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Tacrolimus Arzneimittelgruppen Immunsuppressiva Calcineurinhemmer

Tacrolimus ist ein immunsuppressiver Wirkstoff aus der Gruppe der Calcineurinhemmer, der zur Vorbeugung einer Transplantatabstossung und zur Behandlung von Abstossungsreaktionen eingesetzt wird. Die Wirkungen beruhen auf der Hemmung der Aktivierung von T-Lymphozyten. Die oralen Arzneimittel müssen nüchtern, 1 Stunde vor oder 2-3 Stunden nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Tacrolimus ist ein Substrat von CYP3A4 und ist anfällig für Arzneimittel-Wechselwirkungen, welche bei der Behandlung beachtet werden müssen. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Durchfall, Übelkeit, hoher Blutdruck, Schlaflosigkeit, Tremor, Kopfschmerzen, Hyperglykämie, Hyperkaliämie und eine verminderte Nierenfunktion.

synonym: Tacrolimusum, Tacrolimus monohydricum, Tacrolimus-Monohydrat, FK-506

Produkte

Tacrolimus ist in Form von Kapseln, Retardkapseln, Retardtabletten, als konzentrierte Lösung für Infusionen und als Salbe im Handel (Prograf®, Generika, Advagraf®, Protopic®, Generika). Es ist in der Schweiz seit dem Jahr 1996 zugelassen. Dieser Artikel bezieht sich auf die orale Anwendung; siehe auch unter Topisches Tacrolimus (Protopic® Salbe).

Struktur und Eigenschaften

Tacrolimus (C44H69NO12 · H2O, Mr = 822.0 g/mol) ist ein komplexes Makrolid mit einem 23-gliedrigen Ring, das vom pilzähnlichen Bakterium Streptomyces tsukubaensis gebildet wird. Es liegt in Arzneimitteln als Tacrolimus-Monohydrat vor, weisse Kristalle oder ein kristallines Pulver, das in Wasser praktisch unlöslich ist.

Wirkungen

Tacrolimus (ATC D11AX14 ) hat immunsuppressive Eigenschaften. Es hemmt die Aktivierung und die Funktion der T-Lymphozyten, der T-Helferzellen und der zytotoxischen Lymphozyten, welche für Transplantatabstossungen verantwortlich sind. Desweiteren wird die Bildung von Lymphokinen (z.B. Interleukin, Interferone) reduziert. Die Wirkungen beruhen auf der intrazellulären Bindung an FKBP-12. Der Komplex bildet an die Phosphatase Calcineurin und hemmt dadurch die Signaltransduktion und die Transkription.

Indikationen

Zur Vorbeugung der Abstossung von Leber-, Nieren- und Herztransplantaten. Zur Behandlung von Transplantatabstossungen und Abstossungsreaktionen.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die nicht-retardierten Kapseln werden zweimal täglich morgens und abends verabreicht, die Retardkapseln werden einmal täglich morgens eingenommen. Das Arzneimittel muss nüchtern, 1 Stunde vor oder 2-3 Stunden nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Retardkapseln dürfen nur an stabile Nieren- oder Lebertransplantatpatienten verabreicht werden, die zuvor mit Prograf® behandelt wurden.

Kontraindikationen

Tacrolimus ist bei Überempfindlichkeit kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Tacrolimus wird hauptsächlich von CYP3A4 metabolisiert. Entsprechende Interaktionen sind mit CYP-Inhibitoren und -Induktoren möglich. Inhibitoren können zu einem Anstieg und zu unerwünschten Wirkungen führen, Inhibitoren können im schlimmsten Fall eine Abstossung des Transplantats bewirken. Deshalb ist die Beachtung der Arzneimittel-Wechselwirkungen während der Therapie von zentraler Bedeutung. Weitere Interaktionen sind aufgrund der hohen Proteinbindung sowie mit nephro- und neurotoxischen Substanzen, Ciclosporin, Kalium, Impfstoffen und Pentobarbital und Phenazon beschrieben worden.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Durchfall, Übelkeit, hoher Blutdruck, Schlaflosigkeit, Tremor, Kopfschmerzen, Hyperglykämie, Glukoseintoleranz, Diabetes mellitus, Hyperkaliämie und eine verminderte Nierenfunktion. Immunsuppressiva erhöhen das Risiko, an Infektionen und bösartigen Tumoren zu erkranken. Tacrolimus ist nephrotoxisch und neurotoxisch. Zahlreiche weitere Nebenwirkungen werden beobachtet.

siehe auch

Topisches Tacrolimus, Sirolimus

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.2.2018 geändert.
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