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Fenofibrat Arzneimittelgruppen Lipidsenker Fibrate

Fenofibrat ist ein lipidsenkender Wirkstoff aus der Gruppe der Fibrate, der zur Behandlung einer Hypercholesterinämie und einer gemischten Hyperlipidämie eingesetzt wird. Die Wirkungen beruhen auf der Aktivierung der nukleären Rezeptoren PPARα. Die Kapseln werden üblicherweise einmal täglich zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden. Selten treten schwere Nebenwirkungen auf. Fenofibrat kann die Haut für Sonnenlicht empfindlich machen.

synonym: Fenofibratum PhEur, Cholini fenofibratum, Cholin-Fenofibrat

Produkte

Fenofibrat ist in Form von Kapseln im Handel (Lipanthyl®). Es ist in der Schweiz seit 1977 zugelassen. Im Jahr 2014 wurde eine Fixkombination mit Simvastatin registriert (Cholib®), siehe unter Fenofibrat Simvastatin.

Struktur und Eigenschaften

Fenofibrat (C20H21ClO4, Mr = 360.8 g/mol) liegt als weisses, kristallines Pulver vor, das in Wasser praktisch unlöslich ist. Es ist ein Benzophenon-Derivat und ein Prodrug, das im Körper zur aktiven Fenofibrinsäure metabolisiert wird. Heute wird hauptsächlich mikronisiertes Fenofibrat verwendet. In einigen Arzneimitteln ist auch die aktive → Fenofibrinsäure in Form des Cholinsalzes Cholin-Fenofibrat enthalten, ein weisses bis gelbes Pulver, das in Wasser gut löslich ist (Trilipix®).

Wirkungen

Fenofibrat (ATC C10AB11 ) hat lipidsenkende Eigenschaften. Sie senkt den Cholesterinspiegel, die Triglyceride und erhöht HDL. Die Effekte beruhen auf der Aktivierung der nukleären Rezeptoren PPARα (Peroxisome Proliferator Activated Receptors). PPAR regulieren Gene, die im Lipid- und Glucosestoffwechsel eine wichtige Rolle spielen.

Indikationen

Zur Behandlung einer schweren Hypercholesterinämie und einer gemischten Hyperlipidämie.

Dosierung

Gemäss der Fachinformationen. Die Arzneimittel werden in der Regel einmal täglich mit einer Mahlzeit eingenommen. Die gleichzeitig eingenommene Nahrung erhöht die Aufnahme in den Körper.

Kontraindikationen

Fenofibrat ist bei Überempfindlichkeit, Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz, anhaltenden Leberfunktionsstörungen, Erkrankungen der Gallenblase, vorhergegangener Photoallergie oder phototoxischer Reaktion unter Fibraten oder Ketoprofen und bei einer Pankreatitis kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Arzneimittel-Wechselwirkungen sind mit oralen Antikoagulantien, Ciclosporin, hepatotoxischen Substanzen und MAO-Hemmern möglich. Fenofibrat ist ein schwacher bis mässiger Hemmer von CYP2C19, CYP2A6 und CYP2C9.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Flatulenz sowie eine Erhöhung der Serumtransaminasen. Fenofibrat kann die Haut für UV-Strahlung empfindich machen und selten schwere Nebenwirkungen wie Muskelerkrankungen, eine Leberentzündung und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse verursachen.

siehe auch

Fibrate, Cholin-Fenofibrat, Fenofibrinsäure

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 6.4.2017 geändert.
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