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Vitamin A Arzneimittelgruppen Vitamine

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin mit zahlreichen physiologischen Eigenschaften im Stoffwechsel des Menschen. Es findet sich in der Netzhaut, ist am Sehprozess und an der Hautbildung beteiligt. Vitamin A kommt nur in tierischen Produkten vor und ist in pflanzlichen Nahrungsmitteln in Form von Vorstufen, den Carotinoiden, enthalten. Das Vitamin wird therapeutisch bei Mangelzuständen, mangelnder Zufuhr und bei Hauterkrankungen eingesetzt. Vitamin A-Präparate dürfen nicht überdosiert werden und können teratogen sein.

synonym: Vitaminum A PhEur, Retinolum, Retinoli acetas, Retinoli acetas-palmitas, Retinoli palmitas, Axerophthol, Xerophthol, Retinyl Palmitate INCI, Retinol INCI

Vorkommen

Vitamin A kommt nur in tierischen Geweben und Produkten vor. Es ist hauptsächlich in der Leber, Leberwurst, in Fischöl, Eigelb, Käse, in der Milch und Butter enthalten. In pflanzlichen Nahrungsmitteln findet sich die Vorstufen von Vitamin A, die Carotinoide, die der Körper zu Retinol umwandeln kann. Dazu gehören gelb-oranges und grünes Obst und Gemüse wie Karotten, Peperoni, Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Kürbis, Melonen, Pfirsiche und Aprikosen.

Produkte

Vitamin A ist in Form von Kapseln, Tabletten, Ampullen, Gelen und Salben erhältlich und Bestandteil zahlreicher Multivitaminpräparate.

Struktur und Eigenschaften

Vitamin A (Retinol, C20H30O, Mr = 286.45 g/mol) ist ein fettlösliches Vitamin. Als Vitamin A wird eine Reihe von Stoffen sehr ähnlicher Struktur bezeichnet. Der wichtigste und biologisch aktivste Stoff ist das all-trans-Retinol, ein primärer Alkohol (Abbildung). Aus ihm können alle anderen physiologisch wirksamen Formen gebildet werden.

Retinol liegt in Nahrungsmitteln und in Geweben hauptsächlich in Form von Estern, gebunden an lange Fettsäuren wie Palmitinsäure, vor. Retinolpalmitat ist in zahlreichen Arzneimitteln enthalten. Verestertes Vitamin A wird im Darm fast vollständig zu Retinol hydrolysiert. In der Leber wird es entweder als Retinylester gespeichert oder zurück in den Blutkreislauf als freien Alkohol abgegeben. Durch Oxidation von Retinol entsteht Retinal, das wiederum zu Retinsäure oxidiert werden kann.

Wirkungen

Vitamin A (D10AD02, R01AX02, S01XA02, A11CA01) hat zahlreiche physiologische Funktionen:

Wirkmechanismus

Die Wirkungen beruhen auf der Aktivierung von nukleären Rezeptoren, die an die DNA binden und die Transkription und Genexpression von spezifischen Genen auslösen. RAR- und RXR-Rezeptoren sind die zwei wichtigsten Rezeptorfamilien, die von Vitamin A aktiviert werden. Es sind Transkriptionsfaktoren, die die Expression von spezifischen Genen aktivieren.

Indikationen

Vitamin A wird als Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Mangelzuständen und bei Haut- und Schleimhauterkrankungen angewendet. Vitamin-A-Derivate, die Retinoide werden ebenfalls bei Hauterkrankungen wie Akne und Schuppenflechte eingesetzt.

Vitaminmangel

Ein Vitamin-A-Mangel tritt sehr selten auf, weil Vitamin A in hohen Konzentrationen in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist. Mangelerscheinungen können aufgrund einer längerfristigen Mangelernährung oder aufgrund von Resorptionsstörungen im Darm auftreten. Typische Symptome sind Funktionsstörungen der Augen und der Hautbildung. Austrocknen des äusseren Auges, eine Trübung der Hornhaut, Störungen der Hell-Dunkel-Adaptation bis hin zur Nachtblindheit können auftreten. Desweiteren erhöht ein Vitamin A-Mangel das Krebsrisiko und die Anfälligkeit für Infektionen.

Dosierung

Gemässe der Arzneimittel-Fachinformation. Vitamin A darf nicht überdosiert werden!

Kontraindikationen

Vitamin A-Präparate sind bei Überempfindlichkeit, einer vorbestehenden Hypervitaminose A, bei einer schweren Niereninsuffizienz, während einer Therapie mit Retinoiden und während der Schwangerschaft kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation. Multivitaminpräparate mit Retinol wie Elevit® können während der Schwangerschaft eingenommen werden.

Interaktionen

Einige Arzneimittel wie Colestyramin, Paraffinöl und Orlistat können die Absorption von Vitamin A vermindern und sollen nicht gleichzeitig eingenommen werden. Bei gleichzeitiger Verabreichung oraler Kontrazeptiva ist der Vitamin A-Blutspiegel erhöht.

Unerwünschte Wirkungen

In der empfohlenen Dosierung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Bei Überdosierung können unter anderem trockene und juckende Haut, Appetitlosigkeit, Ödeme, Verwirrtheit, Blutungen, Kopfschmerzen, Hirndruck und Lebertoxizität auftreten.

siehe auch

Retinoide, Vitamin-A-Augensalben

LiteraturAutor und Review

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor (SG) hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Interne Review: AV

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.6.2012 geändert.
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