Boden
RohstoffeDer Boden ist ein natürliches Gemenge, das den äussersten Teil der Erdkruste darstellt und die Lithosphäre mit der Bio- und der Atomsphäre verbindet. Er besteht aus einem mineralischen und organischen Anteil, aus unzähligen Lebewesen, Wasser und Gasen und ist für das Leben auf der Erde essenziell. In der Pharmazie werden Bestandteile des Bodens als Heilerde für die innerliche und äusserliche Anwendung verwendet.synonym: Erde, Pedosphäre
Definition und EigenschaftenDer Boden ist der äusserste Teil der Erdkruste und verbindet das Grundgestein mit der Biosphäre (Lebewesen). Er grenzt auch direkt an die Atmosphäre und hat wichtige Beziehungen zur Hydrosphäre, z.B. für die Speicherung und Reinigung des Wassers. Er ist für die Lebewesen und den Menschen von einer zentralen Bedeutung. Er wird unzähligen Organismen bevölkert, der Boden lebt.
Boden besteht hauptsächlich aus den folgenden Bestandteilen:
- Mineralien, Gesteine, Tonmineralien, Ton, Schluff, Sand, Kies, Steine (anorganisch)
- Organische Bestandteile und Verbindungen, Abbauprodukte, Kot, Humus
- Zahlreiche Lebewesen, z.B. extrem viele Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze, Pflanzen, Flechten, Würmer, Insekten, Ameisen, Spinnen, Milben, Nagetiere
- Wasser
- Gase, Luft
Dieser Bereich wird auch als Pedosphäre bezeichnet.
Die anorganischen Mineralien und Salze werden aus dem Gestein durch Verwitterung freigesetzt und gelangen so über die Pflanzen als Nahrungsmittel in die Tiere und in den Menschen. Beispiele sind Calcium, Eisen oder Silicium.
Das Gestein hat einen Einfluss auf die Flora und Fauna. So unterscheidet sich z.B. die Pflanzenarten auf Kalkstein oder auf Granit. Boden enthält Tonmineralien wie Illit, Montmorillonit oder Kaolinit, welche zu den Schichtsilikaten gehören.
Organische Verbindungen stammen von lebenden oder toten Lebewesen und ihren Produkten und Ausscheidungen, z.B. von Tieren, welche verwesen oder Blättern und Wurzeln, welche sich zersetzen (Humus). Die Pflanzen betreiben Photosynthese und binden Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Atomsphäre, das schliesslich zu einem Teil der Erde wird.
Der Boden enthält zahlreiche Poren, die mit Gasen wie Luft sowie mit Wasser gefüllt sind. Sie entstehen zum Beispiel auch durch Wurzeln und Regenwürmer. Die Bearbeitung mit schweren Maschinen komprimiert den Boden und stört unter anderem die Wasserspeicherung.
Waldboden in Graubünden, zum Vergrössern anklicken. Foto © PharmaWiki
AnwendungsgebieteBestandteile des Bodens wie Lehm oder Ton werden in der Pharmazie als Heilerde verwendet, z.B. gegen Verdauungsstörungen, Hauterkrankungen, Arthrose und Rheuma.
Unerwünschte WirkungenBoden kann Krankheitserreger wie Bakterien enthalten, die Infektionskrankheiten auslösen können. Er kann mit Pestiziden, Giftstoffen und Radioaktivität belastet sein. Uran kommt im Boden natürlich vor und wird mit dem Dünger zusätzlich zugeführt.
siehe auchHeilerde, Gesteine, Mineralien
Literatur- Fachliteratur
- Lehrbücher der Geologie
- Produkteinformation
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

