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Haloperidol Arzneimittelgruppen Neuroleptika Butyrphenone

Haloperidol ist ein antipsychotischer und antidopaminerger Wirkstoff aus der Gruppe der Neuroleptika zur Behandlung psychotischer Erkrankungen, Bewegungsstörungen und chronischer Schmerzen. Es wird oral oder als intramuskuläre Injektionslösung verabreicht. Haloperidol hat ein hohes Interaktionspotential und kann zahlreiche unerwünschte Wirkungen verursachen.

synonym: Haloperidolum PhEur, Haloperidoli decanoas PhEur, Haloperidoldecanoat

Produkte

Haloperidol ist in Form von Tabletten, Tropfen (Haldol®) und als Injektionslösung (Haldol®, Haldol® decanoas) im Handel. Es ist in der Schweiz seit dem Jahr 1960 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Haloperidol (C21H23ClFNO2, Mr = 375.9 g/mol) ist ein Derivat von Pethidin, das selbst von Atropin abgeleitet ist. Es hat strukturelle Ähnlichkeit mit Loperamid. Haloperidol liegt als weisses Pulver vor, das in Wasser praktisch unlöslich ist. Haloperidoldecanoat ist der Caprinsäureester von Haloperidol. Es ist ebenfalls als weisses Pulver, das in Wasser praktisch unlöslich ist.

Wirkungen

Haloperidol (ATC N05AD01 ) hat starke zentrale antidopaminerge und antiemetische Eigenschaften. Es ist dämpfend und schwach antihistaminerg und anticholinerg.

Wirkmechanismus der Neuroleptika, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWiki

Indikationen

Zu den Anwendungsgebieten von Haloperidol gehören:

Die Indikationen unterschieden sich abhängig von der Darreichungsform.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Dosierschema ist vom Anwendungsgebiet abhängig. Die Tabletten werden mit den Mahlzeiten und mit Flüssigkeit eingenommen. Die Injektionslösung wird intramuskulär verabreicht. Sie darf nicht intravenös gespritzt werden.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Haloperidol ist unter anderem ein Substrat von CYP3A4 und CYP2D6 und ein Inhibitor von CYP2D6. Entsprechende Interaktionen sind möglich. Bei der gleichzeitigen Gabe von Medikamenten, welche das QT-Intervall verlängern, ist Vorsicht geboten. Weitere Interaktionen sind unter anderem mit zentral dämpfenden Arzneimitteln, Sympathomimetika, Levodopa und Lithium möglich.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Bewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen), Depressionen, psychotische Störungen, erektile Dysfunktion, Gewichtszunahme oder -abnahme, Hautausschlag, tiefer Blutdruck und Sehstörungen. Haloperidol kann das QT-Intervall verlängern und selten Herzrhythmusstörungen verursachen. Zahlreiche weitere Nebenwirkungen sind möglich.

siehe auch

Butyrphenone, Pipamperon

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 17.1.2021 geändert.
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