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Teilbarkeit von Tabletten Darreichungsformen Tabletten

Das Teilen von Tabletten ist alltägliche Praxis. Aber ist es auch sinnvoll? Welche Tabletten sind dafür geeignet? Und welche Schwierigkeiten können auftreten?Flexible Dosierung

Durch das Teilen kann die fixe Dosis von Tabletten verändert werden, was die Flexibilität erhöht. Denn für Kinder, für Patienten mit einer Niereninsuffizienz, bei Arzneimittelwechselwirkungen oder einem veränderten Arzneistoffmetabolismus kann eine Dosisreduktion erforderlich sein.

Tabletten werden auch aus ökonomischen Gründen geteilt. So kann beispielsweise die Therapiedauer bei einer Halbierung verdoppelt werden. Sind die Tabletten mit der höheren Dosis günstiger, lassen sich die Gesundheitskosten senken.

Das Teilen ist für einige Medikamente wie zum Beispiel Antidepressiva oder Antiepileptika auch bei der Dosiseinstellung zu Therapiebeginn wichtig. Es wird mit einer tiefen Dosis begonnen, die langsam erhöht wird. Geläufig ist es umgekehrt auch beim Absetzen, damit keine Entzugssymptome auftreten.

Zudem können höhere Dosen erzielt werden (z.B. 50 mg + 25 mg = 75 mg). Und schliesslich kann dadurch das Schlucken erleichtert werden, indem zwei kleinere Hälften verabreicht werden.

Bruchrillen und Bruchkerben

Teilbare Tabletten weisen oft eine Bruchrille oder Bruchkerbe auf. Üblicherweise sind sie einmal teilbar, wodurch zwei Hälften mit der jeweils halben Dosis entstehen. Es existieren Medikamente mit zwei Bruchrillen, welche in Viertel (X) oder Drittel ( / / ) zerbrochen werden können.

Eine Besonderheit ist die sogenannte Zierbruchrille. Sie ist nur aus dekorativen Gründen vorhanden (!) Dieser Umstand ist den meisten Patienten unbekannt und muss von den Fachpersonen erläutert werden. Und die Teilbarkeit einiger Arzneiformen ist nur dafür vorgesehen, das Schlucken zu erleichtern – nicht jedoch für die Halbierung der Wirkstoffmenge.

Das Vorhandensein einer Bruchrille oder -kerbe ist keine notwendige Voraussetzung für die Teilbarkeit. Es führt aber zu besseren Resultaten.

Welche Tabletten sind teilbar, welche nicht?

Tabletten mit einer speziellen Galenik, wie retardierte oder magensaftresistente Tabletten oder Mantel- und Zweischichttabletten, sind in der Regel nicht teilbar, weil dabei der spezielle Aufbau verloren geht.

Bei Filmtabletten wird der schützende und abschliessende Überzug entlang der Bruchstelle entfernt. Dadurch kann ein unangenehmer Geschmack der Inhaltsstoffe wahrgenommen werden.

Vorsicht: Medikamente mit teratogenen, zytotoxischen, immunsuppressiven, mutagenen, lichtempfindlichen, tiefdosierten oder reizenden Wirkstoffen sollen von den Patienten nicht geteilt werden. Auch für Dragées und Medikamente mit einer engen therapeutischen Breite wird es nicht empfohlen.

Informationen zur Teilbarkeit

Wo finden sich Informationen zur Teilbarkeit? Die Patientinnen und Patienten sollen sich an ihre Apotheke oder ihren Arzt wenden. Fachpersonen stehen folgende Informationsquellen zur Verfügung:

Das Aussehen der Tablette kann zwar einen Hinweis geben, eine abschliessende Beurteilung ermöglicht es jedoch nicht.

Probleme beim Teilen

Das Teilen kann Probleme verursachen und wird in der Literatur auch kritisch diskutiert.

Es können zwei ungleiche Hälften mit einer entsprechenden Dosisvariation entstehen (bis 20%). Die Tabletten können zerbröckeln und Stücke können verloren gehen.

Das Teilen kann vor allem älteren Menschen, Patienten mit einer Behinderung oder einer Erkrankung (z.B. rheumatoide Arthritis, Parkinson) Schwierigkeiten bereiten, denn es erfordert eine gewisse Handfertigkeit.

Bei der Aufbewahrung können die Hälften Wasser aufnehmen, sich weiter fragmentieren und die Wirk- und Hilfsstoffe können durch den Sauerstoff oder Licht abgebaut werden. Dadurch kann die Pharmakokinetik und die Wirksamkeit beeinflusst werden. Es ist bekannt, dass viele Patienten, Pflegende oder Angehörige Tabletten auf Vorrat teilen.

Die Medikamente können bei unzureichenden hygienischen Bedingungen kontaminiert werden. Und schliesslich kann von geteilten Tabletten eine Gefährdung ausgehen.

Mögliche Lösungen:

Kleine Dosisvariationen spielen für die klinische Wirksamkeit in der Regel keine Rolle. Je kleiner und ungleichförmiger die Tablette und je kleiner die Dosis, desto grösser sind jedoch die Unterschiede. Deshalb wird bei tiefen Dosen und einer geringen therapeutischen Breite eine Halbierung nicht empfohlen (z.B. Digoxin, Levothyroxin).

Zusammenfassungsiehe auch

Tabletten

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 29.8.2018 geändert.
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