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Erdostein Arzneimittelgruppen Expectoranzien

Erdostein ist ein auswurffördernder Wirkstoff zur Behandlung von Atemwegserkrankungen mit zäher Schleimbildung, zum Beispiel einer akuten oder chronischen Bronchitis. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden wie Magenbrennen, Übelkeit und Durchfall. Selten können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

synonym: Erdosteinum

Produkte

Erdostein ist in Form von Kapseln im Handel (Mucofor®). Es wurde bei der Edmond Pharma in Mailand (Italien) entwickelt und ist in der Schweiz seit 1994 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Erdostein (C8H11NO4S2, Mr = 249.3 g/mol) ist ein Prodrug. Die Wirkungen werden von den freien Sulfhydrylgruppen (-SH) der Metaboliten vermittelt. Der Thiolactonring wird in vivo geöffnet.

Wirkungen

Erdostein (ATC R05CB15 ) ist gemäss Hersteller mucolytisch, expectorierend, entzündungshemmend, antibakteriell und antioxidativ. Die Wirkungen werden von der freien SH-Gruppe der Metaboliten vermittelt. Zur klinischen Wirksamkeit können wir basierend auf unserer Recherche keine Aussage machen. Eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse scheint die Wirksamkeit zu bestätigen (Cazzola et al., 2010).

Indikationen

Atemwegserkrankungen, die zur Bildung von zähem Sekret führen, welches nicht oder ungenügend expektoriert werden kann, wie akute Bronchitis oder akute Schübe einer chronischen Bronchitis.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Die übliche Dosis für Erwachsene liegt bei 2 mal täglich 300 mg (Tagesdosis 600 mg).

Kontraindikationen

Erdostein soll nicht bei Überempfindlichkeit, bei einem bestehenden Magengeschwür, bei Niereninsuffizienz und schwerer Leberinsuffizienz eingenommen werden. Es ist bisher nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen. Zur Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Daten vor. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Die gleichzeitige Anwendung eines Antitussivums wird medizinisch nicht als sinnvoll erachtet, da die Blockade des Hustenreizes bei Atemwegserkrankungen mit Schleimbildung zu einem Sekretstau führen könnte. Weitere Angaben zur Interaktionen liegen nicht vor.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden wie Magenschmerzen, Magenbrennen, Übelkeit, Durchfall und Geschmacksstörungen, sowie Überempfindlichkeitsreaktionen.

siehe auch

Akute Bronchitis, Expectoranzien, Acetylcystein, Carbocistein

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 5.4.2017 geändert.
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