Vision Team Impressum Datenschutz Werben SPENDEN Newsletter Facebook

Remifentanil Arzneimittelgruppen Opioide

Remifentanil ist ein potenter Wirkstoff aus der Gruppe der Opioide mit schmerzlindernden und sedierenden Eigenschaften. Es wird für die Schmerzlinderung und Sedierung im Rahmen chirurgischer Eingriffe und in der Intensivpflege angewandt. Remifentanil ist ein „Soft Drug“: Es hat einen schnellen und vorhersehbaren Wirkungseintritt und eine kurze Wirkungsdauer. Da es von unspezifischen Esterasen abgebaut wird, kann es auch bei Organversagen angewandt werden. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören wie bei anderen Opioiden tiefer Blutdruck, langsamer Puls und Atemdepression.

synonym: Remifentanilum, Remifentanili hydrochloridum, Remifentanilhydrochlorid

Produkte

Remifentanil ist als Lyophilisat im Handel (Ultiva®, Generika). Es ist in der Schweiz seit 1996 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Remifentanil (C20H28N2O5, Mr = 376.4 g/mol) liegt in Arzneimitteln als Remifentanilhydrochlorid vor, ein weisses Pulver. Der Wirkstoff wird in vivo schnell von unspezifischen Esterasen zur relativ inaktiven Remifentanilsäure hydrolysiert und ist deshalb auch bei Organversagen einsetzbar. Remifentanil ist strukturell mit Fentanyl verwandt und ist ein 4-Anilidopiperidin wie Alfentanil und Sufentanil.

Wirkungen

Remifentanil (ATC N01AH06 ) hat schmerzlindernde und sedierende Eigenschaften. Es ist ein selektiver µ-Opioid-Agonist mit schnellem und vorhersehbarem Wirkungseintritt (ca. 1 Minute) und sehr kurzer Wirkungsdauer. Die Halbwertszeit beträgt nur 3–10 Minuten. Die Effekte können mit Opioid-Antagonisten wie Naloxon aufgehoben werden. Aufgrund seiner pharmakokinetischen Eigenschaften kann Remifentanil als Soft Drug bezeichnet werden.

IndikationenDosierung

Gemäss der Fachinformation. Remifentanil wird intravenös verabreicht.

Kontraindikationen

Remifentanil darf nicht bei Überempfindlichkeit angewandt werden. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Arzneimittel-Wechselwirkungen wurden mit Anästhetika, Benzodiazepinen, zentral dämpfenden Wirkstoffen und kardiodepressiven Substanzen (Betablocker, Calciumkanalblocker) beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Muskelstarre der Skelettmuskulatur, Kardiodepression (tiefer Blutdruck, langsamer Puls), Übelkeit, Erbrechen, akute Atemdepression, Apnoe, Juckreiz, Zittern nach der Operation und Verstopfung.

siehe auch

Fentanyl, Sufentanil, Alfentanil, Opioide

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

Unterstützen Sie das PharmaWiki mit einer Spende!

© PharmaWiki 2007-2018 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.4.2017 geändert.
Impressum und Datenschutzerklärung
Produkte zu dieser Seite anzeigen