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Larva migrans cutanea Indikationen

Als Larva migrans cutanea wird eine Erkrankung bezeichnet, die sich in juckenden, geröteten Gängen äussert, welche sich in der Haut erheben. Zugrunde liegt ein Befall mit den Larven von Hakenwürmern, die sich langsam durch das Gewebe bohren. Die Erkrankung ist innert Wochen bis Monaten selbstlimitierend, da der Mensch einen Fehlwirt darstellt und sich die Parasiten in ihm nicht weiter vermehren können. Zur Behandlung werden Wurmmittel (Antihelminthika) eingesetzt, welche die Dauer des Befalls verkürzen.

synonym: Wanderlarve, Hautmaulwurf

Symptome

Die Erkrankung wird häufig an den unteren Extremitäten und am Gesäss beobachtet und äussert sich in stark juckenden, geröteten, geraden oder gekrümmten Gängen in der Haut, welche regelmässig in eine Richtung wachsen. Der Befall kann ohne Behandlung über Wochen bis Monate anhalten, ältere Gänge verkrusten mit der Zeit. Zu den Komplikationen gehören sekundäre Infektionen und Hautaffektionen. Wanderlarven werden in unseren Breitengraden vor allem bei Reiserückkehrern aus der Karibik, den Malediven, Südostasien und Afrika beobachtet, welche sie an einem kontaminierten Strand aufgelesen haben.

Ursachen

Ursache der Erkrankung ist ein Befall mit Larven verschiedener Würmer, hauptsächlich mit den Hakenwürmern Ancylostoma brasiliense und Ancylostoma caninum, die üblicherweise Hunde und Katzen befallen und im Darm dieser Tiere leben. Die Larven wandern in der Haut, indem sie das Gewebe enzymatisch auflösen. Der Mensch stellt dabei einen Fehlwirt dar, d.h. die Würmer können sich in ihm nicht weiter vermehren und sterben schliesslich ab. Übertragen wird die Erkrankung von Hunde- und Katzenkot. Von dort gelangen die Larven bei direktem Kontakt in die Haut, zum Beispiel beim Sitzen oder Barfussgehen am Strand. Die „Wanderung“ kann danach sofort oder auch erst nach Monaten beginnen.

Diagnose

Die Diagnose stützt sich in der Regel auf das typische klinische Bild und die Patientengeschichte (Aufenthalt in einem Risikogebiet). Als Differentialdiagnosen kommen andere Hauterkrankungen in Betracht.

Behandlung

Die Erkrankung heilt zwar innert Wochen bis Monaten von alleine ab. Aufgrund der möglichen Komplikationen wird in der Literatur aber eine Therapie mit einem Wurmmittel (Antihelminthikum) empfohlen, welches die Dauer des Befalls in einem signifikanten Ausmass reduziert. Häufig erwähnt werden systemisches Ivermectin oder Albendazol. Eine Thiabendazol-Salbe (10%-15% in einer hydrophilen Grundlage), 2-3 mal täglich während 5-10 Tagen aufgetragen, ist eine mögliche Alternative. Thiabendazol ist in der Schweiz jedoch nicht als Arzneimittel im Handel und müsste als Magistralrezeptur in einer Apotheke zubereitet werden (Problem: Beschaffen des Rohstoffs).

Vorbeugungsiehe auch

Badedermatitis, Antihelminthika, Würmer

LiteraturAutor

Dr. Alexander Vögtli vom PharmaWiki Team. Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.6.2012 geändert.
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