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Olanzapin Arzneimittelgruppen Atypische Neuroleptika

Olanzapin ist ein antipsychotischer Wirkstoff aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika zur Behandlung von Schizophrenien, manischen Episoden bei bipolaren Störungen und zur Rückfallprophylaxe. Die Wirkungen werden auf den Antagonismus an Serotonin- und Dopaminrezeptoren zurückgeführt. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören eine Gewichtszunahme und Schläfrigkeit. Extrapyramidale Nebenwirkungen treten hingegen nur selten auf. Olanzapin wird von CYP1A2 metabolisiert.

synonym: Olanzapinum PhEur

Produkte

Olanzapin ist in Form von Filmtabletten, Schmelztabletten und als Injektionspräparat im Handel (Zyprexa®, Generika). Es ist in der Schweiz seit 1997 zugelassen. Im Jahr 2012 kamen Generika in den Handel.

Struktur und Eigenschaften

Olanzapin (C17H20N4S, Mr = 312.4 g/mol) gehört zu den Thienobenzodiazepin-Derivaten. Es ist ein gelbes kristallines Pulver, das in Wasser praktisch unlöslich ist. Olanzapin ist strukturell eng mit Clozapin (Leponex®, Generika) verwandt.

Wirkungen

Olanzapin (ATC N05AH03 ) hat antimanische, stimmungsstabilisierende und antidopaminerge Eigenschaften. Es wirkt sich günstig auf Negativsymptome wie Interessenverlust und Antriebslosigkeit als auch auf Positivsymptome wie Grössenwahn und Halluzinationen aus. Es kann mehrere Tage bis zu einigen Wochen dauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten bessert.

Wirkmechanismus

Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Die Wirkungen von Olanzapin werden in erster Linie dem Antagonismus an zerebralen Serotonin- und Dopaminrezeptoren zugeschrieben. Olanzapin hat ferner eine Affinität zu cholinergen Muscarinrezeptoren, zu Histamin- und adrenergen Alpharezeptoren. Olanzapin führt nur selten zu extrapyramidalen unerwünschten Wirkungen und wird deshalb zu den atypischen Neuroleptika gezählt.

Indikationen

Olanzapin wird bei Schizophrenie und als Mono- oder Kombinationstherapie mit Lithium bzw. Valproat zur Behandlung von akuten manischen Episoden bei bipolaren Störungen eingesetzt. Bei gutem Ansprechen kann Olanzapin auch zur Rückfallprophylaxe von akuten manischen Episoden bei bipolaren Störungen eingesetzt werden.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Olanzapin wird in der Regel einmal täglich unabhängig von den Mahlzeiten oral eingenommen. Es wird empfohlen das Medikament schrittweise abzusetzen, um das Risiko für das Auftreten von akuten Symptomen wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen zu vermeiden.

Kontraindikationen

Olanzapin ist bei Überempfindlichkeit und bei Patienten mit erhöhtem Risiko für ein Engwinkelglaukom kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Olanzapin wird vorwiegend von CYP1A2 metabolisiert. Die gleichzeitige Verabreichung von CYP1A2-Inhibitoren wie Fluvoxamin kann zu einer teilweise massiven Erhöhung der Olanzapin-Konzentration führen. Olanzapin kann die Wirkung von indirekt oder direkt wirksamen Dopaminagonisten abschwächen. Es ist zusammen mit Alkohol oder zusammen mit Arzneimitteln, welche eine Hypotonie, erniedrigte Herzfrequenz, Atemdepression oder Depression des Zentralnervensystems auslösen können, mit Vorsicht anzuwenden.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Nebenwirkungen gehören Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, Verschlechterung der Parkinson-Symptome bei Parkinson-Patienten und Halluzinationen.

Weitere häufig beobachtete unerwünschten Wirkungen sind Speichelfluss, Eosinophilie, erhöhte Glukose-, Triglycerid- und Cholesterinspiegel, Schwindel, Bewegungsdrang, orthostatische Hypotonie, Mundtrockenheit, Verstopfung, vorübergehende Erhöhungen von Lebertransaminasen, Kraftlosigkeit, Ödeme und Müdigkeit.

LiteraturAutor und Review

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Die Autorin (SR) hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Interne Review: AV. Peer-Review: Dr. med. Holger Leinfelder, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Basel.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.4.2017 geändert.
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