Dyshidrotisches Ekzem
Indikationen
DermatitisZusammenfassungDas dyshidrotische Ekzem ist eine Hauterkrankung, die an den Fingerseiten, auf den Handflächen und an den Füssen auftritt. Es bilden sich kleine, nicht gerötete Bläschen, die jucken. Im weiteren unterschiedlich schweren Verlauf heilen die Bläschen ab oder es entwickeln sich Rötungen, Schuppungen und Hauteinrisse. Die Ursache ist unklar, zahlreiche mögliche Faktoren werden diskutiert, unter anderem eine Allergie, Atopie, die Einnahme von Metallsalzen oder Stress. Die Behandlung ist schwierig, verwendet werden in erster Linie Glucocorticoide und Immunsuppressiva. Die Erkrankung inklusive der Namensgebung wird kontrovers diskutiert.
synonym: Pompholyx, Dyshidrose, Dyshidrosis, Bläschen an den Fingern, Wasserbläschen zwischen den Fingern, Dyshidrotisches Handekzem, Acute and recurrent vesicular hand dermatitis
Symptome
- Entwicklung juckender, nicht geröteter Bläschen an den Fingerseiten und auf den Handflächen. Kann auch an den Füssen auftreten; häufig symmetrisch
- Die Bläschen sind mit Oedemflüssigkeit gefüllt ("Wasserbläschen")
- Unterschiedlicher, milder bis schwerer Verlauf mit Ekzem, Rötung, Schuppung und Rhagaden und Abheilung
- Dauer 2-4 Wochen, chronisch rezidivierend
Link: Bilder bei dermis.net 
Ursachen
Die eigentliche Ursache ist unbekannt. Mögliche Faktoren werden diskutiert, einige sind umstritten:
- Atopie, Allergie: Allergische Kontaktdermatitis gegen Metalle (z.B. Nickel), zum Beispiel bei der Arbeit mit Metallen oder andere Allergene, z.B. Hygieneprodukte
- Einnahme von bestimmten Metallsalzen, insbesondere von Chrom-, Cobalt- und Nickelsalzen
- Pilze: Dermatophyten
- Stress
- Genetik
- Hyperhidrosis (Schwitzen)
- Rauchen
Komplikationen
- Superinfektionen
- Je nach Ausprägung stellt die Erkrankung eine starke Einschränkung für berufliche oder private Tätigkeiten dar
Nicht-medikamentöse Therapie
- Kalte Kompressen
- Modifikation der möglichen Risikofaktoren (v.a. Allergene identifizieren)
Medikamentöse Therapie
In ärztlicher Behandlung:
- Topische Glucocorticoide oder orale Glucocorticoide
- Immunsuppressiva wie Tacrolimus oder Pimecrolimus
- Lokale Photochemotherapie mit 8-Methoxypsoralen oder Psoralen mit langwelligem UV-A Licht
- Retinoide: Alitretinoin wurde 2009 in der Schweiz neu zur Behandlung zugelassen
In der Selbstmedikation könnten zum Beispiel ausprobiert werden:
- Topische Gerbstoffe
- Antimykotika
- Wundsalben
- Cardiospermum
Literatur
- eMedicine
- Guillet M.H. et al. A 3-year causative study of pompholyx in 120 patients. Arch Dermatol. 2007, 143(12), 1504-8 Pubmed

- Lehucher-Michel M.P. et al. Dyshidrotic eczema and occupation: a descriptive study. Contact Dermatitis, 2000, 43(4), 200-5 Pubmed

- Storrs F.J. Acute and recurrent vesicular hand dermatitis not pompholyx or dyshidrosis. Arch Dermatol, 2007,143(12), 1578-80 Pubmed



