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Fremanezumab Arzneimittelgruppen Monoklonale Antikörper CGRP-Inhibitoren

Fremanezumab ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper, der für die Vorbeugung von Migräneanfällen bei Erwachsenen eingesetzt wird. Die Effekte beruhen auf der Bindung an das Neuropeptid CGRP, wodurch die Interaktion mit seinem Rezeptor blockiert wird. Das Arzneimittel hat eine lange Halbwertszeit und wird jeden Monat oder alle drei Monate subkutan gespritzt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Reaktionen an der Injektionsstelle.

synonym: Fremanezumabum, TEV-48125, LBR-101

Produkte

Fremanezumab wurde in den USA im Jahr 2018 und in der EU und der Schweiz im Jahr 2019 als Injektionslösung zur subkutanen Anwendung zugelassen (Ajovy®).

Struktur und Eigenschaften

Fremanezumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG2Δa/kappa-Antikörper, der gegen CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) gerichtet ist. Der Antikörper wird mit biotechnologischen Methoden hergestellt, besteht aus 1324 Aminosäuren und hat eine Molekülmasse von 148 kDa.

Wirkungen

Fremanezumab (ATC N02CD03 ) senkt die Anzahl der monatlichen Kopfschmerztage und reduziert dadurch den Gebrauch von Schmerzmitteln und Migränemitteln.

Die Effekte beruhen auf der Bindung des Antikörpers an CGRP, das Calcitonin Gene-Related Peptide. CGRP ist ein Neuropeptid, das bei der Auslösung von Migräneanfällen eine wichtige Rolle spielt. Es besteht aus 37 Aminosäuren und wird im peripheren und im zentralen Nervensystem exprimiert. Es existieren zwei Isoformen, CGRP-α (Abbildung) und CGRP-β, welche sich in drei Aminosäuren unterscheiden. Beide sind Agonisten am CGRP-Rezeptor. Fremanezumab bindet an beide Isoformen.

CGRP hat stark gefässerweiternde Eigenschaften und spielt bei der Schmerzauslösung sowie bei der neurogenen Entzündung eine zentrale Rolle. Bei Mi­g­rä­ni­kern wurden bei einem Anfall erhöhte CGRP-Werte festgestellt und durch die intravenöse Verabreichung des Peptids lassen sich bei Migränepatienten Anfälle auslösen.

Die → Triptane, welche für die Behandlung von Migräneanfällen verabreicht werden, hemmen ebenfalls die Freisetzung von CGRP.

Wirkmechanismus der CGRP-Inhibitoren, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWiki

Indikationen

Für die Vorbeugung von Migräneanfällen bei Erwachsenen.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird subkutan gespritzt. Fremanezumab hat eine lange Halbwertszeit von 30 Tagen und ein entsprechend langes Dosierungsintervall. Möglich ist sowohl eine monatliche als auch eine vierteljährliche Anwendung (alle 3 Monate). Bei der vierteljährlichen Dosierung ist die Dosis höher.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Fremanezumab interagiert nicht mit CYP450-Isoenzymen.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, eine Verhärtung und eine Hautrötung (Erythem).

siehe auch

CGRP-Inhibitoren

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.12.2019 geändert.
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