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Salmcalcitonin Arzneimittelgruppen Calcitonin-Rezeptor-Agonisten (Schilddrüsenhormone)

Salmcalcitonin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Calcitonin-Rezeptor-Agonisten mit knochenstabilisierenden und schmerzlindernden Eigenschaften. Es wird unter anderem zur kurzfristigen Osteoporoseprävention bei einem akuten Knochenschwund, beim Morbus Paget und bei erhöhten Calciumkonzentrationen im Blut eingesetzt. Neben der Injektionslösung steht auch ein Nasenspray zur Verfügung, der eine Aufnahme des Wirkstoffs über die Nasenschleimhaut in den Blutkreislauf ermöglicht. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören beim Nasenspray lokale Beschwerden in der Nase.

synonym: Calcitoninum salmonis PhEur, Calcitonin vom Lachs

Produkte

Salmcalcitonin ist als Nasenspray und Injektionslösung im Handel (Miacalcic®). Es ist in der Schweiz seit 1976 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Im Arzneimittel ist nicht das humane Schilddrüsenhormon Calcitonin enthalten, sondern Calcitonin vom Lachs, das auch als Salmcalcitonin bezeichnet wird. Es handelt sich um ein synthetisches Polypeptid, das aus 32 Aminosäuren besteht (C145H240N44O48S2, Mr = 3432 g/mol).

Es liegt als weisses Pulver vor, welches in Wasser leicht löslich ist. Im Unterschied zu Calcitonin von Säugetieren hat Salmcalcitonin eine höhere Bindungsaffinität und eine längere Wirkdauer. Es hat die folgende Sequenz, die sich an 16 Positionen von humanem Calcitonin unterscheidet:

Cys-Ser-Asn-Leu-Ser-Thr-Cys-Val-Leu-Gly-Lys-Leu-Ser-Gln-Glu-Leu-His-Lys-Leu-Gln-Thr-Tyr-Pro-Arg-Thr-Asn-Thr-Gly-Ser-Gly-Thr-Pro

Wirkungen

Salmcalcitonin (ATC H05BA01 ) hat knochenstabilisierende und schmerzlindernde Eigenschaften und senkt die erhöhten Calciumkonzentrationen. Die Effekte beruhen hauptsächlich auf der Hemmung der Aktivität der Osteoklasten. Salmcalcitonin reduziert die Knochenresorption und und normalisiert den Knochenumsatz.

Indikationen

Zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose ist Salmcalcitonin seit dem Jahr 2013 in der Schweiz nicht mehr indiziert. Dies weil bei der Auswertung klinischer Studien eine geringe Erhöhung des Auftretens maligner Erkrankungen bei langfristigem Einsatz gefunden wurde.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Bei der intranasalen Anwendung gelangt der Wirkstoff über die Nasenschleimhaut in den Blutkreislauf. Falls mehrere Sprühstösse verordnet sind, werden sie abwechslungsweise in beide Nasenöffnungen verabreicht.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Calcitonin kann die Plasmakonzentration von Lithium reduzieren.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören beim Nasenspray lokale Beschwerden wie zum Beispiel eine verstopfte Nase, eine Entzündung der Nasenschleimhaut, eine trockene Nase, Nasenbluten und Reizungen. Weitere häufige Nebenwirkungen sind:

siehe auch

Osteoporose

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.2.2020 geändert.
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