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Boceprevir Arzneimittelgruppen HCV-Proteasehemmer

Boceprevir ist ein antiviraler Wirkstoff aus der Gruppe der HCV-Proteasehemmer zur Behandlung der chronischen Hepatitis C vom Genotyp 1 im Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin. Es bindet kovalent und reversibel an die NS3-Protease und hemmt so die Virusvermehrung. Boceprevir wird dreimal täglich verabreicht und muss zusammen mit Nahrung eingenommen werden. Es ist ein starker Hemmer von CYP3A4/5 und kann relevante Arzneimittel-Wechselwirkungen verursachen. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Erschöpfung, Blutarmut, Übelkeit, Kopfschmerzen und Geschmacksstörungen.

synonym: Boceprevirum, SCH-503034

Hintergrund

Es wird geschätzt, dass weltweit über 180 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis C Virus infiziert sind. Zu den möglichen schweren Komplikationen der Hepatitis gehören eine Leberzirrhose, ein Leberkarzinom und Leberversagen. Von den verschiedenen Genotypen des Virus spricht insbesondere Genotyp 1 nur unzureichend auf die bisherige Behandlung an (50%). Zu den eingesetzten Standardmedikamenten gehören subkutanes Peginterferon alfa und orales Ribavirin.

Produkte

Boceprevir ist in Form von Kapseln im Handel (Victrelis®). Es ist in der Schweiz seit dem Jahr 2011 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Boceprevir (C27H45N5O5, Mr = 519.7 g/mol) ist ein peptidomimetisches Ketoamid. Es liegt als Mischung zweier Diastereomere vor und ist ein weisses, amorphes Pulver, das in Wasser schwer löslich ist.

Wirkungen

Boceprevir (ATC J05AE12 ) hat antivirale Eigenschaften. Es unterbindet die Reifung des Virus und seine weitere Vermehrung. Die Wirkungen beruhen auf der Inhibition der NS3-Serinprotease, eines viralen Enzyms, welches das HCV-Polypeptid in nicht-struktruelle Proteine überführt. Die Active Site des Enzyms besteht aus einer katalytischen Triade mit einem Serin, einem Histidin und einer Asparaginsäure. Boceprevir bindet kovalent und reversibel über die elektrophile Ketoamidgruppe an Serin 139 und verunmöglicht so die Spaltung des Polypeptids (Abbildung).

Indikationen

Zur Behandlung der chronischen Hepatitis C Infektion vom Genotyp 1 in Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin bei erwachsenen Patienten mit kompensierter Lebererkrankung, die nicht vorbehandelt sind oder die nicht auf eine vorangegangene Therapie angesprochen bzw. einen Rückfall erlitten haben.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Boceprevir wird aufgrund der kurzen Halbwertszeit von 3.4 Stunden dreimal täglich verabreicht und muss zusammen mit Nahrung eingenommen werden. Die Einnahme mit einer Mahlzeit oder einem Snack ist zwingend, da diese die Bioverfügbarkeit stark erhöht.

Kontraindikationen

Boceprevir ist bei einer Überempfindlichkeit, einer Autoimmunhepatitis, in Kombination mit CYP3A4/5-Substraten und während der Schwangerschaft kontraindiziert. Die vollständigen Angaben zu Vorsichtsmassnahmen und Interaktionen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Bei der Kombination mit anderen Wirkstoffen ist insbesondere zu beachten, dass Boceprevir ein starker Inhibitor von CYP3A4/5 ist und zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentrationen der Substrate führen kann. Boceprevir kann der Therapie einer Coinfektion von HIV und HCV die Konzentrationen von HIV-Proteasehemmern senken.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Erschöpfung, Blutarmut, Übelkeit, Kopfschmerzen und Geschmacksstörungen. Zahlreiche weitere Nebenwirkungen werden beobachtet.

siehe auch

Telaprevir, Hepatitis C

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Abbildungen: © PharmaWiki.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 3.10.2015 geändert.
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