppen Prokinetika Serotonin(5-HT4)-Rezeptoragonisten

Prucaloprid ist ein Prokinetikum aus der Gruppe der Serotonin(5-HT4)-Rezeptoragonisten, das als Mittel der 2. Wahl zur Behandlung der idiopathischen chronischen Verstopfung zugelassen ist. Prucaloprid fördert die Motilität des Darms und die Darmentleerung. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen. Im Gegensatz zum strukturell verwandten Cisaprid (Prepulsid®, ausser Handel) soll es nicht proarrhythmisch sein.

synonym: Prucalopridum, Prucalopridi succinas, Prucalorpridsuccinat

Produkte

Prucaloprid ist in Form von Filmtabletten im Handel (Resolor®). Es wurde in der Schweiz und in der EU im Jahr 2010 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Prucaloprid (C18H26ClN3O3, Mr = 367.87 g/mol) ist ein Dihydrobenzofurancarboxamid. Es hat strukturelle Ähnlichkeiten mit dem Prokinetikum Cisaprid (Prepulsid®, ausser Handel).

Wirkungen

Prucaloprid (ATC A03AE04 ) hat enterokinetische Eigenschaften, d.h. es fördert die Darmbewegungen und die Darmentleerung. Die Effekte beruhen auf dem selektiven und hochaffinen Agonismus an Serotonin(5-HT4)-Rezeptoren im Darm. Das strukturell ähnliche Cisaprid wurde aufgrund kardialer unerwünschter Wirkungen vom Markt genommen. In Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass Prucaloprid nicht proarrhythmisch ist und den HERG-Kaliumkanal in therapeutischen Dosen nicht inhibiert.

Indikationen

Idiopathische chronische Verstopfung bei Erwachsenen, bei welcher die bisherige Therapie mit diätetischen Massnahmen und Laxantien nicht ausreichend wirksam ist. Bei Männern liegen bisher keine ausreichenden Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit vor.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Die Tabletten können mit oder ohne Nahrung zu einem beliebigen Zeitpunkt des Tages eingenommen werden.

Kontraindikationen

Prucaloprid ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit, dialysepflichtiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Darmperforation, Verstopfung infolge einer strukturellen oder funktionellen Erkrankung der Darmwand, obstruktivem Ileus, schweren entzündlichen Erkrankungen des Darmtraktes wie beispielsweise Morbus Crohn und ulzerative Kolitis und toxisches Megakolon/Megarektum. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Das Potential für Arzneimittel-Wechselwirkungen wird als gering angesehen, weil Prucaloprid nicht mit CYP450 interagiert. Prucaloprid ist ein schwaches Substrat für P-Glykoprotein, was klinisch nicht relevant zu sein scheint. Die vollständigen Angaben zu Interaktionen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen. Häufig treten auf: Erbrechen, Dyspepsie, Rektalblutung, Flatulenz, anormale Darmgeräusche, Pollakisurie, Müdigkeit und Schwindel. Gelegentlich: Anorexie, Tremor, fühlbare Herzschläge, Fieber, Unwohlsein.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zum Hersteller und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 3.10.2018 geändert.
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