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Ribavirin Arzneimittelgruppen Nukleosid-Analoga

Ribavirin ist ein antiviraler Wirkstoff aus der Gruppe der Nukleosid-Analoga, der zur Behandlung der chronischen Hepatitis C eingesetzt wird. Ribavirin wird ausschliesslich in Kombination mit Interferonen oder mit anderen antiviralen Wirkstoffen eingesetzt - eine Monotherapie ist unzureichend wirksam. Die Tabletten oder Kapseln werden in der Regel zweimal täglich mit einer Mahlzeit eingenommen. Der Wirkmechanismus ist nicht vollständig aufgeklärt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen der Kombinationstherapie mit Interferonen gehören Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Muskelsteifheit, Muskelschmerzen, Übelkeit, psychiatrische Störungen und Verdauungsstörungen. Ribavirin kann eine hämolytische Anämie, kardiotoxische und zahlreiche weitere Nebenwirkungen verursachen. Es ist fruchtschädigend und muss entsprechend vorsichtig gehandhabt werden.

synonym: Ribavirinum PhEur, Ribavirin

Produkte

Ribavirin ist in Form von Filmtabletten und Kapseln im Handel (Copegus®, Rebetol®). Es ist in der Schweiz seit 1990 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Ribavirin (C8H12N4O5, Mr = 244.2 g/mol) ist ein Purin-Nukleosid-Analogon. Es liegt als weisses, kristallines Pulver vor, das in Wasser leicht löslich ist. In den Zellen wird der Wirkstoff zu Ribavirintriphosphat biotransformiert.

Wirkungen

Ribavirin (ATC J05AB04 ) hat antivirale Eigenschaften gegen verschiedene RNA- und DNA-Viren. Der Wirkmechanismus ist nicht genau bekannt, es liegen verschiedene Hypothesen vor. Ribavirin hat eine lange Halbwertszeit von 140 bis 160 Stunden und wird nur langsam ausgeschieden, da es intrazellulär kumuliert.

Indikationen

Zur Behandlung der chronischen Hepatitis C im Rahmen einer Kombinationstherapie (Peginterferon alfa, Interferon-alfa oder direkt antivirale Wikstoffe). Die Monotherapie ist nicht wirksam. Ribavirin wird auch zur Behandlung einiger weiterer Viruserkrankungen eingesetzt, ist in der Schweiz dazu aber nicht offiziell zugelassen - in anderen Ländern hingegen schon.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Tabletten oder Kapseln werden morgens und abends mit einer Mahlzeit eingenommen. Die Arzneimittel müssen vorsichtig gehandhabt werden, weil sie fruchtschädigende Eigenschaften haben. Vorsicht z.B. bei zerbrochenen Tabletten.

Kontraindikationen

Ribavirin ist bei einer Überempfindlichkeit, während der Schwangerschaft und Stillzeit, bei einer schweren Herzkrankheit, Hämoglobinopathien und chronischer Niereninsuffizienz kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation. Vorsicht: Ribavirin ist teratogen!

Interaktionen

Ribavirin interagiert nicht mit CYP450. Arzneimittel-Wechselwirkungen wurden mit Antazida, Nukleosid-Analoga, Didanosin und Azathioprin beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen der Kombinationstherapie mit Interferonen gehören Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Muskelsteifheit, Muskelschmerzen, Übelkeit, psychiatrische Störungen (z.B. Angst, emotionale Labilität, Reizbarkeit) und Verdauungsstörungen. Ribavirin kann eine hämolytische Anämie, kardiotoxische und zahlreiche weitere Nebenwirkungen verursachen.

siehe auch

Hepatitis C, HCV-Proteasehemmer, HCV-Polymerase-Inhibitoren

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.12.2014 geändert.
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