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Energy Drinks Arzneimittelgruppen Stimulantien

Energy Drinks sind coffeinhaltige Spezialgetränke, die unter anderem Zucker, Coffein, Taurin und Vitamine enthalten. Sie werden bei erhöhter körperlicher oder geistiger Anstrengung konsumiert. Für die stimulierenden Effekte sind in erster Linie das Coffein und der Zucker verantwortlich. Zu den möglichen unerwünschten Effekten gehören Nebenwirkungen des Coffeins wie Nervosität, Schlafstörungen und Abhängigkeit. Energy Drinks sind, sofern nicht künstlich gesüsst, Kalorienbomben und sollten nur zurückhaltend und nicht von Kindern oder Schwangeren eingenommen werden. Es ist ratsam, sie nicht mit Alkohol zu mischen.

synonym: Energydrinks, Red Bull®

Produkte

Energy Drinks werden in der Schweiz gesetzlich durch die Verordnung über Speziallebensmittel geregelt und gehören zu den sogenannten „coffeinhaltigen Spezialgetränken“. Dabei handelt es sich um Getränke mit einem hohen Energiewert von mindestens 45 kcal pro 100 ml, die vor allem aus Kohlenhydraten stammt und einem Coffeingehalt von mehr als 25 mg und maximal 32 mg pro 100 ml. Die Zugabe von Taurin, Glucuronolacton, Inosit, Vitaminen, Mineralstoffen und Kohlendioxid ist zulässig. Der bekannteste Energy Drink ist der 1987 in Österreich lancierte Red Bull® Energy Drink, der in der Schweiz seit 1994 zugelassen ist.

Red Bull® ist ein kohlensäurehaltiges und gesüsstes Getränk, das unter anderem Coffein, Taurin, Zucker, Traubenzucker, Glucuronolacton und Vitamine aus der B-Gruppe enthält. Daneben wurden in den vergangenen Jahren unzählige Konkurrenzprodukte und Kopien auf den Markt gebracht, zum Beispiel Ed Hardy®, Dark Dog®, Flying Horse®, Buffalo®, Trojka®, Blue Bear® oder ok.-®. Die Drinks werden üblicherweise in Dosen zu 250 ml vertrieben, es sind aber auch kleinere und grössere Dosen im Handel. Weltweit werden mehrere hundert Marken verkauft und von Red Bull® werden jährlich zirka 4 Milliarden Dosen abgesetzt. Energy Drinks sind vor allem bei Jugendlichen beliebt.

Inhaltsstoffe und Wirkungen

Neben Wasser, Kohlensäure, Zitronensäure, Säureregulatoren, Aromen und Farbstoffen zeichnen sich Energy Drinks durch pharmakologisch aktive Inhaltsstoffe aus. Für die anregenden Effekte wird in erster Linie das Coffein verantwortlich gemacht. Eine Dose Red Bull® enthält 80 mg Coffein, was einer leichten Tasse Kaffee entspricht. Coffein stimuliert das zentrale Nervensystem, fördert die Konzentration und die körperliche Leistungsfähigkeit. Taurin ist eine körpereigene Aminosulfonsäure und ist ein metabolisches Produkt der schwefelhaltigen Aminosäuren. Es kommt zum Beispiel in Meeresfrüchten und im Fleisch vor. Taurin hat zwar zahlreiche Funktionen im Stoffwechsel, aber keine stimulierende Wirkung.

Glucuronolacton ein Metabolit von Glucose und Glucuronsäure. Wir bezweifeln, dass die zugesetzten Vitamine akut leistungsfördernde Effekte haben. Energy Drinks sind, abgesehen von den künstlich gesüssten Varianten, Kalorienbomben. Eine Dose Red Bull® enthält über 27 g Zucker (11%), also mehr als 6 Stück Würfelzucker (!) Wie von anderen Soft-Drinks bekannt, wird der süsse Geschmack teilweise durch die zugesetzte Säure überdeckt.

Anwendungsgebiete

Energy Drinks werden als Stimulantien bei geistigen oder körperlichen Anstrengungen eingesetzt.

Vorsichtsmassnahmen

Die Verordnung über Speziallebensmittel schreibt vor, welche Warnhinweise auf die Drinks aufgedruckt werden müssen. Es muss darauf hingeweisen werden, dass die Getränke aufgrund des erhöhten Coffeingehalts nur in begrenzten Mengen konsumiert werden sollen und dass sie für Kinder, schwangere Frauen und koffeinempfindliche Personen (z.B. Menschen mit Herzrhythmusstörungen oder psychischen Erkrankungen) nicht geeignet sind. Energy Drinks sollen nicht mit Alkohol gemischt werden.

Über die genaue Altersgrenze herrscht keine Einigkeit. In einigen Ländern ist der Verkauf von Red Bull® an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren untersagt. Beim Konsum grosser Mengen und gleichzeitiger sportlicher Betätigung können unerwünschte Effekte nicht ausgeschlossen werden. Energy Drinks sollten deshalb nicht mit Sportlergetränken verwechselt werden, welche die verlorene Flüssigkeit und Mineralstoffe ersetzen.

Interaktionen

Aufgrund des hohen Gehalts an Coffein sollten Energy Drinks nicht oder nur mit Mass zusammen mit anderen Getränken konsumiert werden, die ebenfalls Coffein enthalten, zum Beispiel mit Cola, Kaffee, Guarana oder Schwarztee. Auch Medikamente und bestimmte Nahrungsmittel können Coffein enthalten.

Unerwünschte Wirkungen

Coffein ist psychoaktiv, kann in hohen Dosen nervös machen und Angst, Erregung, Reizbarkeit, Tremor, Schlaf-, Verhaltens-, Herz-Kreislauf-, Herzrhythmus- und Verdauungsstörungen auslösen. Das Risiko für solche Effekte ist bei Kindern erhöht, die in der Regel nicht an Coffein gewöhnt sind. Aus diesem Grund sollte es nur in verträglichen Mengen konsumiert werden. Coffein macht abhängig machen löst beim Absetzen Entzugserscheinungen wie zum Beispiel einen Coffeinentzugskopfschmerz oder Stimmungsschwankungen aus.

Die in den Drinks enthaltene Säure und der Zucker senken den pH im Mund und können die Entstehung von Karies und Zahnschäden begünstigen. Die vielen Kalorien können eine Gewichtszunahme fördern.

Die Kombination von Energy Drinks mit Alkohol, zum Beispiel mit Wodka, ist sehr populär. Eigentlich ist sie in der Schweiz gesetzlich nicht vorgesehen und jede Dose Energy Drink enthält die Warnaufschrift „Nicht mit Alkohol mischen“. Ein Grund dafür ist, dass durch das stimulierende Coffein und den süssen Geschmack der Alkohol und seine toxischen Effekte weniger wahrgenommen werden. Dadurch wird mehr getrunken, was das Risiko für Alkohol-verursachte Gesundheitsprobleme und Unfälle erhöhen kann. In der Literatur sind einige Fälle dokumentiert, in denen die Kombination mehrerer Energy Drinks mit Alkohol zum Tod führte. Paradoxerweise sind Fertigmischungen legal im Handel erhältlich.

Fazit: Energy Drinks sind aus unserer Sicht nicht schädlich, sofern sie nur gelegentlich und unter Beachtung der Vorsichtsmassnahmen konsumiert werden. Allerdings werden diese gerade von der Hauptzielgruppe, abenteuerlustigen Jugendlichen, häufig nicht berücksichtigt.

siehe auch

Saccharose (Zucker), Coffein

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 4.6.2015 geändert.
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