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Nateglinid Arzneimittelgruppen Antidiabetika Glinide

Nateglinid ist ein blutzuckersenkender Wirkstoff aus der Gruppe der Glinide zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2. Es wird innert 1 bis 30 Minuten vor den Hauptmahlzeiten eingenommen und fördert die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Die Effekte beruhen auf der Schliessung der ATP-abhängigen Kaliumkanäle der Betazellen durch Bindung an den SUR1-Rezeptor. Nateglinid ist ein Substrat von CYP2C9 und CYP3A4. Die häufigste mögliche unerwünschte Wirkung ist die Hypoglykämie.

synonym: Nateglinidum PhEur, Nateglinide

Produkte

Nateglinid ist in Form von Filmtabletten im Handel (Starlix®, Starlix® mite). Es ist in der Schweiz seit dem Jahr 2000 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Nateglinid (C19H27NO3, Mr = 317.42 g/mol) ist ein Cyclohexan-Derivat der Aminosäure Phenylalanin. Es ist ein weisses Pulver, das in Wasser praktisch unlöslich ist.

Wirkungen

Nateglinid (ATC A10BX03 ) hat antidiabetische und insulinsekretagoge Eigenschaften. Es fördert die endogene Insulinsekretion aus den Betazellen des Pankreas und senkt so die Glucosewerte nach den Mahlzeiten. Die Wirkungen beruhen auf der Schliessung der ATP-abhängigen Kaliumkanäle der Betazelle durch Bindung an die SUR1-Rezeptoren. Im Unterschied zu Repaglinid und Sulfonylharnstoffen ist die Wirkdauer kürzer.

Indikationen

Zur Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 als Mono- oder Kombinationstherapie.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird innerhalb von 1 bis 30 Minuten vor den Hauptmahlzeiten eingenommen.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Nateglinid wird grösstenteils von CYP2C9 (70%) und zu einem geringeren Anteil von CYP3A4 (30%) metabolisiert. Bei der gleichzeitigen Verabreichung eines CYP2C9-Hemmers wie Sulfinpyrazon oder Fluconazol wird ein Anstieg der Plasmakonzentrationen beobachtet. Ferner haben zahlreiche Arzneimittel einen Einfluss auf den Glucosespiegel.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Hypoglykämie sowie selten Überempfindlichkeitsreaktionen, Erhöhung der Leberenzymwerte, gastrointestinale Beschwerden, Kopfschmerzen und Atemwegsinfektionen.

siehe auch

Glinide, Repaglinid, Sulfonylharnstoffe, Diabetes mellitus Typ 2

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.4.2017 geändert.
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